NIDWALDEN: Die Bösen kommen ins Sammelalbum

Eine Stanser Firma gibt Sammelalbum und Bilder für das Eidgenössische Schwingfest 2016 heraus. Die Alben sind kürzlich fertig produziert worden.

Martin Uebelhart
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Werfen einen Blick ins druckfrische Sammelbuch für die Schwingerbildli: die Innerschweizer Cracks Benji von Ah (links) und Philipp Laimbacher. (Bild Corinne Glanzmann)

Werfen einen Blick ins druckfrische Sammelbuch für die Schwingerbildli: die Innerschweizer Cracks Benji von Ah (links) und Philipp Laimbacher. (Bild Corinne Glanzmann)

Martin Uebelhart

Vier Schwinger kreuzten kürzlich bei der Druckerei Engelberger in Stans auf. Nicht ohne Grund. Benji von Ah, Philipp Laimbacher, Remo Käser und Christoph Bieri konnten die letzten Arbeitsschritte zur Vollendung von «Der Schwingerkönig» miterleben. So lautet der Titel des Schwinger-Sammelalbums für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Estavayer von Ende August. Die vier Bösen durften die Druckbögen gleich selber in die Maschine einlegen, die sie zusammen mit dem Umschlag zum fertigen Heft zusammenheftet. Und anschliessend konnten sie zum ersten Mal im Werk blättern – freilich noch ohne die insgesamt 280 Bilder, die gesammelt, getauscht und ins Album geklebt werden können.

Es gab keine Fortsetzung

Herausgeber des Albums ist der Guetli-Shop in Stans respektive die Firma GSSH Projekte AG von Christoph und Patrick Gut. Auf die Frage, wie er auf die Idee gekommen ist, holt Patrick Gut ein wenig aus: «2010 gab es zum ‹Eidgenössischen› in Frauenfeld erstmals ein Album. Federführend war damals das Sportmuseum Schweiz in Basel.» Bestellen konnte man Album und Bilder vor sechs Jahren nur online. «Die Kunden haben uns im Shop gefragt, ob wir die Bildchen nicht auch verkauften», erzählt Patrick Gut. Also hätten sie sich bei der mitbeteiligten Schwingerzeitschrift «Schlussgang» Alben und Bilder beschafft. «Am Ende hatten wir gleich viele Schwingerbildli verkauft wie Bildli für die Fussball-WM, die im gleichen Jahr in Südafrika war.» 2013 habe er gedacht, dass dieses Album neuerlich erhältlich sein wird. «Als dann nichts kam, haben wir nachgeforscht und herausgefunden, dass das Sportmuseum die Finanzierung nicht hatte auf die Beine stellen können.»

Bei der Hochschule für Wirtschaft in Luzern sei dann eine Machbarkeitsstudie für das Album entstanden. «Das Fazit der Studie: Wenn man ein wenig risikofreudig ist, ist das durchaus ein Produkt, das Potenzial hat», sagt Gut. Vor anderthalb Jahren hätten sie sich dann entschieden, das Wagnis einzugehen. Das Heft entsteht in einer Auflage von 325 000 Exemplaren, 25 Millionen Bildli kommen in 5 Millionen Fünfer-Packs auf den Markt. Zunächst sei eine geringere Auflage geplant gewesen, sagt Patrick Gut. Aufgrund der Zusammenarbeit mit dem «Blick», der das Sammelheft seiner Sonntagsausgabe beilegen wird, sei das Projekt noch einmal eine Nummer grösser geworden.

Bildli wurden in Italien gedruckt

Während das Sammelalbum in der Schweiz entsteht, werden die Bilder in Italien gedruckt. «Wir haben in der Schweiz niemanden gefunden, der das machen kann», hält der Initiant fest. Insbesondere das Mischen der Bilder sei eine Wissenschaft für sich, mit der sich gar Mathematiker beschäftigen. In keinem Säckli dürfen zwei gleiche Bilder sein, in einer Box mit 50 Päckli nicht zweimal das gleiche Päckli. Das Album und die Sammelbilder kommen am 8. April auf den Markt. Sie werden an insgesamt 3500 Verkaufsstellen vertrieben, unter anderem an Valora-Kiosken, in Volg-Läden sowie an Tankstellen.

Bart gestutzt vor dem Fototermin

Der Obwaldner Schwinger Benji von Ah, der sich voll im Aufbautraining für Estavayer befindet, hält das Sammel­album für eine gute Idee. «Das hat 2010 schon grossen Anklang gefunden», sagt er. «Den Bart habe ich noch etwas zurechtgestutzt», weiss Benji von Ah vom Fototermin für sein Abziehbildli zu berichten. «Und meine Schwester hat mir auch noch in die Haare gegriffen», lacht er. «Sie ist Coiffeuse.»

Intensiv mit dem Schwingsport hat sich Initiant Patrick Gut erst im Rahmen des Projekts auseinandergesetzt. «Am ‹Eidgenössischen› in Stans 1989 habe ich als Pfadibub Getränke verkauft.» Mit den Kollegen von damals besuche er nun die Eidgenössischen Schwingfeste. «Ich bin richtig in diese Szene hineingekommen und finde es sehr interessant.»

Hinweis

Weitere Informationen: www.sammelkoenig.ch