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NIDWALDEN: «Die Alten wird es in Zukunft brauchen»

Pensionierung immer ab 65 Jahren ist zu starr, finden zwei Landräte von der SVP. Sie fordern fle­xible Lösungen für kantonale Mitarbeiter.
Marion Wannemacher
Geht es nach den Motionären, soll das Gesetz beim Pensionsalter von Kantonsangestellten flexibler werden. (Archivbild Fabian Fellmann)

Geht es nach den Motionären, soll das Gesetz beim Pensionsalter von Kantonsangestellten flexibler werden. (Archivbild Fabian Fellmann)

Marion Wannemacher

Kantonsangestellte über 65 Jahre, die noch arbeiten möchten und sich dazu in der Lage fühlen, sollen das künftig auch dürfen. Zumindest wenn es nach dem Willen der Landräte Pius Furrer und Jörg Genhart (beide SVP) geht. Das Duo hat eine Motion eingereicht, in der sie den Regierungsrat auffordern, die gesetzlichen Bestimmungen im Personalgesetz anzupassen. «Ich bin schon 18 Jahre beim Kanton und kenne Leute, die gern länger über die Pensionsgrenze hinaus in Teilzeit arbeiten würden», sagt Pius Furrer, der als Bereichsleiter/Küchenchef bei der Stiftung Behindertenbetriebe Nidwalden arbeitet. Zwar sieht das Gesetz diese Möglichkeit bereits heute vor, räumt Parteikollege Jörg Genhart ein. «Doch dabei wird nicht das bestehende Arbeitsverhältnis weitergeführt, sondern ein völlig neuer Vertrag ausgehandelt», wobei etwa das Szenario von Lohnkürzungen nicht ausgeschlossen werden könne. «Vielleicht werden Stellen mit einer Lösung, wie wir sie vorschlagen, ein Stück weit attraktiver.»

Nach demografischer Entwicklung

In der Begründung ihres Vorstosses heisst es, dass der heutigen demografischen und gesellschaftlichen Entwicklung im Bereich der Lebensarbeitszeit flexibel Rechnung getragen werden müsse. Massgeschneiderte Lösungen gebe es bereits in Behindertenbetrieben, Spitälern oder Altersheimen, weiss Pius Furrer. Jörg Genhart sieht noch einen anderen Vorteil: «Flexible Lösungen können helfen bei Nachfolgeregelungen, etwa bei der Besetzung von Kaderstellen oder Schlüsselpositionen.» Sollte zum Beispiel die Einarbeitungszeit bis zur Pensionierung des Stelleninhabers zu knapp bemessen worden sein, könnte der Nachfolger noch etwas länger von dessen Anwesenheit profitieren, bis der Wechsel gänzlich vollzogen wird.

Platz machen für Junge?

Dass die älteren Arbeitnehmer den Jungen die Chance auf einen Arbeitsplatz wegnehmen könnten, befürchten die beiden nicht: «Die Alten wird es in Zukunft brauchen, sonst geht eine Menge Know-how verloren», sagt Pius Furrer. Ausserdem obliege die Entscheidung über eine Stellenbesetzung schliesslich dem jeweiligen Departementsleiter und dem Personalchef. Auch würden vergleichsweise wenige Arbeitnehmer über die jetzige Pensionierungsgrenze von 65 arbeiten wollen, vermutet Furrer. «Vielleicht sind das 3 oder 5 Prozent.»

Was die finanzielle Auswirkung der Aufweichung einer Pensionierungsregelung anbelangt, sind sich Pius Furrer und Jörg Genhart bewusst, dass dies Kosten für den Kanton nach sich ziehen könnt. Vielleicht könne eine Zusammenarbeit mit Pensionskassen Verluste auffangen, so Furrer. Die Investition in einen älteren Arbeitgeber lohne sich im Vergleich zu einer Besetzung mit einem jüngeren oder günstigeren Arbeitnehmer, die sich im Nachhinein womöglich als ungeeignet herausstellt.

Kein Gesundheitszeugnis

Voraussetzung für eine Verlängerung eines Arbeitsverhältnisses ist, dass der Arbeitnehmer dazu physisch in der Lage sein muss. Ein Gesundheitszeugnis ziehen die Politiker dabei nach eigenen Angaben nicht in Betracht. Kritische Stimmen habe es wegen der Finanzen auch innerhalb der SVP gegeben, räumt Jörg Genhart ein. «Grossmehrheitlich kann ich mir allerdings schon vorstellen, dass wir auch bei den anderen Parteien Gehör finden.»

Die Motion dürfte an einer der nächsten Landratssitzungen aufs Tapet kommen, nachdem der Regierungsrat sich schriftlich dazu geäussert haben wird. Sollte der Vorstoss dann eine Mehrheit finden im Rat, wird der Regierungsrat beauftragt, eine entsprechende Vorlage auszuarbeiten.

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