NIDWALDEN: Der Ständeratssitz dürfte begehrt sein

Therese Rotzer will den CVP-Sitz im Ständerat verteidigen. Ganz einfach dürfte dies nicht werden, denn auch die FDP steigt «auf jeden Fall» ins Rennen.

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Therese Rotzer-Mathyer. (Bild: PD)

Therese Rotzer-Mathyer. (Bild: PD)

Matthias Piazza

«Als Ständerat bekleidet man ein wichtiges und auch sehr interessantes Amt. Man kann viel erreichen, auch für den Kanton Nidwalden. Und das reizt mich», begründet die 50-jährige Therese Rotzer-Mathyer ihre Ambitionen, diesen Herbst für den Nidwaldner Sitz in der Kleinen Kammer zu kandidieren.

Drei Schwerpunkte setzen

Und sie weiss auch schon, wo sie ihre Schwerpunkte setzen will. «Ich will die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft verbessern», ist für die Verwaltungsratspräsidentin der Raiffeisenbank Vierwaldstättersee Süd und Tochter eines ehemaligen Inhabers eines Gewerbebetriebes klar. Sie stehe dem Gewerbe sehr nahe. Und als CVP-Politikerin sei ihr natürlich auch die Familie ein Anliegen. Auch der dritte Schwerpunkt ist für das Mitglied der landrätlichen Finanzkommission klar. «Gesunde Staatsfinanzen finde ich wichtig, einen besonderen Schwerpunkt möchte ich in Bern beim nationalen Finanzausgleich setzen, welcher für Nidwalden als Geberkanton mit seiner angespannten Finanzlage zu einer immer grösseren Belastung wird, zumal die Beiträge stetig steigen.»

Die Ennetbürger Juristin bezeichnet sich als lösungsorientierte Politikerin. «Ich stehe weder ganz links noch ganz rechts und decke damit eine breite Bevölkerungsschicht ab.» Sie ist zuversichtlich, im April von der CVP für die Ständeratskandidatur nominiert zu werden, zumal die Ortsparteien bis jetzt keine weiteren Kandidaten gemeldet hätten. «Ich gehe darum davon aus, dass mich die CVP ins Rennen schickt.»

Auf Kampfwahl eingestellt

Bei den Wahlen im Herbst stellt sie sich allerdings auf eine Kampfwahl mit Kandidaten anderer Parteien wie FDP und SVP ein. «Es wird eine Herausforderung sein. Die Chancen schätze ich aber als durchaus intakt ein, zumal die CVP als wählerstärkste Partei Nidwaldens den Ständeratssitz bis jetzt innehatte. Aber eine Wahl muss man immer gewinnen, das ist klar.» Sie werde die Politik ihres Vorgängers und Parteikollegen Paul Niederberger, der nach acht Jahren Ständerat nicht mehr antritt, weiterverfolgen. Auch als Ständerätin wolle sie das Amt als CVP-Kantonalpräsidentin behalten. «Ich finde Kontinuität wichtig. Und als Milizpolitikerin ist es mir wichtig, noch ein Standbein im Beruf zu behalten», weshalb sie als Juristin weiterarbeiten werde. Am 24. April nominiert die CVP für die Ständeratswahlen vom 18. Oktober.

Therese Rotzer ist im Berner Oberland aufgewachsen und hat an der Universität Bern Jus studiert. Seit 1994 wohnt sie in Ennetbürgen, wo ihr Ehemann Elmar Rotzer seit mehr als 20 Jahren als Gemeindeleiter und Diakon der Pfarrei St. Anton wirkt. Die Mutter zweier Kinder (13- und 17-jährig) ist seit ihrem Rücktritt als Oberrichterin selbstständige Rechtsanwältin und Notarin mit eigenem Büro in Buochs.

«Fähige Kandidatin»

«Mit Therese Rotzer haben wir eine fähige Kandidatin, die dank ihrer langjährigen Tätigkeit im Obergericht Nidwalden und als selbstständige Juristin eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung erlangte», kommentiert Erich Amstutz, Vizepräsident der CVP Nidwalden und Präsident der Findungskommission, die Kandidatur. Die Ortsparteien hatten bis Ende Jahr Zeit, ihre Kandidaten zu melden. Daraufhin habe sich als einzige die Ortspartei Ennetbürgen mit der Kandidatur von Therese Rotzer gemeldet. «Wir haben selbstverständlich mit weiteren potenziellen Kandidaten gesprochen. Sie haben uns aber aus verschiedentlichen Gründen abgesagt.» Wie sich die Kandidatenkonstellation im Herbst präsentiere, sei noch schwierig abzuschätzen. «Ich rechne mit einer Kandidatur der FDP. Ob die Grünen und die SVP auch Kandidaten ins Rennen schicken, wird sich zeigen», so Erich Amstutz. Kein Thema sei für die CVP eine Nationalratskandidatur. «Wir sehen im Moment keinen Grund, den Sitz des SVP-Nationalrates Peter Keller anzugreifen.»

Die FDP will auch

Auch die FDP bekundet Interesse am frei werdenden Sitz im Stöckli. «Wir werden auf jeden Fall einen Kandidaten ins Rennen schicken», ist für Kantonalpräsident Ruedi Waser klar. Die Ortsparteien haben noch bis Ende März Zeit, geeignete Kandidaten dem Kantonalvorstand zu melden. «Dann wissen wir, wie viele Kandidaten ihr Interesse an einem Ständeratssitz bekunden.» An der Nominationsversammlung im Frühling werden die Parteimitglieder dann ihren Favoriten küren. Der Nationalratssitz werde voraussichtlich nicht angegriffen.

«Gemäss heutigem Stand werden wir nicht für den Ständeratssitz kandidieren», ist für SVP-Kantonalpräsident Christoph Keller klar. «Diese Vakanz sollen die anderen Parteien unter sich ausmachen. Die SVP werde sich darauf konzentrieren, den Sitz von Peter Keller zu verteidigen.

Noch völlig offen ist, ob die Grünen ebenfalls ins Rennen um den Ständeratssitz steigen, wie Vizepräsidentin Linda Näpflin auf Anfrage erklärt. «Wir lassen uns noch Zeit, da wir im Gegensatz zu anderen Parteien nicht unter Druck stehen.»