NIDWALDEN: Braukunst hinter Klostermauern

Die Brauerei Zweierlei hat sich im ehemaligen Stanser Kapuzinerkloster einquartiert. Die drei Nidwaldner Braukünstler hoffen, dass sie hier bald einen festen Platz finden.

Adrian Venetz
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Christian Niederberger, Martin Achermann und Hans-Peter Bucher (von links) in ihrer Kleinbrauerei. (Bild: Adrian Venetz (Stans, 27. Juli 2017))

Christian Niederberger, Martin Achermann und Hans-Peter Bucher (von links) in ihrer Kleinbrauerei. (Bild: Adrian Venetz (Stans, 27. Juli 2017))

Adrian Venetz

adrian.venetz@nidwaldnerzeitung.ch

Ein Schwall feuchtwarme Luft dringt aus der umfunktionierten Waschküche im ehemaligen Kapuzinerkloster Stans. Es riecht nach Hopfen und Malz. Lange muss man nicht suchen, bis man in diesem Gebäude die Kleinbrauerei Zweierlei findet. Konzentriert bei der Arbeit sind Christian Niederberger (40) aus Stans, Martin Achermann (51) aus Ennetmoos und Hans-Peter Bucher (55) aus Ennetmoos.

Die Idee, eine eigene Kleinbrauerei zu betreiben, hatten Achermann und Niederberger im Herbst 2015. Bald darauf folgte die Vereinsgründung. Neuland betraten sie nicht: Die beiden waren – und sind weiterhin – auch bei der Nidwaldner Kleinbrauerei Brisenbräu engagiert. Das Brisenbräu jedoch gibts nur aus dem Zapfhahn. «Wir hatten den Wunsch, auch Flaschen abzufüllen. Und so gründeten wir die Brauerei Zweierlei», erzählt Christian Niederberger. Vor einem Jahr stiess Hans-Peter Bucher hinzu. Kurz wurde überlegt, die Brauerei fortan «Dreierlei» zu nennen. «Aber Zweierlei ist der bessere Name», so Bucher. «Jetzt nennen wir uns halt Trio Zweierlei», meint er lachend.

Drei Flaschenbiere haben sie derzeit im Angebot: Zwölsch, z’Wiener und z’Schwarz – alle beginnend mit dem Buchstaben Z, das Markenzeichen der Brauerei Zweierlei. Hinzu kommen vier saisonale Biere, die nicht ganzjährig verfügbar sind. «Wir wollen vielfältig und offen sein, weitere Sorten werden folgen», sagt Martin Achermann.

Zwei ihrer Biere wurden im Mai an einem Bierwettbewerb in Densbüren AG ausgezeichnet. Bei der Kategorie Kölsch/Pils holte ihr «Zwölsch» sogar den ersten Rang, in der Kategorie Lager belegte das «z’Wiener» den dritten Platz. «Über diese Auszeichnungen haben wir uns natürlich riesig gefreut.»

Gebraut wird jeweils am Donnerstagabend

Zum Brauen treffen sich die drei Nidwaldner jeweils am Donnerstag nach Feierabend. «Nicht selten wird es Mitternacht, bis wir fertig sind», sagt Martin Achermann. Pro Abend stellen sie rund 200 Liter her. Fliesst ein Teil davon gleich wieder in die Kehlen der Hersteller? «Das Gemeine am Bierbrauen ist, dass man immer den Kopf bei der Sache behalten muss», sagt Martin Achermann schmunzelnd. Deshalb halte sich der Konsum während des Brauens in Grenzen. In der Freizeit aber trinken die drei Männer gern ihr eigenes Gebräu. «Es ist uns wichtig, dass wir Biere herstellen, die wir auch gerne trinken», ergänzt Christian Niederberger.

Verkauft werden die Fläschchen im Guetli-Shop in Stans. Über den Tresen gehen sie zudem in drei Stanser Gaststuben (Bistro 54, Sternen und Höfli/Wirtschaft zur Rosenburg). Auch am 3. Unterwaldner Biertag (Samstag, 14. Oktober, Aula Cher in Sarnen) wird die Brauerei Zweierlei ihren Gerstensaft dem Publikum vorstellen.

Bald ein Teil des neuen Kulinarikzentrums?

Und wie sieht die Zukunft aus? Das ehemalige Kapuzinerkloster in Stans wird bekanntlich zu einem Zentrum für regionale Kulinarik. Aus einem Wettbewerb ging das Projekt «Das kulinarische Erbe der Alpen» als Sieger für die weitere Nutzung des Kapuzinerklosters hervor. Wie Projektleiter Dominik Flammer auf Anfrage sagt, soll im Frühling 2018 mit den Bauarbeiten gestartet werden. Die Eröffnung ist im Herbst 2019 geplant. Dass die drei Nidwaldner Brauer in der alten Küche bleiben können, ist eher unwahrscheinlich, da auch dieser Raum umfassend renoviert wird. Sie haben aber gute Chancen, dass ihre Kleinbrauerei Zweierlei dereinst ein Teil der Kulinarikzentrums wird. Man habe bereits Gespräche mit Dominik Flammer geführt, und er zeigte sich sehr angetan von dieser Idee.

Hinweis

www.brauerei-zweierlei.ch