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NIDWALDEN: Autobahn erhält eigene Kläranlagen

Nicht nur der Belag wird erneuert, auch das Abwasser der Autobahn nimmt neue Wege. Dafür entstehen eigene Anlagen, die den Schmutz herausfiltern.
Matthias Piazza
Bei der Autobahnausfahrt Stans Nord entsteht eine Strassenabwasser-Behandlungsanlage. (Bild Matthias Piazza)

Bei der Autobahnausfahrt Stans Nord entsteht eine Strassenabwasser-Behandlungsanlage. (Bild Matthias Piazza)

Grossbaustelle Autobahn: Doch nicht nur auf, sondern auch neben dem Nidwaldner Autobahnabschnitt A 2 sind die Baumaschinen aufgefahren. So auch bei der Einfahrt Stans Nord vis-à-vis des Länderparks. Mancher Autofahrer dürfte sich gefragt haben, was hier wohl entsteht. Es sind Anlagen, die das Abwasser der Autobahn künftig reinigen. Nebst Stans werden oder wurden noch drei weitere sogenannte Strassenabwasser-Behandlungsanlagen (Saba) auf Kantonsgebiet erstellt – nämlich beim Seerosenweg in Stansstad sowie im Gebiet Bettlerbach und Faden in Buochs.

Eine Anlage bereits in Betrieb

Seit Mitte Februar laufen nun die Bauarbeiten für die Anlage beim Länderpark. Sie soll im Juni des kommenden Jahres ihren Betrieb aufnehmen. Hier entstehen die notwendigen Becken und Filter. Sträucher sollen die zweieinhalb Meter hohen Betonwände auf Länderparkseite dereinst kaschieren.

Bedenken, dass es nach Inbetriebnahme stinkt, seien unbegründet. «Es sind keine Immissionen zu erwarten», meint Esther Widmer, Sprecherin des Bundesamtes für Strassen (Astra).

Bereits seit dem vergangenen Herbst ist die Anlage in Stansstad in Betrieb. Die Saba Faden und Bettlerbach in Buochs werden zwischen Sommer 2015 und Frühling 2016 gebaut. Begrünte Böschungen der Dämme werden die Filterbecken umranden.

Neue Ära begründet

Mit den Autobahnkläranlagen beginnt ökologisch eine neue Ära. Denn bis jetzt floss das Abwasser zwischen Acheregg und Beckenried zuerst in ein Ölrückhaltebecken, welches schwere Partikel zurückhält, und danach direkt in einen Bach oder in den Vierwaldstättersee. Der Grund für den Bau der neuen Anlagen, welche total rund 15 Millionen Franken kosten, sind strengere Gesetze. «Vor einer Autobahnsanierung werden das Trassee und die Bauwerke auf die aktuellen Umweltschutzbestimmungen überprüft. Mit dem Bau der Saba erfüllen wir wieder die Vorgaben der aktuellen Gewässerschutzverordnungen», sagt Esther Widmer. Messungen überwachen künftig die Reinigungswirkung.

Zweistufiger Reinigungsprozess

Die Saba haben die Aufgabe, das Abwasser der Autobahn zu reinigen beziehungsweise auf die gesetzlich zulässigen Höchstwerte zu reduzieren. Gereinigt wird in zwei Stufen: Zuerst werden in einem Absetzbecken die Schwebstoffe aus dem Wasser gelöst. Diese Stoffe werden vom Unterhaltsdienst von Zeit zu Zeit als Schlamm aus diesem Becken entfernt und als Sondermüll entsorgt. Danach wird das Wasser in grossen Filterbecken gefiltert und ein massgeblicher Teil der im Wasser gelösten Stoffe dabei zurückgehalten. Nach dem Filterprozess wird das Wasser in den Boden oder in den nächsten Bach geleitet. Wasser, das wieder vollständig sauber ist. «Es wird keine negativen Auswirkungen im umliegenden Ökosystem verursachen», hält Esther Widmer fest. Dank dieser verschiedenen Filter und Becken arbeitet die Anlage gründlich. «Sie kann grundsätzlich alle Schadstoffe ‹verkraften›», erklärt Esther Widmer. «Die ungelösten Schmutzpartikel werden praktisch vollständig entfernt und die gelösten Schwermetalle teilweise zurückgehalten. Aufschwimmende Flüssigkeiten wie Öl und Benzin werden vollständig zurückgehalten.»

Auch grosse Mengen auslaufendes Öl, etwa nach einem Unfall mit einem Lastwagen, sind für die Anlage kein Problem. Das verunreinigte Wasser fliesst in ein Ölrückhaltebecken, wo es vom Unterhaltsdienst oder von der Feuerwehr abgepumpt wird.

Rund 220 000 Kubikmeter Strassenabwasser werden die vier Saba pro Jahr bewältigen. Im Rahmen der Autobahnsanierung wird auch das Kanalisationssystem teilweise saniert oder wenn nötig erneuert. Die Arbeiten finden im Rahmen der Autobahnsanierung statt. Bis im April 2017 werden für 278 Millionen Franken auf dem Nidwaldner A 2-Abschnitt der Belag erneuert und der Lärmschutz verbessert. Seit Anfang Jahr wird zwischen Stansstad und Stans Süd gebaut. Mit den Arbeiten liege man laut Esther Widmer im Zeitplan.

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