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NIDWALDEN: Das Kantonsspital hat die Geschäftsleute im Visier

Wer in Spitalpflege ist, lässt nicht zwingend seine Arbeit ruhen. Das Kantonsspital in Stans reagiert auf diesen Trend mit speziell ausgestatteten Suiten. Davon sollen indirekt alle profitieren, heisst es.
Matthias Piazza
So soll eine der neuen Suiten für Privatpatienten im Kantonsspital Nidwalden aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

So soll eine der neuen Suiten für Privatpatienten im Kantonsspital Nidwalden aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

«Viele Geschäftsleute wollen heutzutage auch während ihres Spitalaufenthalts weiterarbeiten.» Dies käme in Gesprächen mit Patienten immer wieder zum Vorschein, erzählte Urs Baumberger, Direktor des Kantonsspitals Nidwalden, als er an der gestrigen Medienkonferenz die neueste Innovation vorstellte. In den nächsten Monaten werden im vierten Stock acht Zimmer, die bisher für allgemeinversicherte Patienten waren, zu vier Suiten für Privatpatienten umgebaut. Diese stehen ab dem 1. August für Privatversicherte zur Verfügung. Sie sind mit eigenem Bad, Parkettboden, Grossbild-Fernseher ausgestattet und verfügen wahlweise über eine separate Lounge oder einen integrierten Businesscorner mit PC/Monitor, Drucker, Scanner, Kopierer. Selbst einen Sitzungsraum oder ein Esszimmer kann reserviert werden, falls zum Beispiel der runde Geburtstag in einen Spitalaufenthalt fällt. Halbprivatversicherte erhalten neu ein gehobenes Einzelzimmer statt wie bis anhin ein Doppelzimmer.

«Damit haben wir die notwendige Differenzierung zwischen Halbprivatversicherten und Allgemeinversicherten, welche in Doppelzimmern untergebracht sind, wieder hergestellt», erklärte Urs Baumberger. Rund eine halbe Million Franken investiert das Kantonsspital in den Umbau beziehungsweise in die Erweiterung der Privatabteilung, die bereits seit 2012 in Betrieb ist. Der Verlust der acht Zimmer für Allgemeinversicherte sei gut verkraftbar, da immer mehr Patienten ambulant behandelt würden.

«Der Grundversicherte kann in die Hände klatschen»

Der Bedarf dieser gehobenen «Spitalhotellerie» ist für Urs Baumberger aus mehreren Gründen ausgewiesen. «23 Prozent unserer Patienten sind zusatzversichert, also Privat- oder Halbprivatpatienten.» Für die Suiten geht er von einer Auslastung von rund 70 Prozent aus. «Somit haben wir noch Reserven für die erwartete Steigerung.» Die These, dass solche neue Angebote die Kosten im Gesundheitswesen noch weiter in die Höhe treiben, widerlegte er. «Der Zusatzversicherte zahlt das Zusatzangebot selber beziehungsweise über seine Krankenkasse. Der Kanton beteiligt sich nicht daran.»

Er sprach gar von einem Nutzen für alle. «Der Grundversicherte kann in die Hände klatschen, da mit den Einnahmen der Zusatzversicherten im ganzen Haus investiert wird. Von der neuen Eingangshalle zum Beispiel profitieren alle.»

Natürlich sei nicht von der Hand zu weisen, dass man in Zeiten der freien Spitalwahl um Patienten werbe. «Es ist ein bisschen ein Wettrüsten unter den verschiedenen Spitälern, die wie auch wir auf solche zusätzlichen Einnahmen angewiesen sind, um konkurrenzfähig zu bleiben», hielt Urs Baumberger fest.

Spitaldirektor erwartet Geburtenrekord

Die Rechnung scheint aufzugehen. Bei einem Betriebsertrag von 75,3 Millionen im vergangenen Jahr betrug der Gewinn vor Abschreibungen 8,2 Millionen Franken. Der sogenannte Ebitda-Wert belief sich demnach auf 10,8 Prozent. «Das ist ein guter Wert in unserer Branche.» Überhaupt sprach Baumberger von einem generell guten Geschäftsjahr 2017 mit sehr zufriedenen Patienten und Mitarbeiter und einer hohen Zahl von 538 Geburten, wobei die Hälfte der Eltern von auswärtigen Kantonen stammen. Für das laufende Jahr rechnet er gar mit einem Geburtenrekord.

Das Kantonsspital Nidwalden bleibt auch künftig in gewissem Sinne eine Dauerbaustelle. «Mit 295 Parkplätzen für Mitarbeiter, Patienten und die Spitex kommen wir in Spitzenzeiten an unsere Grenzen. Wir wollen nicht zuwarten, bis sich das Problem verschärft.» Geplant sind 71 zusätzliche Parkplätze auf der gegenüberliegenden Seite der Ennetmooserstrasse beim Personalhaus. Doch man wolle nicht allein auf den Individualverkehr setzen. Aktuell fährt nur zweimal in der Stunde ein Postauto zum Spital. Das soll sich ändern. «Wir sind im Gespräch mit dem Kanton, um den öffentlichen Verkehr zu optimieren.»

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