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NIDWALDEN: Die Familienforschung lässt sie nicht mehr los

Margrith Bühlmann hat unzählige Stunden in die Ahnenforschung investiert und zwei Bücher über die Familie Barmettler aus Buochs verfasst. Die Suche nach den Wurzeln liegt im Trend, sagt eine Expertin.
Adrian Venetz
Margrit Bühlmann mit ihrer ersten Familienchronik der Buochser Barmettler von 1444 bis 2013. (Bild: Archivbild NZ)

Margrit Bühlmann mit ihrer ersten Familienchronik der Buochser Barmettler von 1444 bis 2013. (Bild: Archivbild NZ)

Wann heiratete der Urgrossvater? Wo kam die Schwester der Grossmutter auf die Welt? Leben entfernte Verwandte vielleicht weit weg auf einem anderen Kontinent? Der Blick in die eigene Familiengeschichte ist für viele Menschen zur Passion geworden. Und sie investieren unzählige Stunden, um den Ahnen auf die Spur zu kommen. Auch Mägi Bühlmann-Barmettler, geboren in Oberrüti AG, heute wohnhaft in Malters, wurde vor knapp 20 Jahren von diesem Virus erfasst – Genealogie lautet der Fachbegriff für die Ahnenforschung.

Ihr Grossvater ist im Gumpersbiel («Gungsi») in Buochs aufgewachsen, später lebten ihre Grosseltern im Oberbreitli in ­Buochs. Dort kam ihr Vater auf die Welt. Die Familie zog einige Jahre später in den Kanton Luzern. «Mich fasziniert das ‹Alte›. Die Frage, was meine Vorfahren gemacht haben, finde ich unglaublich spannend», erzählt Mägi Bühlmann. Ein Flair für Daten und Zahlen wurde ihr in die ­Wiege gelegt. «Schon als junges ­Mädchen wusste ich alle Jahr­gänge der elf Geschwister meines Grossvaters auswendig», sagt sie. Über all die Jahre hinweg hat sie bei ihren Recherchen so viele Informationen über ihre Ahnen gesammelt, dass sie sich 2012 entschloss, eine «Familienchronik Barmettler» herauszugeben. Das Buch erschien 2014 nach zwei Jahren intensiver Arbeit, und es gewährt einen Blick in die Familiengeschichte der Barmettlers bis zurück ins Jahr 1444.

Mobilität trägt zum steigenden Interesse bei

Damit aber war das Kapitel Ahnenforschung für Mägi Bühlmann-Barmettler noch nicht beendet. «Im Mai 2016 packte es mich wieder.» Und so begann sie, an einem zweiten Band zu arbeiten, der kürzlich erschienen ist und an zwei Vernissagen vorgestellt wurde. «Diesmal sind die Anhänge ‹Niederberger Buochs› und ‹Zumbühl Oberrickenbach› mit dabei», erklärt die Autorin. «Mein Urgrossvater hatte noch zwei Schwestern, die nach der Heirat Niederberger und Zumbühl hiessen. Im ersten Band hatte ich noch zu wenig Informationen über sie, weil Katharina Zumbühl-Barmettler nach Argentinien ausgewandert war.» Genug von ihrem Hobby hat Mägi Bühlmann noch lange nicht. «Ich werde die Ahnenforschung keineswegs ruhen lassen. Bestimmt finde ich wieder ein neues ‹Projekt Barmettler›.»

Eine Expertin auf dem Gebiet ist Therese Metzger aus Mün­sigen. Sie ist im Vorstand der Schweizerischen Gesellschaft für Familienforschung. «Das Interesse an der eigenen Familiengeschichte hat zugenommen», bestätigt sie. Über die Gründe könne man nur spekulieren. Die Globalisierung trage aber sicher dazu bei. «Früher wohnte man das ganze Leben im gleichen Dorf oder zumindest in der Region, wo auch die Vorfahren lebten. Man war verwurzelt.» In der heutigen mobilen Zeit gerate man eher in Gefahr, dieses Gefühl der Verwurzelung zu verlieren. «Die Ahnenforschung hilft, diese Wurzeln wiederzufinden.»

Welche Tipps gibt sie bei der Suche? «Man sollte immer bei den Lebendigen anfangen. Die Toten laufen einem nicht davon», meint Therese Metzger schmunzelnd. Wichtig sei es, sich möglichst viele Fragen zu notieren und dann bei den Eltern und Verwandten anzuklopfen. Lohnenswert sei oft auch ein Gang ins Staatsarchiv. Ein Knackpunkt dabei: «In unserem föderalistischen System bestehen teils unterschiedliche Rege­lungen, was die Benutzung der Staatsarchive angeht. Zudem ist der Bestand der Archivalien sehr unterschiedlich.» Therese Metzger spricht auch das Thema Datenschutz an. «Dieser ist für Ahnenforscher ein Problem – gerade am Anfang der Recherche. Auch dürftige Eintragungen in Kirchenbüchern sind häufig ein Grund, dass man nicht mehr weiterkommt.» Oder wenn man die alte deutsche Handschrift nicht lesen könne, stosse man ebenfalls rasch an die Grenzen.

Adrian Venetz

adrian.venetz@nidwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Die Bücher sind erhältlich bei Mägi Bühlmann-Barmettler, E-Mail: margi.buehlmann@bluewin.ch, sowie bei der Buchhandlung Stocker im Länderpark Stans, bei Jo-Jo Basteln und Wolle in Buochs sowie im Dorfladen Auchli in Wolfenschiessen.

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