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NIDWALDEN: Bauern gehen mit flinken Wieseln auf Mäusejagd

Mäuse sind für Bauern alles andere als nützlich. Nun sollen Wiesel helfen, diese in Schach zu halten – der Untergang der Hofkatze sei dies aber nicht, sagt ein Bauer.
Martin Uebelhart
Marcel Odermatt (vorne) und Heinz Amstad bauen einen Unterschlupf für ein Wiesel (Bild unten). (Bilder Corinne Glanzmann/ Susanne Heusser, PD)

Marcel Odermatt (vorne) und Heinz Amstad bauen einen Unterschlupf für ein Wiesel (Bild unten). (Bilder Corinne Glanzmann/ Susanne Heusser, PD)

Rundgang auf dem Hof von Marcel Odermatt in Buochs: Das Ziel ist eine Ökofläche in einem teils leicht sumpfigen, im Hang gelegenen Geländeabschnitt. Unterhalb einer Baumgruppe stehen zwei grosse Asthaufen. Hier soll sich das Mauswiesel oder sein etwas grösserer Verwandter, das Hermelin, niederlassen und die extra erstellten Nester des Bauern nutzen.

Futter wird verschmutzt

Es hat einen guten Grund, warum der Nidwaldner Bauer den kleinen, putzigen Raubtieren einen Lebensraum schafft, in dem sie sich wohl fühlen: Denn die Tiere ernähren sich zur Hauptsache von Feld- und Schermäusen. «Diese Wühlmausarten sind aus unserer Sicht keine Nützlinge», sagt Marcel Odermatt.

Das Problem für die Landwirte seien die Mäusehaufen, ergänzt Heinz Amstad. Er ist im Vorstand des Nidwaldner Bauernverbandes zuständig für Landschaftsqualität und Vernetzung. «Wenn sie ihre Gänge graben, schaufeln die Schermäuse die Erde hinaus. Alle paar Meter entsteht so ein Haufen. Letztlich wird so das Futter verschmutzt.»

Wiesel sind effiziente Mäusejäger

Damit Mauswiesel und Hermeline ein Gebiet dauerhaft besiedeln, braucht es die Vernetzung der ökologischen Ausgleichsflächen. Dabei helfen Kleinstrukturen. Zum Beispiel ein Streifen nicht geschnittenes Gras, ein Wurzelstock, ein Asthaufen oder einige aufgeschichtete Steine in einer Ecke eines Feldes. Die Wiesel können sich so auf ihren Streifzügen verstecken. Im Gegenzug machen die Raubtierchen Jagd auf Mäuse. Und das ziemlich effizient. «Ein Tier frisst täglich mindestens eine Maus», sagt Marcel Odermatt. Wenn man das hochrechne, würden die Wiesel und Hermeline so zahlreiche Mäusenachkommen verhindern.

«Es geht darum, bei den Mäusen eine Bestandesregulierung zu erreichen», sagt Heinz Amstad. Eine Konkurrenz für die Hofkatzen sei das aber nicht, ergänzt Bauer Odermatt. «Es gibt sehr gute Hofkatzen, aber auch solche, die kaum je eine Maus fangen», fügt er hinzu. Zudem würden die Wiesel, die sich in die Gänge der Mäuse zwängen, auch im Winter die kleinen Nager jagen, während eine Katze dann kaum je eine Maus erwische.

Ziel: Vielen Tieren Raum geben

Die grossen Asthaufen auf Marcel Odermatts Hof sind im Rahmen einer Weiterbildung des Nidwaldner Bauernverbandes gebaut worden. Heinz Amstad präsidiert eine Vernetzungskommission, zu der auch Odermatt gehört. «Für die praktische Umsetzung des Gelernten habe ich den Platz auf meinem Hof zur Verfügung gestellt», sagt der Buochser Landwirt.

Am Kurs haben die Gebietsverantwortlichen der Vernetzung sowie Vertreter des Kantons Nidwalden teilgenommen. «Wichtig ist, dass die Bauern über die Nützlichkeit solcher Kleinstrukturen wie einen Asthaufen Bescheid wissen», sagt Heinz Amstad. Das Ziel der Vernetzung sei es, auf möglichst engem Raum jeglichen Tieren einen Lebensraum zu bieten.

Urschweiz noch ein weisser Fleck

Als Referentin mit von der Partie war in Buochs auch Cristina Boschi. Sie leitet die Geschäftsstelle der Stiftung WIN Wieselnetz, die im aargauischen Gränichen beheimatet ist. «Unser Ziel ist es, die Nützlichkeit von Wieseln bekannter zu machen», sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Wenn man sich darum kümmere, dass sich diese Tiere wohl fühlten, erhalte man einerseits die Biodiversität, anderseits könne man die Schäden durch Wühlmäuse im Wiesland eindämmen. Während die Stiftung im Aargau und im Kanton Luzern immer mal wieder Informationsveranstaltungen durchführt, sei die Urschweiz bisher eher noch ein weisser Fleck gewesen.

Ob sich in seinen Asthaufen aber tatsächlich schon Wiesel eingenistet haben, vermag Marcel Odermatt nicht zu sagen. «Ich werde das genau beobachten», sagt er. Allerdings seien die Tiere sehr scheu, und man bekomme sie ohnehin selten zu Gesicht. «Am besten werde ich das im Winter sehen können. Dann lassen sich die Raubtiere über Spuren im Schnee nachweisen.» Eines ist sich Odermatt aber sicher: Die Förderung von Wieseln werde bei den Nidwaldner Landwirten bestimmt auf Interesse stossen.

Martin Uebelhart

Ein Wiesel (Bild: PD / Susanne Heusser)

Ein Wiesel (Bild: PD / Susanne Heusser)

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