Nidwalden
«Bei Dämmerung leidet die Sicherheit»: Landräte fordern bessere Strassenmarkierungen

Leitlinien am rechten Strassenrand würden die Verkehrssicherheit massiv verbessern. Mit dieser Haltung ist der Wolfenschiesser Landrat Remigi Zumbühl in grosser Gesellschaft.

Matthias Piazza
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Die Strasse von Seelisberg nach Emmetten: Bei der Kantonsgrenze endet die rechte Strassenmarkierung.

Die Strasse von Seelisberg nach Emmetten: Bei der Kantonsgrenze endet die rechte Strassenmarkierung.

Bild: PD (Seelisberg, 13. März 2021)

Auf der Autofahrt von Seelisberg nach Emmetten erkennt Remigi Zumbühl sofort die Nidwaldner Kantonsgrenze. «Wenn ich Uri verlasse, endet auch die rechte Sicherheitslinie», erzählt der Wolfenschiesser FDP-Landrat. «Im Gegensatz zu vielen anderen Kantonen fehlen in Nidwalden solche Strassenmarkierungen häufig.» Für den Bauleiter, der häufig auf den Strassen der Zentralschweiz unterwegs ist, ist dies ein Missstand. «Vor allem bei Dämmerung oder sonst schlechten Sichtverhältnissen leidet die Sicherheit, wenn sich die Autofahrer nur an der Mittellinie ausrichten können.» Dann bestehe die Gefahr, dass die Autofahrer zu stark links fahren. Und die Leitsysteme moderner Fahrzeuge könnten nur dann dem Fahrer helfen, auf der Spur zu bleiben, wenn die Strasse Markierungen aufweise.

In einem Postulat an den Regierungsrat fordert er nebst Leitlinien am rechten Fahrbahnrand auf allen Kantonsstrassen auch Markierungen um alle Verkehrsinseln ausserorts und Leitlinien bei sämtlichen Kreiseln. Zudem seien Markierungen, Verkehrsinseln und Fussgängerübergänge auch innerorts zu prüfen. Auch sollten Markierungen immer instand gehalten werden.

Rund vier Franken für den Laufmeter

Auch wenn solche Markierungen von Gesetzes wegen nicht vorgeschrieben seien, erachte er die drei oder vier Franken pro Laufmeter als sinnvolle Investition in die Sicherheit. Die Kantonsstrasse im Engelbergertal sei ein gutes Beispiel dafür, wo solche Leitlinien bereits realisiert seien.

Mit dieser Forderung ist der ehemalige Wolfenschiesser Gemeinderat in grosser Gesellschaft. «Innert kurzer Zeit konnte ich 40, also zwei Drittel aller Landräte, quer durch alle Fraktionen, dazu bewegen, das Postulat zu unterzeichnen», erzählt er stolz. Entsprechend zuversichtlich ist er, dass das Postulat überwiesen wird. Zudem sei dies auch ein Anliegen aus der Bevölkerung. Der Regierungsrat hat nun ein halbes Jahr Zeit für die Behandlung im Landrat, also bis Anfang August. An der nächsten Landratssitzung vom 31. März ist das Geschäft noch nicht traktandiert.

Bereits der zweite Anlauf

Nun hofft Remigi Zumbühl, dass der Regierungsrat nicht einfach die Antwort vom Januar 2019 aus der Schublade ziehe. Damals hatte der Regierungsrat mit der Begründung «so wenig wie möglich und so viel wie nötig, um eine Überhäufung von Markierungen zu vermeiden» als Antwort auf eine Kleine Anfrage dem Anliegen eine Abfuhr erteilt. Und er hat sich auf den Standpunkt gesetzt, dass er sich damit an die Norm halte. «Bei einer Norm kann man aber von minimal bis maximal variieren», entgegnet Zumbühl. Auch verstehe er die Auslegung «so wenig wie möglich und so viel wie nötig» als Widerspruch. «Gilt es, so wenig wie möglich zu machen, um Kosten zu sparen oder so viel wie nötig? Wenn Letzteres zum Leitziel wird, sollte die Sicherheit vorgehen.»