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NIDWALDEN: Crowdfunding entwickelt sich zum Trend

Sponsorenbeiträge zu generieren, ist harte Arbeit und nicht immer von Erfolg gekrönt. Als alternative Methode zur Geldbeschaffung bietet Crowdfunding den Vereinen eine neue Möglichkeit.
Amanda Amstad
Stefanie Gehrig, Rhönrad-Turnerin vom STV Buochs, beim Training. (Bild: Helen Röösli/PD)

Stefanie Gehrig, Rhönrad-Turnerin vom STV Buochs, beim Training. (Bild: Helen Röösli/PD)

Amanda Amstad

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Modernere Sportgeräte, neue Instrumente, ein modisches Dress oder ein Lager im Ausland, dies alles möchten die Vereine ihren Mitgliedern ermöglichen. Für die Umsetzung dieser Wünsche braucht es jedoch ein gewisses Budget, das die Vereinskasse nicht immer hergibt. Eine alternative Form zu bekannten Sponsoringmöglichkeiten bietet das Crowdfunding. Laut dem aktuellen Crowdfunding-Monitoring der Hochschule Luzern lassen sich mit dieser Methode der Geldbeschaffung über Plattformen im Internet verschiedenste Projekte finanzieren. Diese haben gemeinsam, dass in der Regel viele Personen einen oft kleinen Beitrag zur Verfügung stellen und so die Realisierung eines Projekts ermöglichen. Diese Möglichkeit der Finanzierung hat auch der Rhönradverein Buochs in Angriff genommen und ein Crowdfunding-Projekt gestartet, um die Anschaffung von neuen Rhönrädern finanzieren zu können. Erfolgreich konnten sie auf diesem Weg ihr Ziel erreichen.

Beim Crowdfunding gibt es nichts zu verlieren

«In unserem Verein hatten wir schon länger das Problem, zu wenige Rhönräder zu besitzen. Da kam dieses Projekt gerade gelegen», so Stefanie Gehrig, Rhönradturnerin im STV Buochs. Die Crowdfunding-Aktion des Turnvereins war eines der drei Startprojekte der Nidwaldner Kantonalbank, die mit der Luzerner Kantonalbank für die Plattform funders.ch kooperierte. «Crowd­funding war davor nie ein Thema bei uns. Als wir von der Aktion hörten, dachten wir, dass wir nichts verlieren können ausser der Arbeit, die wir dafür investierten», erklärt die Turnerin. Aus diesem Grund starteten sie ihr Projekt auf der Website, die von der Luzerner Kantonalbank betrieben wird. Darauf zu finden sind sowohl das Spendenziel wie auch der Zeitraum und die Beschreibung des Projekts. Mit spannenden, selbstdefinierten Gegenleistungen, Fotos und einem Video des Vereins versuchte der STV, die potenziellen Spender für sich zu gewinnen. Gehrig nennt weitere Punkte, die nötig sind, um solch eine Aktion erfolgreich durchzuführen: «Wichtig ist ein machbarer Geldbetrag. Denn wenn man den gesetzten Betrag nicht erreicht, bekommt man gar kein Geld, da es gar nicht erst von den Spendern eingezogen wird.» Dass der Rhönradverein seine Spendensumme mit 3000 Franken richtig budgetiert hat, zeigt auch der Erfolg. Die 19-Jährige erwähnt, dass der Verein gehofft habe, das Ziel zu erreichen. Sie waren jedoch überrascht, dass sie es sogar um 50 Prozent übertrafen und 4670 Franken einnehmen.

«Chatzemuisig» sucht Geld für Reise nach Schanghai

Stefanie Gehrig zieht ein positives Fazit: «Ich finde es mega cool. Wenn Vereine ein interessantes Projekt haben und das nötige Geld fehlt, so ist dies eine gute Idee, es über Crowdfunding zu probieren.» Dass immer mehr Vereine auf diesen Zug aufspringen und ihre Gelder so zu sammeln versuchen, bestätigt auch Simon Amrein, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Luzern: «Auch aus unseren Zahlen sieht man, dass Crowdfunding immer mehr in die Breite geht.» Dies treffe auch auf die Vereine zu, die zur Kategorie «Unterstützung und Spenden» gehören und im letzten Jahr in der Schweiz rund 17 Millionen Franken einnehmen konnten.

Seit gut einer Woche findet sich ein weiteres Vereinsprojekt auf der Seite funders.ch. So versucht die Buochser Gugge Chatzemuisig Spenden für ihren Gastauftritt am Baoshan International Folk and Art Festival in Schanghai zu sammeln. Das gesteckte Ziel für die nächsten sieben Wochen sind 5000 Franken. «Wir wollen für alle Mitglieder einen Teil der Kosten für die Flüge, Busfahrten sowie Ausflüge in Schanghai damit bezahlen. Das Ziel ist es, dass alle Musiker mitreisen können – auch die Lehrlinge, die nicht solch ein grosses Budget haben», merkt Jenny Schwyzer, Mitglied der Chatzemuisig, an.

In der Regel greift die Guggenmusig auf klassische Sponsorenkonzepte zurück, um Beiträge für Anlässe wie die Fasnachtseröffnung zu gewinnen. Für diese einmalige Gelegenheit, in das Land des Lächelns zu reisen, wollten sie etwas Neues ausprobieren. Schwyzer schaut dem Projekt positiv entgegen und hofft, bis zum Ende der Spendenaktion am 4. September das fehlende Geld noch zu sammeln. «Wir freuen uns auf jeden Fall sehr über die Möglichkeit, die Schweizer Tradition in China präsentieren zu dürfen.»

Hinweis

Weitere Infos zum aktuellen Crowdfunding-Projekt der Chatzemuisig gibt es unter:www.funders.ch/projekte/chatzemuisigbuochs

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