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NIDWALDEN: Der Umzugswagen ist Ehrensache für die Ajäxler

Der grosse Fasnachtsumzug in Stans weist 38 Nummern auf. Mittendrin: Die Truppe von Ajax Wälläbärg. Und dies bereits seit Jahren.
Oliver Mattmann
Martin Odermatt (links) und Adrian Christen beim Montieren eines Geländers für den Wagen Ajax Wälläbärg. (Bild Corinne Glanzmann)

Martin Odermatt (links) und Adrian Christen beim Montieren eines Geländers für den Wagen Ajax Wälläbärg. (Bild Corinne Glanzmann)

Nächsten Donnerstag gipfelt die Stanser Fasnacht mit dem grossen Umzug in einem ihrer Höhepunkte. Am Start mit der Nummer 13: Ajax Wälläbärg aus Wolfenschiessen. Bringt diese Zahl nicht Unglück? Pirmin Christen winkt schmunzelnd ab: «Wir sind nicht abergläubisch.» Sie seien sogar froh, jeweils eine möglichst frühe Umzugsnummer zu haben. «Dann herrscht bei den Zuschauern noch eine grössere Aufmerksamkeit», sagt Christen, der zur 15-köpfigen Wagenbautruppe gehört.

Schauspiel kommt vor Wagen

Seit Jahren beleben Mitglieder von Ajax Wälläbärg und ihnen nahestehende Personen die Fasnachtsumzüge in Stans und am Samstag in Engelberg mit einem selbst gebauten Wagen – und einem passenden Sujet. Details zum aktuellen Motto will Pirmin Christen verständlicherweise keine verraten. Aus ihrem Spruch «D Fraiä fend afä Windlä lismä, dass sie nimmä mend Pempers gislä» lässt sich zumindest ableiten, dass es um die neu eingeführte Sackgebühr gehen könnte.

In Stans dürften die Zuschauer gleich merken, worauf die Ajäxler mit ihrer Botschaft hinaus wollen. Ob dies auch in Engelberg, wo sich noch Touristen unters Publikum mischen, der Fall sein wird, ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. «In Engelberg wird unser Wagen jeweils aus einer anderen Warte betrachtet. Dort ist das Drumherum vielfach wichtiger als das Thema selbst», weiss Pirmin Christen aus Erfahrung. Für die Truppe steht indes nicht unbedingt der Wagen im Vordergrund. Dieser darf auch mal einen «Schönheitsfehler» aufweisen. «Der Wagen dient uns in erster Linie als Bühne, um unser Schauspiel aufzuführen», erzählt der 28-Jährige weiter. Deshalb wählen sie das Sujet häufig nicht nach bautechnischen Kriterien, sondern nach den Rollen, die sie auf die 15 Mitmachenden verteilen können.

«In die Gesichter der Leute zu schauen und deren Bewunderung für unsere Arbeit zu sehen, ist immer wieder Motivation, auch im nächsten Jahr einen Umzugswagen zu basteln», beschreibt Pirmin Christen die Gefühlslage, wenn ihnen jeweils Applaus aus dem Publikum entgegenbrandet.

Start vier Wochen vorher

Bei den Ajäxler ist es ohnehin quasi Ehrensache, eine Umzugsnummer zu stemmen. Dafür nehmen die Wagenbauer einigen Aufwand auf sich. «Wir beginnen rund einen Monat vor dem Schmutzigen Donnerstag», erklärt er. Früher taten sie dies bei teils klirrender Kälte in einem Schuppen in Altzellen, heute herrschen in einer Lagerhalle in Dallenwil angenehmere Voraussetzungen. «Wir treffen uns ein bis zwei Mal die Woche. Am Ende, wenn die Zeit knapp wird, setzen wir zu einem regelrechten Steigerungslauf an», lacht Pirmin Christen. Nervös werde niemand mehr, zu viel Routine weist die Truppe auf. «Selbst wenn wir am Donnerstagvormittag noch die letzten ‹Dachlattli› montieren, bevor wir uns auf den Weg nach Stans machen.»

«Hohen Besuch» gab es für die Ajäxler diese Woche von der Frohsinngesellschaft Stans, die den Umzug im Hauptort organisiert. «Das ist eine ganz coole Truppe», schmunzelt Frohsinnpräsident Niklaus Minder und erinnert sich an frühere Besuche bei ihnen, als sie noch in Altzellen unter schwierigsten Bedingungen ihre Gefährte zusammenbastelten. «Das sind pickelharte Typen. Toll, was sie jedes Jahr auf die Beine stellen.»

Mit Verpflegung im Gepäck

Überhaupt versetzen die Wagenbauer den Frohsinn immer wieder in Staunen, wenn dieser auf seiner traditionellen Tour in zahlreiche Bastellokale schaut und dabei eine willkommene Verpflegung im Gepäck hat. «Unsere Besuche erfolgen oft zu einem Zeitpunkt, an dem die Umsetzung noch in einer frühen Phase steckt. Dann, am Tag des Umzugs, sind wir überrascht, wie vielfältig die Wagen am Schluss herausgekommen sind», hält Niklaus Minder fest.

Ihre Besuche seien ein Zeichen der Wertschätzung, der Anerkennung für die Arbeit der Wagenbauer, die dafür sehr viel ihrer Freizeit opfern. «Und wir wollen die Leute auf diese Weise motivieren, den Umzug auch im nächsten Jahr wieder mit einem Wagen zu bereichern», so Minder. Dieser Punkt sei heuer besonders wichtig. Nachdem sich die Zahl der Wagenbauer über die vergangenen Jahre die Waage hielt, ist heuer ein kleiner Einbruch zu verzeichnen. «Es gibt immer wieder Gruppen, die eine Auszeit nehmen, um später wieder mitzumachen. In diesem Jahr sind es offenbar gleich mehrere», mutmasst Niklaus Minder. Er habe Verständnis dafür. Gleichzeitig hofft er aber, dass dieser Trend nicht anhält und «sich künftig auch neue Gruppen für eine Umzugsnummer engagieren.»

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