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NIDWALDEN: Bald zahlen alle Touristiker

Die Kurtaxe ist mit dem neuen Tourismusgesetz ab nächstem Jahr Geschichte. An ihre Stelle tritt die kommunale Tourismusabgabe. Die Bürger haben über deren Höhe das letzte Wort.
Unter dem neuen Tourismusgesetz in Nidwalden will Emmetten seine vielseitigen touristischen Angebote auf hohem Stand halten. Im Bild: Blick ins Tal von der Bergstation der Klewenalp-Bahn. (Bild: Philipp Unterschütz)

Unter dem neuen Tourismusgesetz in Nidwalden will Emmetten seine vielseitigen touristischen Angebote auf hohem Stand halten. Im Bild: Blick ins Tal von der Bergstation der Klewenalp-Bahn. (Bild: Philipp Unterschütz)

Die Bikearena, der Bogenpark, das Skigebiet Klewenalp-Stockhütte, der Niederbauen, Restaurants und Hotels: Emmetten hat touristisch viel zu bieten. Und diesen Stand will der Gemeinderat auch erhalten, auch unter dem neuen Tourismusgesetz, das ab 1. Januar 2017 in Kraft tritt und sozusagen auf einer neuen Finanzierung fusst (siehe Kasten).

Vorbei sind die Zeiten, als «bloss» Restaurants und Hotels über eine umsatzabhängige Kurtaxe ihre Tourismus-«Steuern» abliefern mussten. Das Kurtaxenreglement von 1972 hat ausgedient. Neu zahlen alle touristischen Leistungserbringer wie etwa Restaurants und Bergbahnen. Wobei die Gemeinden den Satz für die kommunale Tourismusabgabe selber festlegen können – zwischen 0,4 und 1,0. Den Höchstsatz beantragen Emmetten, Buochs, Beckenried und Ennetbürgen zuhanden der jeweiligen Herbstgemeindeversammlung – in Emmetten wird darüber beispielsweise am 25. November abgestimmt. «Der Tourismus hat in unserer Region eine hohe Bedeutung», erklärt Gemeindepräsident Toni Mathis. Nach Angaben der Gemeinde sind in Emmetten rund 70 Vollzeitstellen direkt vom Tourismus abhängig – im Winter aber auch viele Teilzeitstellen. Die Systemänderung käme den Gemeinden entgegen, ist Mathis weiter überzeugt. «Der unterschiedlichen Gewichtung des Tourismus mit dem föderalen Ansatz wird jetzt mit dem frei wählbaren Satz Rechnung getragen. In früheren Vorschlägen wurden in Sachen Tourismus sämtliche Gemeinden über einen Leist geschlagen.»

Mit dem Höchstsatz nimmt Emmetten gemäss ersten Berechnungen rund 140 000 Franken ein, davon zieht der Kanton voraussichtlich 5 Prozent für die Inkassogebühren ab. Somit steht Emmetten beziehungsweise dem Verein Emmetten Tourismus und der Region Klewenalp pro Jahr künftig rund 130 000 Franken für die touristischen Leistungen, von denen auch die Bevölkerung profitiert, zur Verfügung. Mit dem Verein soll zudem eine touristische Leistungsvereinbarung für 2017 bis 2020 abgeschlossen werden, in der die strategischen Aufgaben und der touristische Grundauftrag geregelt werden. Sei es für die Angebotsentwicklung oder fürs Betreiben des Tourismus-Info-Standes an der Talstation der Gondelbahn Emmetten–Stockhütte.

Minimalsatz ist mit Abstrichen verbunden

Toni Mathis hofft, dass die Emmetter am 25. November dem Satz von 1,0 zustimmen. «So können wir das bisherige Angebot halten beziehungsweise leicht ausbauen.» Würde das Geschäft abgelehnt, käme der Satz von 0,4 zum Tragen. «Das wäre aber mit sehr deutlichen Abstrichen im Tourismus verbunden», ist Mathis überzeugt. Wird der Maximalsatz angenommen, will die Gemeinde wie in den vergangenen zehn Jahren den Tourismus zusätzlich mit 40 000 Franken unterstützen und so zu einem naturnahen und über alle vier Jahreszeiten ausgerichteten Angebot beitragen.

Abgabe passt sich Umsatz an

Dass nun sämtliche touristischen Leistungserbringer zur Kasse gebeten werden, sei an der Informationsveranstaltung vom vergangenen August von den rund 60 Teilnehmern auf Verständnis gestossen – zumindest grösstenteils. «Alle Hotel- und Restaurantbetreiber stehen hinter dem Höchstabgabesatz von 1,0. Restaurants zahlen auch nicht mehr als heute, Hotels eher weniger.» Die Abgabe ist nämlich umsatzabhängig und wird mit dem Abgabesatz multipliziert.

Kritische Stimmen gabs von Zweit- und Ferienwohnungsbesitzern, die nun eine jährliche Pauschale von 6 Franken pro Quadratmeter bezahlen müssen. «Doch wir konnten sie davon überzeugen, dass wir damit auch kalte Betten vermindern und der Zweitwohnungsinitiative Rechnung tragen können. Denn, wenn jemandem die Abgabe für die Wohnung zu hoch ist, kann er sie vermieten», so Toni Mathis.

Hinweis

Gemeindeversammlung Emmetten: Freitag, 25. November, 20 Uhr, in der Mehrzweckhalle Schulhaus II.

Matthias Piazza

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