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Nidwalden plant Ausbau der Deponie Cholwald

Der Kanton Nidwalden hat seine Abfall- und Deponieplanung überarbeitet. Während die Siedlungsabfälle dank der Sackgebühr zurückgegangen sind, neigen sich die Restlaufzeiten von Deponien für Bauabfälle zwischen 2026 und 2041 dem Ende.
Martin Uebelhart
Wird mit unverschmutztem Aushub von Baustellen aufgefüllt: Die Kiesgrube Ännerberg in Oberdorf. (Bild: PD)

Wird mit unverschmutztem Aushub von Baustellen aufgefüllt: Die Kiesgrube Ännerberg in Oberdorf. (Bild: PD)

Zur Abklärung des Bedarfs an Abfallanlagen sowie zur Festlegung derer Standorte erstellen die Kantone Abfallplanungen. Im letzten und im laufenden Jahr hat der Kanton Nidwalden seine aus den Jahren 2011/12 stammende Abfallplanung überarbeitet. In der Zwischenzeit hat der Regierungsrat die Planung genehmigt.

Pro Kopf fallen im Kanton Nidwalden jährlich rund 450 Kilogramm Siedlungsabfälle an, wie der Kanton in einer Medienmitteilung festhält. Von den insgesamt rund 19'000 Tonnen werden die Hälfte durch Recycling oder Kompostierung verwertet, die andere Hälfte in der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia in Perlen verbrannt. Die Abfälle werden zur Stromproduktion und zur Gewinnung von Abwärme genutzt.

Brennbare Abfälle gingen dank Sackgebühr zurück

Auffällig sei der Effekt der Sackgebühr, die 2014 in Nidwalden eingeführt worden ist, so die Mitteilung weiter. Seither konnte die anfallende Menge brennbarer Siedlungsabfälle um 43 Prozent gesenkt und die Recyclingquote auf den Schweizer Durchschnitt von etwa 50 Prozent angehoben werden. Bei den Abfallmengen werden in naher Zukunft keine sprunghaften Entwicklungen erwartet. Es ist von einer Zunahme im Rahmen des Bevölkerungswachstums auszugehen.

An Bauabfällen entstehen rund 250'000 Tonnen Material pro Jahr. Rund ein Viertel wird in den lokalen Bauschuttaufbereitungsanlagen zu Recyclingbaustoffen aufbereitet oder thermisch verwertet (Altholz). Die übrigen 75 Prozent werden abgelagert. Die Menge an Bauabfällen aus Abbrüchen und Aushüben ist in den vergangenen Jahren in etwa konstant geblieben. Seit der letzten Abfallplanung konnte jedoch der als Recyclingbaustoffe wiederverwertete Anteil von 8 auf 21 Prozent gesteigert werden.

Fünfte Etappe für die Reaktordeponie Cholwald

Knapp ein Prozent der Bauabfälle sei so stark verschmutzt, dass sie auf einer Reaktordeponie wie jener im Cholwald gelagert werden müssten, sagt Landwirtschafts- und Umweltdirektor Joe Christen (FDP) im Gespräch mit unserer Zeitung. Derzeit ist dort die vierte Etappe in Betrieb. Sie hat noch Platz bis im Jahr 2016, dann ist das verfügbare Volumen aufgebraucht. Darum soll es im Cholwald eine fünfte Etappe mit einer Kapazität von 521'000 Kubikmetern geben. Die Umsetzung sei Sache der Gemeinden: «Zuständig ist der KehrichtverwertungsverbandNidwalden», so Christen. «Die Aufgabe des Kantons ist es, zusammen mit den Gemeinden geeignete Standorte zu finden. Und der Regierungsrat ist die Bewilligungsbehörde.»

Wenig belastetes Bauabfallmaterial wird heute in der Deponie Rotzloch gelagert. Deren Restlaufzeit geht laut dem Kanton im Jahr 2029 zu Ende. «Bei den Bauabfällen entsteht sehr viel unverschmutzter Aushub», erläutert Joe Christen. Etwa wenn auf einer Baustelle der Keller ausgehoben werde. «Doch auch diesen kann man nicht einfach irgendwo hinkippen», betont er. Der unverschmutzte Aushub sei der grösste Teil des Materials, das abgelagert werden müsse, hält er fest. Dieser wird auf der zentralen Aushubverwertungsstelle zur Wiederauffüllung und anschliessenden Rekultivierung der Kiesgrube Ännerberg in Oberdorf verwertet. Dort ist noch Platz bis im Jahr 2041.

Auch bei den Ablagerungsstellen für unverschmutztes und wenig belastetes Material werde aufgrund der langen Planungs- und Projektierungshorizonte bereits an Nachfolgelösungen gearbeitet. «Derzeit sind wir daran, mögliche künftige Standorte zu prüfen», sagt Christen.

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