Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

NIDWALDEN: Conrad Wagner: «Ich habe ein grünes Herz»

Die Grünen wollen nach vier Jahren Pause zurück in die Regierung. Landrat Conrad Wagner soll den Sitz erobern.
Martin Uebelhart
Conrad Wagner auf der Terrasse seiner Wohnung mitten in Stans. (Bild Corinne Glanzmann)

Conrad Wagner auf der Terrasse seiner Wohnung mitten in Stans. (Bild Corinne Glanzmann)

An Conrad Wagners Wohnhaus in Stans hängt ein grosses Plakat mit seinem Konterfei. «Grünwärts» ist als Schlagwort darauf zu lesen. Wagner will für die Grünen wieder einen Sitz in der Regierung erobern. Von 1998 bis 2010 war die Partei mit Leo Odermatt schon einmal in der Regierung vertreten – zunächst noch als Demokratisches Nidwalden. 2010 ging der Sitz im zweiten Wahlgang der Regierungsratswahlen an die FDP. Damals unterlag Conrad Wagner in der parteiinternen Ausmarchung Claudia Dillier. 2011 kandierte er zudem für die Nationalratswahlen.

Er sieht seine Kandidatur für die Wahlen vom 23. März in der Konti­nuität von Leo Odermatt. Dieser habe weithin anerkannt gute Arbeit geleistet in der Regierung. Die Grünen hätten durchaus Chancen, in die Regierung zurückzukehren.

«Ich bin eine Art Quereinsteiger», sagt Conrad Wagner über sich. Er habe nicht alle Stufen einer politischen Karriere durchlaufen. Seit 2006 sitzt er im Landrat und ist zurzeit 2. Vizepräsident des Parlaments. Die Anfrage fürs Parlament kam, als er 2004 von einem mehrjäh­rigen Aufenthalt aus den USA zurückkehrte. «Ich bin einer, der mit den Leuten in Kontakt ist», sagt Wagner.

Konkordanz in der Regierung

Von der Legislative in die Exekutive zu wechseln, reize ihn, hält er fest und stellt sich für die Regierung eine Zauberformel vor: 2 CVP, 2 FDP, 2 SVP und einen Grünen. Konkordanz in der Regierung. «Grüne und SP haben einen Wähleranteil von rund 15 Prozent», rechnet Conrad Wagner vor. «Darum wäre es durchaus angemessen, wenn die Linke ebenfalls in der Regierung vertreten wäre.» Neben einer zahlenmässigen Konkordanz ortet er auch noch eine inhaltliche: «Ich finde es wichtig, dass das ganze Meinungsspektrum der Bevölkerung auch in der Regierung vertreten ist. Alle sitzen an einem Tisch und diskutieren, bringen ihre Sicht­weise ein.» Ein Beispiel, wo er das erlebt, ist für ihn das Landratsbüro, dem er angehört. «Seit einer Gesetzesänderung sind alle Fraktionen im Büro vertreten. Ich habe den Eindruck, das bewährt sich für die Vorbereitung der Geschäfte im Landrat.» Köpfe stünden bei der Regierungsratswahl im Vordergrund, so Wagner. Das zeige sich daran, dass kaum je die scharfen Verfechter einer Parteilinie gewählt würden, sondern eher integrative Persönlichkeiten. Und als eine solche sieht sich Conrad Wagner. Diese Rolle habe er auch in der Partei.

Carsharing und Mobilität

Der 54-Jährige arbeitet heute mit seiner in Stans ansässigen Firma «Mobility Systems» als Mobilitätsfachmann und Projektleiter im Bereich Verkehrswirtschaft und ist Dozent an Fachhochschulen. Nach wie vor viel profitiere er von seinen sieben Jahren beim Marktforschungsinstitut IHA GFM in Hergiswil (heute GfK). «Das war eine gute Schule für meine unternehmerischen Tätigkeiten.» Diese umfassten unter anderem die Gründung der Autoteilet-Genossenschaft, die später in Mobility aufgegangen ist. Die Carsharing-Idee trug er später auch in die USA. Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist Wagner auch in verschiedenen Vereinen aktiv. Etwa als Präsident des Chinder­huis Nidwalden und des Vereins Innerschweizer Heimatschutz oder im Vorstand des Stanser Tourismusvereins. «Nidwalden und Stans sollen attraktiv und lebendig bleiben», ist ein Hauptanliegen von Conrad Wagner. Zum «Grünen» ist er nach dem ersten Studienjahr während eines Sommers auf der Alp geworden. Als militan­ter Grüner versteht er sich nicht. «Ich ha­be ein grünes Herz», sagt er. Sein Mobi­li­tätskonsum halte sich in engen Gren­zen. So besitze er kein eigenes Auto. Wenn nötig, könne er vom Mobility-Stand­ort gleich vor dem Haus profitieren.

Visionen für den Tourismus

«Wir werden das Wachstum von Nidwalden beobachten, unabhängig davon, ob die Grünen in der Regierung vertreten sind oder nicht», erwähnt er eine der Herausforderungen für den Kanton in den nächsten Jahren. 12 Prozent Wachstum für den Kanton Nidwalden erachtet Wagner als eher zu viel, selbst wenn sich die Geschwindigkeit im Vergleich zu den vergangenen beiden Jahrzehnten etwas verlangsamen soll. Mit Fragen der Siedlungsentwicklung, der Arbeit und der Freizeitgestaltung hängt für ihn auch ein weiteres Hauptthema zusammen: der Verkehr. Während früheren Generationen mit den Durchstichen am Lopper und am Seelisberg grosse Würfe gelungen seien, hätten es heutige Projekte schwerer. «Den Doppelspurausbau können wir nur mit regional- und bundespolitischer Hilfe schaffen.» Obwalden müsse ins Boot geholt werden, «denn mit Obwalden kommen wir über den Brünig nach Bern. Das hat eine nationale Bedeutung.» Allein als Region werde Nidwalden die nationale Finanzierung in Bern nicht zu Stande bringen. «Und wenn Hergiswil oder der Kanton meinen, wir könnten das selber zahlen, dann ist das wohl eine Illusion», betont Wagner.

Visionen hat er für den Tourismus: «Nidwalden muss seine bevorzugte Lage in den Voralpen besser nutzen», findet er. «Man ist schnell hier und kann die schöne Landschaft geniessen.» Und Conrad Wagner sähe den Kanton Nidwalden gerne wieder mit mehr als nur nationaler Ausstrahlung. «Das hatten wir auf dem Bürgenstock in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Mein Stolz wäre es, wenn dort wieder internationale Konferenzen stattfinden könnten.» Der Bürgenstock hätte das Zeug dazu, Konferenzen ähnlich jener kürzlich in Genf zu Syrien oder Anlässe wie ein Davoser World Economic Forum zu beherbergen, ist er überzeugt.

Bei einer Wahl in die Regierung könnte sich Conrad Wagner das freiwerdende Volkswirtschaftsdepartement sehr gut vorstellen. Das Wissen dafür habe er aus seinem Werdegang, aber auch aus seinen Vereinstätigkeiten, zum Beispiel im Tourismus.

Käme es zu grösseren Departementsverschiebungen in der Regierung, würde ihn auch die Baudirektion reizen. «Dort sind die Mobilität und der Verkehr mit drin, und im Rahmen von Agglomerationsprogramm und Siedlungsentwicklung gibt es Aufgaben, die zusammen mit den Gemeinden gelöst werden müssen.»

Das sagen andere im Landrat

Niklaus Reinhard, Landrat FDP:
«Ich habe Conrad Wagner als konstruktiven, engagierten und zugänglichen Landrat kennen gelernt. Gerne diskutiere ich mit ihm über sein Kernthema, die Mobilität und raumplanerische Fragen. Er lässt dabei auch andere Haltungen zu und schliesst sie in seine Meinungsbildung mit ein, es kann auch mal andersfarbig sein.»

Marianne Blättler, Landrätin CVP:
«Wenn ich im Landratssaal hinter mir ein herzhaftes Lachen höre, ist es sicher von Conrad Wagner. Sein Humor und sein positives Denken sind erfrischend. Er liest sich immer gut in die verschiedenen Dossiers ein. Für seine wichtigsten Anliegen wie Mobilität und Energie engagiert er sich mit Herzblut.»

Walter Odermatt, Landrat SVP:
«Ich schätze Coni als volksverbundenen Politiker, der sich Zeit nimmt, unter die Leute zu gehen. Im Landrat ist er gut vorbereitet, setzt sich ein für gute Lösungen, welche dem Kanton dienen. Ich denke da an das masslose Agglo-Programm. Da hat er eine klare Meinung.»

Der Kandidat persönlich

Werdegang
Studium der Pädagogik und der Psychologie. Weiterbildungen in Wirtschaft, Management und Mobilitätsmanagement; Marktforscher; Carsharing-Projekte; Dozent.

Familie
Verheiratet mit Yolenny Ramos, Vater eines achtjährigen Sohnes.

Internet
www.facebook.com/ConradWagnerRegierungsratskandidat

Lieblingsort
«Das Aawasseregg in Buochs. Ich mag das Rauschen der Wassers und den Blick in die Weite über den See.»

Lieblingsmenü
Arroz con gris (kubanisches Gericht mit Reis und schwarzen Bohnen).

Aktuelle Lektüre
«Ich lese in erster Linie Zeitung, die ‹Neue Nidwaldner Zeitung› und die NZZ.»

Schönste Kindheitserinnerung
«Die Zeit in der Pfadi gehört zu meinen schönsten Erinnerungen. Im Primarschulalter nahm ich an einigen Lagern teil. Die waren genial.»

Entweder – oder

Mozart oder Rolling Stones?
«Ich bin ein Kind dieser neuen Musikbewegung in den Sechzigerjahren. Die Rolling Stones signalisieren den unaufhaltsamen Wandel der Zeit und stehen für den nötigen Biss im Leben.»

Auto oder Zug?
«Es braucht eine Kombination von beidem. Dann ist man wirklich mobil.»

Städtereise oder Abenteuerferien?
«Städtereisen. Ich lebe auf dem Land, und manchmal zieht es mich in die grossen Metropolen.»

Kino oder KKL?
«KKL. Ich suche den grossen Konzertraum.»

Bratwurst oder Rindsfilet?
«Bratwurst. Die ist einfach und gut. Und passt auch gut zu einer Familie.»

Herbst oder Frühling?
«Der Frühling. Ich bin jeweils froh, wenn es wieder etwas wärmer wird draussen.»

Smartphone oder Papieragenda?
«Ich setze auf das Smartphone. Die Funktionalität ist grösser.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.