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NIDWALDEN: Der Nachwuchs kam verspätet und gleich doppelt

In Beckenried gibt es Schildkröten-Zwillinge aus einem Ei. Selbst im Zoo Zürich staunt man über das seltene Ereignis. Nun heissts bei den Haltern aufgepasst.
Markus von Rotz
Die kleinen Zwillinge mit einer Hibiskusblüte, die sie zum Fressen gern haben. (Bild Corinne Glanzmann)

Die kleinen Zwillinge mit einer Hibiskusblüte, die sie zum Fressen gern haben. (Bild Corinne Glanzmann)

Unternehmer und Gemeinderat Heinz Urech aus Beckenried ist noch immer entzückt: «Ich bin fast ausgeflippt, als ich die Schildkröten-Zwillinge gesehen habe.» Zur Welt kamen sie vor einer Woche. Es sind Exemplare der Griechischen Landschildkröte, der in der Schweiz am meisten verbreiteten Art. Äusserst selten aber sind Zwillinge, die beide aus dem gleichen Ei schlüpfen, wie der Zoologe Samuel Furrer vom Zoo Zürich auf Anfrage bestätigt. «Das ist nicht nur bei dieser Art selten.» Der Zoo hält Galapagos-Schildkröten. Sie brachten in den vergangenen 15 Jahren 65 Junge zur Welt, «aber alles sind Einzelkinder», sagt Furrer.

Fast unvorstellbar, dass sich zwei gepanzerte Tiere aus dem kleinen Ei von etwa fünf Zentimetern Länge gezwängt haben. «Wir wussten aufgrund der Grösse des Eis, dass sich etwas Spezielles anbahnt.» Urech und seine Frau Jeannette haben aber eher befürchtet, dass es eine Missbildung geben könnte. Etwa ein Tier mit zwei Köpfen. Solche Bilder finden sich zuhauf im Internet.

Bald noch mehr Nachwuchs

Doch es kam anders und gut. Aus den zwei Dottern im gleichen Ei schlüpften zwei Lebewesen. Sie entwickeln sich bisher gut. Noch leben sie im Terrarium, und noch ist es zu früh, um sicher zu sein, dass sie überleben. Aber die Besitzer sind zuversichtlich. Sie sind nicht genau gleich gross und weisen kleine Unterschiede in der Panzerfarbe auf.

Das erleichtert es den Besitzern, die Entwicklung individuell zu verfolgen. «Die kleinere ist aktiver als die grössere», sagt Jeannette Urech. Auch noch unklar ist das Geschlecht, das sich in der Regel erst mit sechs, sieben Jahren eindeutig feststellen lässt. «Man sagt aber, man könne das Geschlecht beeinflussen. Wenn man die Eier im Brutkasten bei mindestens 31 Grad hält, soll es eher Weibchen geben.»

Aktuell halten Urechs neun Griechische Landschildkröten. Mehrere Eier der zirka 20jährigen Mutter der Zwillinge sind am Ausbrüten. Es gibt also bald noch mehr Nachwuchs. Unüblich spät, «wohl wegen des kalten Vorsommers», vermutet Jeannette Urech.

Grosse Nachfrage

Sie hat schon wiederholt Jungtiere auswärts platziert, die Zwillinge will sie aber behalten. Die Kunde vom Nachwuchs spreche sich schnell herum, die Nachfrage sei gross. «Wir geben die Tiere aber nur an Besitzer weiter, die sie sicher in einem Aussengehege halten. Schildkröten sollte man nicht im Haus halten. Sie brauchen die Sonne.»

Die Liebe zu den Panzertieren entdeckte Jeannette Urech dank einem Tierarzt. Sie ging mit ihrem Hund zu ihm und lernte dort diese Art kennen. «Die ersten beiden hatte ich auch von ihm, vor zirka 15 Jahren.» Und sie habe sie zu Beginn ganz falsch gehalten, «weil in den gekauften Büchern viel Falsches über Ernährung und Haltung stand. Als die eine nach zwei Jahren starb, habe ich mich intensiv mit der Haltung von Schildkröten befasst.

Die Lebewesen faszinieren die Besitzer, da es noch «Urtiere» seien. Sie hätten auch eine gewisse Intelligenz. So suchen sie sich fürs Eierlegen den sandigen Teil im Gehege, wo sie die Eier gut verbuddeln können. Oder sie spüren, wenn ihre Halter Futter bringen. Die Haltung ist relativ einfach: «Man muss nicht wie mit einem Hund jeden Tag ins Freie. Zudem schlafen sie mehrere Monate im Jahr», schmunzelt Urech. Faszinierend sei, dass die Jungtiere, kaum auf der Welt, selbstständig sein müssen. «Die Mutter legt die Eier ab, und dann kümmert sie ihr Nachwuchs nicht mehr.» Weil Schildkröten gute Kletterer sind, müssen die Besitzer darauf achten, dass sie nicht aus dem Gehege fliehen können. «Und vor Krähen müssen wir sie schützen, damit sie die kleinen Tiere nicht aus dem Gehege holen», sagt Heinz Urech.

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