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NIDWALDEN: Der Wolf kommt nahe ans Dorf heran

Auf einer Wiese in Buochs sind drei Schafe angegriffen worden. Eines davon wurde gerissen. Mutmasslicherweise von einem Wolf.
Martin Uebelhart
Eines der verletzten Schafe in Buochs wird verarztet. (Bild: PD)

Eines der verletzten Schafe in Buochs wird verarztet. (Bild: PD)

Martin Uebelhart

Es war ein unschöner Anblick, der sich einem Buochser Kleinviehhalter bot. Auf der Weide Frohmattli in der Nähe der Kirche gleich oberhalb der Autobahn lag ein Schaf gerissen in der Wiese, zwei andere waren verletzt worden. «Beide mussten genäht werden», sagt Fabian Bieri, Leiter der Abteilung Jagd und Fischerei in der kantonalen Verwaltung auf Anfrage. «Den beiden Tieren geht es den Umständen entsprechend gut.»

Beim gerissenen Tier habe der Wildhüter eine DNA-Probe genommen, bestätigt Bieri einen «Tele 1»-Bericht. «Erst wenn diese in drei bis vier Wochen ausgewertet ist, wissen wir mit Sicherheit, ob es ein Wolf war», so Bieri. Höchstwahrscheinlich sei es einer gewesen. Vorausgesetzt, die Probe ist verwertbar, interessiert Fabian Bieri und seine Wildhüter, ob es ein Tier war, das schon einmal zugeschlagen hat, oder ein neuer Wolf.

Schafe auf Heimwiesen

Dass sich ein Wolf so nahe ans besiedelte Gebiet gewagt hat, überrascht Bieri nicht. «Wenn der Wolf Hunger hat und die Schafe hört oder riecht, sieht er sie als Beute an.» Da im Moment Schafe fast ausschliesslich auf den Heimwiesen gehalten würden und nicht auf den Alpen, wage sich das Raubtier eben in die Nähe von Siedlungen, wie das in der Nacht von Donnerstag auf Freitag geschehen sei. Die Herde von etwa zehn Tieren auf dem Buochser Weide sei ungeschützt gewesen. Auf seinen Jagdstreifzügen sei der Wolf vor allem nachts unterwegs. «Das Tier ist sehr scheu; wenn es Menschen in der Nähe hat, verschwindet es», so Bieri. Sollte man doch einmal einem Wolf begegnen, soll man ruhig rückwärtsgehen. Händeklatschen würde ihn vermutlich schon vertreiben. Die Geräusche von der Autobahn störten ihn dagegen offenbar weniger: «Wenn es ein Wolf ist, der schon länger in der Gegend ist, dürfte er sich etwas an die dicht besiedelte Landschaft gewöhnt haben.»

Alarm per SMS

Fabian Bieri weiss von weiteren Wolfsangriffen. Ende April wurde ein Schafriss in Emmetten registriert, knapp drei Wochen zuvor gab es einen Rehriss auf Urner Boden in Seelisberg. In allen Fällen wurden die Schafhalter mit einem Alarm per SMS gewarnt.

«Diese Alarmierungen klappen sehr gut», findet der Emmetter Schafhalter Beat Würsch. «Den Wildhütern und dem Landwirtschaftsamt muss man für ihren Einsatz ein Kränzchen winden.» Ein Wolf hatte im vergangenen Jahr auf seinem Land die Schafherde eines Kollegen angefallen und Tiere gerissen. Dass die Alarme nützlich seien, habe er kürzlich selber erfahren. «Als ein Wolfalarm für Seelisberg kam, waren meine Schafe dort ungeschützt auf einer Weide. So konnte ich sofort meine Schutzhunde zum Einsatz bringen», sagt Würsch.

Wolf ging in Uri in Fotofalle

Nach dem Rehriss in Seelisberg ist ein Wolf in eine Fotofalle der Urner Wildhut geraten. «Der Wildhüter hatte bei dem Reh die Falle aufgestellt», erzählt Fabian Bieri. Er hält weiter fest, dass es im Kanton Nidwalden noch nie so viele Sichtungen oder Übergriffe gegeben habe wie in den vergangenen Wochen. In der Schweiz gebe es in der Zwischenzeit etwa 30 Wölfe, sagt Bieri. Dabei seien die beiden Rudel in Graubünden und im Tessin mit eingerechnet. «Sollte ein Wolf innerhalb eines Monats 25 Schafe oder andere Nutztiere reissen, ist es gemäss des Wolfskonzepts möglich, einen Antrag auf Abschuss zu stellen.» Ein Teil von Nidwalden gelte als Wolfsgebiet. Daher würden Schaf­risse in diesem Gebiet nur angerechnet, wenn sie in einer geschützten Herde passieren, so Bieri. «Die Schäden werden aber in jedem Fall den Nutztierbesitzern zu 100 Prozent vergütet», hält Bieri weiter fest. Eingeschätzt werde der Schaden nach der Einschätztabelle für Zuchtschafe des Schweizer Schafzuchtverband. «Dort ist genau festgelegt, welchen Wert welches Schaf hat.» Es würden alle Schafe vergütet. Schafe ohne Stammbaum würden laut der Tabelle als «übrige Schafe» aufgeführt.

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