NIDWALDEN: Die Bevölkerung wird zum Verkehr befragt

Die Regierung startet eine Umfrage zum Verkehr. Die Nidwaldner können zu zahlreichen Themen Stellung nehmen.

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Der Kanton stellt Fragen zum Verkehr. Im Bild die Robert-Durrer-Strasse in Stans. (Bild Matthias Piazza)

Der Kanton stellt Fragen zum Verkehr. Im Bild die Robert-Durrer-Strasse in Stans. (Bild Matthias Piazza)

Martin Uebelhart

Der Regierungsrat will wissen, was die Bevölkerung zum Thema Verkehr denkt. Darum werden ab dem 26. Oktober 1300 Nidwaldnerinnen und Nidwaldner per Telefon befragt. «Es ist das erste Mal, dass wir eine umfassende Umfrage zum Strassenverkehr machen», sagt Hanspeter Schüpfer, Leiter der Fachstelle Öffentlicher Verkehr und Projektentwicklung, im Gespräch mit unserer Zeitung. «Im Gegensatz zu den regelmässigen Umfragen zur Kundenzufriedenheit im öffentlichen Verkehr.»

Auslöser für die Umfrage sei das Legislaturprogramm der Regierung von 2016 bis 2019, so Schüpfer. Vom Programm hat der Landrat Mitte Jahr Kenntnis genommen. Dort ist bei den Haupthandlungsfeldern zur Umsetzung des Leitbildes Nidwalden 2025 unter dem Punkt Mobilität als Stossrichtung vermerkt: «Beim motorisierten Individualverkehr wird die Strategie verfolgt, den Verkehr für die Wohnbevölkerung verträglich zu gestalten.» Gemäss dem Programm soll sich die Zufriedenheit der Wohnbevölkerung bezüglich Verkehr in den kommenden vier Jahren um zehn Prozentpunkte verbessern.

Schlaglöcher und Naturgewalten

«Wir machen jetzt eine Nullmessung. Wie ist die Einstellung der Bevölkerung zum Verkehr?» In vier Jahren könne man dann schauen, wie sich der Zufriedenheitsindex entwickle.

«Wir sind gespannt, was bei der Umfrage herauskommt», hält Schüpfer fest. «Wir haben einen Pretest gemacht und auch in Telefoninterviews hineingehört.» Er könne sich vorstellen, dass da einiges zurückkomme.

Gefragt werden die Umfrageteilnehmer zu unterschiedlichsten Themen. Neben dem motorisierten Individualverkehr geht es auch um Langsamverkehr wie Fussgänger oder Velofahrer. Wissen will der Kanton etwa, wie die bauliche Substanz der Strassen beurteilt wird, ob es zum Beispiel Schlaglöcher gibt. Über die Sauberkeit der Strassen werden Fragen gestellt oder auch zu Informationen über Baustellen oder Verkehrsbehinderungen. Wie werden die Sicherheitsstandards der Strassen für Autos und Zweiräder bewertet, wie der Schutz vor Naturgewalten? Abgefragt wird auch die Meinung zum Winterdienst. «Ein Thema wird auch das Vorwärtskommen sein», erwähnt Schüpfer. «Hat man das Gefühl, immer im Stau zu stehen? Wie sind die Wartezeiten bei Bahnübergängen?» Zudem habe man die Möglichkeit, mit offenen Fragen zu weiteren Kriterien Antworten zu erhalten.

«Das ist immer wieder ein Thema», meint Schüpfer zur Frage, ob denn Telefonumfragen in der heutigen Zeit noch funktionieren würden. Viele Leute haben kein Festnetz mehr oder die Nummer ist nicht in Verzeichnissen eingetragen. Es gebe schon noch ein paar Wege, wie man zu den Gesprächspartnern komme. «Es gibt auch noch andere Verzeichnisse als die offiziellen, oder die Anrufnummern können mit dem Computer generiert werden.»

Auswertung bis Frühling 2016

Die Auswertung der Umfrage soll dem Kanton bis Frühling 2016 vorliegen. Die Ergebnisse sollen als Grundlage dienen für Massnahmen zur verträglichen Ausgestaltung des motorisierten Individualverkehrs.

Was die Umfrage, die vom Berner Unternehmen Polyquest AG durchgeführt wird, kostet, will Schüpfer nicht sagen. Die Kosten lägen im Rahmen dessen, was solche Umfragen eben kosten würden.