NIDWALDEN: «Bedingungen waren für uns Gold wert»

Der Gigathlon-Tross hat sich gestern in Richtung Bern verabschiedet. Der lokale OK-Präsident Albert Blum zieht eine positive Bilanz.

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Gigathlon-Wettkämpfer werfen sich in Ennetbürgen in den Vierwaldstättersee. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Gigathlon-Wettkämpfer werfen sich in Ennetbürgen in den Vierwaldstättersee. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Während dreier Tage stand der Etappenort Ennetbürgen im Mittelpunkt des Gigathlons. Der polysportive Mega-Event brachte Tausende von Athleten und Betreuern in die Region. Auf der gestrigen 4. Etappe standen zunächst eine Schwimmstrecke von Kehrsiten nach Stansstad und eine Bike-Schlaufe ums Stanserhorn auf dem Programm, bevor die Velofahrer den 114 Kilometer langen Abschnitt nach Bern unter die Räder nahmen. Albert Blum, Gemeindepräsident von Ennetbürgen und lokaler OK-Präsident, erklärt im Interview mit unserer Zeitung, wie nachhaltig sich der Gigathlon auf den Kanton auswirken wird.

Welches Fazit ziehen Sie aus organisatorischer Sicht?

Albert Blum: Wir können nur die grössten Komplimente aussprechen. An alle Helfer aus den heimischen Vereinen, aber auch an die Armee und den Zivilschutz, die uns mit Manpower unterstützt haben. Alle waren zur rechten Zeit am richtigen Ort und haben tadellose Arbeit geleistet. Kurz: Es ist hervorragend gelaufen, auch die Zusammenarbeit mit Swiss Olympic als Dachorganisatorin des Anlasses. Natürlich ist während der drei Tage noch die eine oder andere Herausforderung aufgetaucht, aber diese konnten wir unter der Leitung von Stabschef Urs Fankhauser rasch ad hoc bewältigen, sodass die Athleten und Besucher gar nichts davon mitbekommen haben.

Haben Sie Rückmeldungen von der Polizei erhalten, wie es auf den Strassen gelaufen ist, wo Athleten und der Verkehr aufeinandertrafen?

Blum: Laut Polizei und auch Swiss Olympic ist der Gigathlon-Tross harmonisch mit dem Verkehr geflossen. Auch sind mir nebst den üblichen Blessuren, die zu solchen Sportveranstaltungen gehören, keine gravierenden Zwischenfälle von der Strecke zu Ohren gekommen. Einzig beim Einfahren am Mittwochmorgen musste sich ein Velofahrer nach einem Sturz mit Verletzungen im Gesicht vorübergehend im Spital behandeln lassen. Zudem kam es auf der 3. Etappe zu einer Konfrontation zwischen einem Landwirt und einem Biker, dieser Vorfall ereignete sich aber ausserhalb unseres Kantonsgebietes.

Die Aufräumarbeiten beim «Herdern»-Areal sind gestern bereits aufgenommen worden. Wie lange werden diese dauern?

Blum: Das Gros wird am Donnerstagabend bereits aufgeräumt sein, bis am Samstag werden auch die Gebäude gereinigt und das Festzelt abgebaut sein. Ob auch die Rollpiste noch speziell gesäubert werden muss, wird sich zeigen.

Ausser einem kurzen Gewitter am Dienstagabend lachte den Athleten die Sonne entgegen. Wie wichtig war das gute Wetter für Sie?

Blum: Die Bedingungen waren auch für uns Gold wert, vor allem, was das Land mit den vielen Zelten und Wohnmobilen der Athleten betrifft. Wir gehen davon aus, dass wir keinen Landschaden hinterlassen werden. Andernfalls besteht ein entsprechender Vertrag von Swiss Olympic mit der Genossenkorporation Ennetbürgen. Bei dieser Gelegenheit ist positiv hervorzuheben, dass wir vom Kanton, der die Etappe in Nidwalden überhaupt eingefädelt und zum allergrössten Teil finanziell getragen hat, auch materiell und personell grossartig unterstützt wurden. Ohne diese Unterstützung wäre es für Ennetbürgen schwierig gewesen, alles selbst zu bewältigen.

Haben Sie auch Echos von Athleten und Betreuern erhalten?

Blum: Wir haben von dieser Seite, auch von den Funktionären von Swiss Olympic, gesamthaft gesehen nur rühmende Worte entgegennehmen dürfen. Gerade von den Sportlern durften wir eine rechte Wertschätzung erfahren, was uns natürlich auch sehr stolz macht.

Wie wurde der Gigathlon von der Bevölkerung wahrgenommen?

Blum: Für mein Empfinden sind sehr viele Besucher vor Ort gewesen, um die Wettkämpfe respektive den Zieleinlauf live zu verfolgen. Ich denke, der Gigathlon ist für Ennetbürgen und den Kanton beste Werbung in eigener Sache gewesen.

Dann sind Sie überzeugt, dass die Region auch im Nachhinein davon profitieren wird, selbst wenn das Medieninteresse ungleich kleiner ist als etwa bei einer Tour de Suisse?

Blum: Ich bin mir sicher, dass dieses Sportereignis eine nachhaltige Wirkung haben wird. Wir haben auf engstem Raum mit See, Bergen und Flachstücken etwa für Velofahrer sehr viele Möglichkeiten zu bieten. Vor allem von den auswärtigen Athleten, die unsere schöne Gegend nun direkt erlebt haben, wird bestimmt der eine oder andere wieder hierher kommen.

Demnach wäre Ennetbürgen nicht unglücklich, wenn der Gigathlon-Tross bald wieder hier Halt machen würde?

Blum: Eine solche Anfrage würde uns ehren. Natürlich würden wir uns überlegen, wieder mitzumachen, wenn wir in organisatorischer Hinsicht die gleichen Voraussetzungen antreffen, wie es jetzt der Fall gewesen ist.