NIDWALDEN: Datenautobahn durchzieht den Kanton Nidwalden

Das Elektrizitätswerk Nidwalden baut sukzessive ein Glasfasernetz im Kanton auf. Eines der Themen an der «Haus + Energie».

Martin Uebelhart
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367 Kilometer Glasfaserkabel hat das EWN bis jetzt verlegt. Im Bild gespleisste Lichtwellenleiter-Fasern. (Bild: PD)

367 Kilometer Glasfaserkabel hat das EWN bis jetzt verlegt. Im Bild gespleisste Lichtwellenleiter-Fasern. (Bild: PD)

Ende Woche findet in Hergiswil die Fachmesse Haus + Energie statt. 13 Aussteller präsentieren sich Energie-Inte­ressierten, Hauseigentümern, Architekten oder Bauherren (siehe Kasten). Daneben sind zahlreiche Fachvorträge zu hören. Einer davon beschäftigt sich mit der Datenübertragung im Kanton Nidwalden über Lichtwellenleiter. 367 Kilometer Glasfaserkabel hat das Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN) bis jetzt im Kanton verlegt. «Betrachtet man die einzelnen Fasern, sind das 38 789 Kilometer», sagt EWN-Direktor Christian Bircher im Gespräch mit unserer Zeitung. «Wir sind dabei, unser Netz kontinuierlich auszubauen», so Bircher. «Wenn wir Hoch- oder Niederspannungsleitungen ausbauen, verlegen wir auch Glasfaserkabel.» Entlang der A 2 führt der Backbone – das Rückgrat – des EWN-Glasfasernetzes. «Weil derzeit die Autobahn saniert wird, erlaubt uns dies, auch den Backbone auszubauen», sagt der EWN-Direktor.

Das Netz wird noch feiner werden

Das Glasfasernetz setzt das Elektrizitätswerk für zahlreiche Nutzungen ein. Zunächst für das eigene Netz. «Wir betreiben einen so genannten Multiplexring, über den Telefongespräche, Messdaten, aber auch Schaltbefehle und Videosignale laufen.» Banken würden verschiedene Dienstleistungen über Glasfaser beziehen, erwähnt Bircher. «Weiter liefern wir dem Kanton Fasern für Datenverbindungen.» Viele Firmen nutzten Punkt-zu-Punkt-Verbindungen über Glasfaser. «Ein grosser Bereich ist natürlich das Kabelfernsehen Nidwalden. TV-, Internet- und Telefonsignale laufen ebenfalls über das Glasfasernetz.»

Vom Backbone aus erfolgt die Feinverteilung in die Ortschaften. «Derzeit reicht das Glasfasernetz rund 100 Meter an die Häuser heran», sagt Bircher. Von diesen Punkten aus erfolge der Anschluss der Gebäude über herkömmliche Kupferkabel. «Fiber to the home», also das Führen von Glasfasern bis ins Haus, sei in Nidwalden noch eher die Ausnahme. «Das ist derzeit auch noch nicht vordringlich», hält Bircher fest. Noch seien die Datenraten auch über «normale» Kabel mehr als ausreichend. «Irgendwann in den nächsten zehn Jahren wird jedoch ein noch feineres Glasfasernetz ein Thema», schaut der EWN-Direktor in die Zukunft. Während Glasfaserkabel und auch das Verlegen heute kaum mehr kosteten als gewöhnliche Kabel, sei das Aufschalten der Leitungen und das Anschliessen der Geräte deutlich teurer.

Martin Uebelhart

Fachmesse und Podiumsdiskussion

Haus + Energie red. 13 Aussteller präsentieren sich von Donnerstag, 21. Januar, bis Samstag, 23. Januar, an der Fachmesse Haus + Energie. Neben der Ausstellung wird auch eine Reihe von Fachvorträgen angeboten. Am Donnerstag um 19 Uhr findet eine Podiumsveranstaltung zum Thema Umsetzung der Energiestrategie 2050 statt. Unter der Leitung von EWN-Direktor Christian Bircher diskutieren Peter Keller, Nationalrat, Hans-Peter Nützi, Chef der Sektion Industrie und Dienstleistungen beim Bundesamt für Energie, Ueli Amstad, Regierungsrat, sowie Norbert Patt, CEO Titlis-Bergbahnen.

Hinweis
Haus + Energie, Schulhaus Grossmatt Hergiswil. Öffnungszeiten: Donnerstag, 21. Januar, und Freitag, 22. Januar, 16.30–21 Uhr; Samstag, 23. Januar, 9.30–13.30 Uhr. Eintritt frei. Weitere Informationen: www.energie-nw.ch