NIDWALDEN: Bürgenstock: Denkmalschutz verärgert

Im neuen Ferienresort werden 43 Millionen in Denkmalschutz-Massnahmen investiert. Dennoch ist die Denkmalpflege-Kommission des Bundes verärgert.

Robert Knobel
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Die Piazza vor dem künftigen Park Hotel. (Bild: Visualisierung Rüssli Architekten AG/ Bürgenstock Hotels AG)

Die Piazza vor dem künftigen Park Hotel. (Bild: Visualisierung Rüssli Architekten AG/ Bürgenstock Hotels AG)

In zwei Jahren soll das Bürgenstock Resort eröffnet werden. Seit 2008 plant und baut die Katara Hospitality Switzerland AG im Auftrag eines katarischen Staatsfonds, 485 Millionen Franken sollen insgesamt investiert, 400 Hotelzimmer und 68 Residenzsuiten realisiert werden.

Zwischen der Betreiberfirma Katara Hospitality AG und den eidgenössischen Denkmal- und Heimatschutzbehörden herrscht jedoch dicke Luft. Bernard Zumthor, Mitglied der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD), nimmt in der Zeitung «Le Temps» kein Blatt vor den Mund: Die Empfehlungen der Kommission würden einfach ignoriert. Und dem Kanton Nidwalden wirft er vor, das Projekt im Schnellzugstempo durchzuboxen und die denkmalschützerischen Aspekte zu übergehen.

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«Wir sind enttäuscht»

Unserer Zeitung gegenüber wählt Bernard Zumthor gemässigtere Worte. «Es ist klar, dass wir enttäuscht sind.» Er stört sich vor allem daran, dass die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen kaum funktioniere. «Wir haben ihnen beispielsweise nahegelegt, eine gründliche bauhistorische Analyse der Gebäude zu machen. Ob dies jemals umgesetzt wurde, wissen wir aber nicht.» Gesamtprojektleiter Bruno Schöpfer stellt klar, man habe sehr wohl umfassende Untersuchungen von einer externen Firma machen lassen. Offenbar wurde dies den Kommissionen aber nie mitgeteilt.

Kritik an der Kommission

Schöpfer kritisiert auch die Vorgehensweise der Kommissionen, die bislang drei Mal auf dem Bürgenstock waren: «Sie kamen jeweils für etwa zwei Stunden und nahmen sich nicht einmal die Mühe, die Gebäude von innen anzuschauen.»

Zusammen mit dem Kanton Nidwalden hat die Katara Hospitality bereits 2010 einen Denkmalschutzplan erstellt und investiert nach eigenen Angaben insgesamt 43 Millionen Franken in entsprechende Massnahmen. Der Nidwaldner Denkmalpfleger Gerold Kunz ist damit «sehr zufrieden», wie er sagt. «Zentral ist vor allem, dass die von weither sichtbare Hotelsilhouette erhalten bleibt.»

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Nidwaldner Zeitung oder im E-Paper.