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NIDWALDEN: Beckenried stimmt über 28,5 Millionen für den Lielibach ab

Im Lielibach verschärfen Rutschungen und beschädigte Bauwerke die Gefahren für die Seegemeinde stark. Am 26. November sollen die Stimmbürger an der Urne für den Hochwasserschutz 28,5 Millionen bewilligen.
Romano Cuonz
Gemeinderat Urs Christen im Bereich Hinteregg, wo ein neuer Geschiebesammler entsteht. (Bild: Romano Cuonz (Beckenried, 18.November 2017))

Gemeinderat Urs Christen im Bereich Hinteregg, wo ein neuer Geschiebesammler entsteht. (Bild: Romano Cuonz (Beckenried, 18.November 2017))

Interview: Romano Cuonz

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Seit 2013 ist im Gebiet Bodenberg oberhalb Beckenried ein Hangrutschgebiet aktiv. Verbauungen des Lielibachs wurden auf einer Länge von 500 Metern zerstört. Viele Sperrentreppen sind zerstört und verschoben. Im Interview gab Urs Christen – als Gemeinderat zuständig für Tiefbauprojekte – unserer Zeitung zu verstehen, wie wichtig ein Ja der Bevölkerung zum 28,5 Millionen-Hochwasserschutzprojekt für ihre eigene, künftige Sicherheit ist.

Urs Christen, Rutschbewegungen befördern seit 2013 in Portionen bis zu 1000 Kubikmeter Schutt in den Lielibach. Bereits sind für 8,5 Millionen Franken Massnahmen vorgezogen worden. War es denn gar nicht möglich, den Rutschprozess damit zu stoppen?

Die Rutschung hat so ein gewaltiges Ausmass, dass diese nicht gestoppt werden kann. Mit den Investitionen ist gewährleistet, dass wir das enorme Geschiebepotenzial kontrolliert im System bewirtschaften können. Auch haben wir so die Gewähr, dass die Rutschung beim Fuss nicht noch zusätzlich durch eine unkontrollierte Tiefenerosion angeheizt wird.

Das Hochwasserschutzprojekt mit insgesamt 37 Millionen soll noch dieses Jahr gestartet werden. Welches sind die wichtigsten Massnahmen, die es beinhaltet?

In den Jahren 2017 bis 2019 wird die Konsolidierungssperre, die als vorgezogene Massnahme aufgegleist wurde, erstellt. Die Bauarbeiten starten noch diesen Monat. Die jetzige Abstimmung erlaubt uns, die Bauarbeiten anschliessend nahtlos weiterzuführen. Dies beinhaltet vor allem den Bau eines grossen Geschiebe­sammlers, welcher das Dorf vor dem enormen Geschiebepotenzial schützt. Die Bachsohle im Unterlauf wie auch die Brücken haben den Zenit erreicht. Sie müssen dringend saniert werden. Weitere Investitionen beim Delta und vor allem auch beim Fuss der Rutschung Bodenberg runden die ganze Sanierung, die über zehn Jahre dauern wird, ab. Im Gesamten entfalten diese Investitionen die gewünschte Wirkung. Aus diesem Grund ist die jetzige Abstimmung über das Gesamtkonzept für die Sicherheit von Beckenried so zentral.

Aktuell sind auf der Gefahrenkarte grosse Teile von Beckenried punkto Risiko in der roten Zone. Der vom Bundesamt für Umwelt geforderte Grenzwert für das individuelle Risiko wird nicht erfüllt. Wird dieses Sicherheitsmanko mit den geplanten Massnahmen beseitigt?

Die Gefahrenkarte nach Massnahmen zeigt eindrücklich auf, wie sehr die Sicherheit des Dorfes erhöht wird. Die Natur wird immer stärker sein, doch mit den geplanten Massnahmen können wir sehr grossen Ereignissen ruhiger entgegensehen. Aktuell könnte bereits ein Unwetter, wie es etwa alle fünf Jahre vorkommt, sehr grosse Schäden anrichten. Wir können von Glück reden, dass wir in den letzten vier Jahren keine starken Gewitter hatten. Nun aber müssen wir dringend handeln.

Wenn man jetzt auf die Botschaft blickt und die hohe Zahl von 28,5 Millionen Franken sieht, erschrickt man. Kann sich eine Gemeinde wie Beckenried derart hohe Ausgaben noch leisten? Auch ohne jede Steuererhöhung.

Die Investitionen sind hoch, aber in diesem Umfang nötig, um die vorgegebenen Schutzdefizite zu beheben. Dank der Qualität der Massnahmen rechnen wir mit 19,38 Millionen Subventionen von Bund und Kanton. Diese reduzieren die Belastung für die Gemeinde erheblich. Der Finanzplan gibt uns die Sicherheit, dass wir die Kosten tragen können. Auch muss man hier erwähnen, dass diese Investitionen ja auf über zehn Jahre verteilt werden.

Der jetzigen Abstimmung ging eine doch sehr lange Planungsphase voraus. Ist dies üblich?

Bei einem Projekt mit solchen Dimensionen reden sehr viele Amts- und Fachstellen mit. Damit alle Anforderungen erfüllt werden können, ist in der heutigen Zeit eine derart lange Planungsphase wohl einfach nötig. Auch war es uns wichtig, die betroffenen Grundeigentümer in den Prozess miteinzubeziehen. Der Gemeinderat von Beckenried ist froh, dass nun endlich die Bagger auffahren können und die Sicherheit für unser Dorf wiederhergestellt wird.

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