Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

NIDWALDEN: Bähnli und Käse - diese Kreisel sind eine Augenweide

Kreisel können mehr, als nur den Verkehr in die richtigen Bahnen zu lenken. Etwa werben - wovor ein Verkehrsexperte aber warnt.
Matthias Piazza
Kreiselschmuck der besonderen Art: Käse mit Geissen in Dallenwil (Bilder Corinne Glanzmann)

Kreiselschmuck der besonderen Art: Käse mit Geissen in Dallenwil (Bilder Corinne Glanzmann)

Stanserhorn-Bahn, Titlis-Rotair-Gondel oder ein übergrosser Käse: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, wenn es ums Schmücken eines Verkehrskreisels geht. Und so thront seit dieser Woche eben ein Geisskäselaib von 2,1 Metern Durchmesser zwischen zwei Ziegen und mit der Aufschrift «Willkommen in Dallenwil an der Strasse nach Engelberg – das Resultat eines Ideenwettbewerbes der Gemeinde.

Während der Kanton für den verkehrstechnischen Teil zuständig ist, dürfen die Gemeinden bei Interesse das Innere künstlerisch gestalten. «Wir packten die Gelegenheit beim Schopf und boten den Dallenwilern die Möglichkeit, Ideen für die Gestaltung zu liefern», erklärt Gemeindeschreiber Lars Vontobel. Dallenwil ist das jüngste, aber nicht einzige Beispiel kreativer Kreisel im Kanton. Nidwalden fällt in dieser Hinsicht zumindest zentralschweizweit auf. Mehrfach haben Private einen Kreisel auf eigene Kosten gestaltet (allerdings ohne explizit ihren Namen erwähnen zu dürfen) und die Gemeinden Kosten gespart.

Es darf nicht zu stark ablenken

Dabei dürfe die Verkehrssicherheit nicht ausser Acht gelassen werden, meint Uwe Ewert Verkehrspsychologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU). «Grundsätzlich empfehlen wir, Kreisel so zu gestalten, dass man keine Durchsicht durch die Kreiselinsel auf die gegenüberliegende Seite hat.» Bei Reklame im Kreisel setzt er Fragezeichen. «Werbung hat ja den Anspruch, Aufmerksamkeit zu wecken. Nun sollte sich der Autofahrer ja aber auf den Verkehr konzentrieren.» Trotzdem erachtet er Ausschmückungen von Kreiseln als vertretbar, zumal ein Kreisel an sich für hohe Verkehrssicherheit garantiere. Und zudem gewöhnten sich die Autofahrer rasch an ein neues Sujet, vergleichbar mit einem neuen Gebäude am Strassenrand, das nur zu Beginn die Aufmerksamkeit übermässig beanspruche. Als wichtig erachtet er, dass eine Kreiselinstallation aus nachgiebigem Material hergestellt ist, um schwere Verletzungen bei einer Kollision zu vermeiden. «Eine Bepflanzung mit Hecken ist sicher ideal – im Gegensatz zu massiven Steinblöcken.»

Lohnende Investition

Drei weitere Beispiele von Kreiseldekorationen befinden sich in Stans. Wer von der Autobahnausfahrt Stans Süd auf der Kantonsstrasse in Richtung Dorfzentrum fährt, kommt an einer Kopie der Titlis-Gondel vorbei. Seit sechs Jahren steht ein Modell mit fünf Metern Durchmessern an der Kreuzstrasse mit der Aufschrift «Willkommen. Engelbergertal – Land der Seilbahnen». Die Titlis-Bahnen gingen beim Neubau des Kreisels 2008 auf die Gemeinde zu und investierten dafür rund 130 000 Franken. Damit soll für die Seilbahnen im Engelbergertal geworben werden. «Auch wenn der Effekt von Marketingmassnahmen schwierig zu messen ist, würde ich sagen, dass sich die Investition gelohnt hat. Immer wieder erhalten wir Lob für die dekorative Kreiselgestaltung», sagt Titlis-Marketingleiter Peter Reinle. Dafür mussten die Bahnen für die Baubewilligung polizeiliche Auflagen erfüllen, insbesondere, was die Breite betrifft. Und sie ist für den Unterhalt zuständig. «Zweimal im Jahr mähen wir den Rasen, und bei Bedarf reinigen wir die Kabine.»

Einstimmung auf Bergausflug

Im Kreisel Stans Nord thront seit März 2009 ein nachgebauter Originalwagen der früheren zweiten Sektion der Stanserhorn-Standseilbahn, die 1975 durch die Luftseilbahn ersetzt wurde. «Die Gelegenheit bot sich, als der Länderpark umgebaut und die umliegenden Strassen neu gestaltet wurden», erklärt Marketingleiterin Fabienne Huber. «Der Standort ist ideal und sehr gut frequentiert. Wer hier die Autobahn verlässt, erblickt das Modell und im Hintergrund das Stanserhorn – eine schöne Einstimmung auf einen Bergausflug.» Zudem stehe das Modell symbolisch für den Kanton der Bergbahnen. Das 2 Meter breite, 9 Meter lange, 2 Meter hohe und 3,5 Tonnen schwere Bähnli ist auch eine Art Ersatz: Mit dem Länderpark-Umbau vor fünf Jahren musste die Nachbildung der Bahn aus dem Restaurant weichen. Und da die Standseilbahn seit ein paar Jahren holzfarben daherkomme, habe das rote Bähnli historischen Wert.

«Unbezahlbarer Werbeeffekt»

Als Gegenleistung musste die Stanserhorn-Bahn die Kosten von 80'000 Franken tragen. Ebenso ist sie für Pflege und Mähen des Rondells verantwortlich. «Doch der Werbeeffekt ist unbezahlbar.» Das sieht auch die Käserei Odermatt so, die den Kreisel in Dallenwil gestaltete. «So können wir auf unsere Käserei aufmerksam machen, die sich etwas ausserhalb des Dorfes befindet.»

Matthias Piazza

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.