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NIDWALDEN: Baubehörden legen bei der Effizienz einen Zacken zu

Der Kanton hat eine elektronische Lösung für Baubewilligungsverfahren aufgebaut. Zurzeit ist es noch ein Pilotprojekt. Doch bald sollen auch Bauherren Zugang zum System erhalten.
Oliver Mattmann
Baubewilligungen sollen per Mausklick effizienter abgewickelt werden können. (Symbolbild / Neue LZ)

Baubewilligungen sollen per Mausklick effizienter abgewickelt werden können. (Symbolbild / Neue LZ)

Oliver Mattmann

Ein umfassendes Baugesuch kann zuweilen einen grossen Berg Papier produzieren, das im Bewilligungsverfahren an verschiedene Stellen weitergereicht wird. Mit Beurteilungen oder Entscheiden müssen wieder alle involvierten Stellen beim Kanton und Gemeinde schriftlich bedient werden. Das Ergebnis: Teils ergibt sich daraus ein Rattenschwanz an Dokumenten. Die Übersicht schwindet. Kein Wunder, bleibt ein Gesuch da und dort länger liegen als es sollte – auch je nach Auslastung der zuständigen Sachbearbeiter.

Kinderkrankheiten ausmerzen

Solche Verzögerungen konnten in der jüngsten Vergangenheit reduziert werden. Hinter dem erfreulichen Trend steckt das Projekt «GemDat» (siehe Kasten), an dem sich nebst Obwalden auch Nidwalden als Pilotkanton beteiligt. «Wir konnten die Bearbeitungszeit von Baugesuchen deutlich senken», unterstreicht der Nidwaldner Baudirektor Hans Wicki. Die Effizienzsteigerung sei beachtlich. Noch vor fünf Jahren lag die termingerechte Erledigungsquote bei rund 50 Prozent. «Inzwischen sind wir bei rund 85 Prozent angelangt.» Entsprechend seien auch die Reaktionen genervter Bauherren zurückgegangen. Mit «GemDat», mit dem sämtliche Unterlagen für ein Baugesuch elektronisch erfasst werden, arbeiten Kanton und Gemeinden seit drei Jahren. Schritt für Schritt wurden die verschiedenen Elemente des Systems eingebaut. «Wir sind gegenwärtig am Finalisieren von allen Prozessen», erklärt Hans Wicki im Gespräch mit unserer Zeitung. So sollen bis Ende Jahr auch Gestaltungspläne oder Nutzungspläne eingebunden werden. Danach ist geplant, dass die Behörden das Gesamtsystem ein Jahr lang «scharf» anwenden.

«Es gibt schon noch die eine oder andere Knacknuss», so Wicki. Zum Beispiel müsse festgelegt werden, ob bereits die verschiedenen Entscheide der Ämter oder erst der Gesamtentscheid der Baudirektion für Gesuchsteller ersichtlich sein werden. «Wir wollen zudem alle Kinderkrankheiten eliminieren, bevor wir das System auch für Bauherren und Investoren öffnen», erklärt Hans Wicki. Diese sollen unter anderem davon profitieren, dass sie sich künftig online jederzeit über den Status ihres Gesuchs informieren können.

Hin- und Herschieben entfällt

Der Nidwaldner Baudirektor bezeichnet das Projekt als «Meilenstein». Zwar erhielt er vor allem von den Gemeinden zu Beginn Rückmeldungen, das System sei schwerfällig zu bedienen. «Die Mitarbeiter mussten sich natürlich auch an die neue Arbeitsmethodik gewöhnen», so Wicki. In der Zwischenzeit habe die IT-Abteilung laufend Verbesserungen vorgenommen und «heute läuft das Programm auf einem hohen Standard.» Die Erleichterungen in den administrativen Abläufen seien augenfällig. Salopp formuliert, brauchen die Zuständigen nur noch einmal das Dossier am Bildschirm zu öffnen, ihren Kommentar einzutragen und das Ganze zu speichern – und schon wird im Verfahren automatisch der nächste Schritt ausgelöst. Vorbei sind die vielen Ausdrucke und das verwaltungsinterne Hin- und Herschieben der Dossiers.

Auch das Controlling ist bedeutend einfacher geworden. Mit einem Klick kann nachgeschaut werden, welches Amt mit einer Stellungnahme an der Reihe ist und wie lange diese Frist noch dauert. «Früher sind Excel-Listen geführt worden, die dauernd aktualisiert werden mussten. Diese Zeiten sind vorbei», freut sich Hans Wicki über die jüngsten Fortschritte.

Projekt wird teurer als erwartet

Die neue Technik hat aber auch ihren Preis. Wicki geht davon aus, dass der ursprüngliche Kredit von 223 000 Franken aufgrund der laufenden Programmanpassungen nicht ausreichen wird. «Dafür werden wir am Ende über ein System verfügen, dass Hand und Fuss hat.» Ausserdem beteilige sich der Bund massgeblich am Projekt.

Steht Personalabbau zur Debatte?

Wie steht es um die personellen Auswirkungen – jetzt, wo die Effizienz deutlich gesteigert wurde, und vor dem Hintergrund, dass der Kanton angesichts der düsteren Finanzaussichten seine Sparbemühungen forciert? Hans Wicki: «Ein Personalabbau steht nicht zur Diskussion.» Der Pendenzenberg in der Baudirektion sei zwar kleiner geworden, aber deswegen nicht vom Tisch. Zudem dürfte in Zukunft der Aufwand pro Bewilligungsverfahren tendenziell eher zunehmen. «Der Boden für neue Bauten wird immer enger. Entsprechend steigt die Wahrscheinlichkeit, dass mehr Beteiligte, zum Beispiel Nachbarn, sich im Rahmen des Verfahrens einschalten», erklärt der Baudirektor.
Zudem stehe in den Gemeinden die Überarbeitung der Nutzungsplanungen an – als Folge des neuen kantonalen Baugesetzes. Die Begleitung und Genehmigung der Pläne werde die Verwaltung ebenfalls absorbieren. «Ursprünglich gingen wir eher von einer Personalaufstockung aus», so Hans Wicki. «Dank dem neuen System können wir die künftigen Bedürfnisse voraussichtlich mit dem heutigen Bestand bewältigen.»

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