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NIDWALDEN: Die Seilbahn ist der Lebensnerv für die Bergbauern

Die Seilbahn gehört auf dem Betrieb von Ueli Schmitter zum Alltag. Nun setzt er sich für den Erhalt solcher kleinen Seilbahnen ein – und will Hürden abbauen.
Paul Küchler Mitarbeit Martin Uebelhart
Der Verbandspräsident Ueli Schmitter-Keiser mit seiner Frau. (Bild: Paul Küchler)

Der Verbandspräsident Ueli Schmitter-Keiser mit seiner Frau. (Bild: Paul Küchler)

Mitte April wurde der Seilbahnverband Nidwalden gegründet. Mit dem neuen Seilbahngesetz seien für die Kleinseilanlagen immer strengere Vorschriften und immer mehr administrative Hürden verbunden, stellt Ueli Schmitter fest. Er präsidiert den neuen Verband, der knapp 40 Mitglieder zählt.

Oberhalb von Wolfenschiessen, auf rund 1200 Metern über Meer, liegt das Bergheimwesen Brändlen. Dort wohnen Ueli und Isabelle Schmitter-Keiser mit ihren vier Töchtern und ihrem Sohn. «Die Seilbahn ist für unseren Betrieb der Lebensnerv», betont Ueli Schmitter. Brändlen ist ein idyllischer Ort mit einer wunderbaren Aussicht und für viele Wanderer ein idealer Ausgangspunkt, Gleitschirmflieger starten hier für ihren Flug ins Tal.

Erschlossen seit fast 90 Jahren

Eine Strasse zu diesem Bergheimwesen gibt es nicht. Seit 1927 ist die Brändlen dafür mit einer Personenseilbahn erschlossen. Für die Familie Schmitter ist die Benützung der Bahn etwas Alltägliches. Zwei der Kinder sind bereits im Erwachsenenalter und haben schon eine Berufsausbildung hinter sich, zwei absolvieren gegenwärtig eine Lehre. Das jüngste besucht noch die Schule. Auch wenn das Leben auf dieser Höhe nicht immer einfach ist und oft grossen Einsatz erfordert – die Familie Schmitter wohnt gerne dort oben. Das zeigt ein Augenschein auf dem Hof. Im Hausgarten gedeihen neben Gemüse und Beerensträuchern verschiedene Blumen. Frei laufende Hühner fühlen sich sichtlich wohl, und ein Pfau mit langen Federn zieht seine Runden um die Gebäude herum. Die Stallungen für die 28 Mutterkühe der Dexterrasse mit etwa 30 Jungtieren und für die acht Ponys sind zeitgemäss eingerichtet. Viehzucht wird von Ueli Schmitter und seiner Familie mit viel Begeisterung betrieben. Der Biosuisse-Betrieb produziert Dexter Beef als Gourmetfleisch für die Direktvermarktung.

Existenzgrundlage für Bergbauern

Im Kanton Nidwalden sind Kleinseilbahnen an mehreren Orten die Existenzgrundlage für Bergheimwesen. Nur so können diese überhaupt noch bewohnt und bewirtschaftet werden. Die Seilbahnen transportieren neben Personen beispielsweise auch Heu, Milch oder Tiere. Ueli Schmitter kann seine Personenkabinen durch einen Viehtransporter auswechseln, sodass seine Tiere problemlos durch die Luft «schweben» können.

Der Verband will unter anderem die Interessen der Kleinseilbahnbesitzer gegenüber Behörden und Politik vertreten, und die Mitglieder sollen sich untereinander austauschen können. Aber auch um die Aus- und Weiterbildung sowie die Regelung einer Rettungsorganisation gemäss Vereinbarung mit der Organisation Alpine Rettung Schweiz will man sich kümmern. Das neue Seilbahngesetz biete bei der Auslegung einen gewissen Spielraum, sagt Schmitter. «Und diesen gilt es zu nutzen.» Selbstverständlich hat die Sicherheit für ihn Priorität. Deshalb würden auch die vorgeschriebenen Revisionen und Kontrollen gewissenhaft durchgeführt. Der Transport von Wanderern und Gleitschirmfliegern bringt für die Bahnbesitzer einen Beitrag an die recht hohen Unterhaltskosten. Auch für Ueli Schmitter. Denn das Brändlen-Seil ist für jedermann selbst bedienbar.

Zur Zukunft der «Bauernbähnli» sagt Schmitter: «Es ist mir ein grosses Anliegen, die Politik dafür zu sensibilisieren, dass die junge Generation so weiterarbeiten kann und dass zu diesem Kulturgut Sorge getragen werden kann.» Und man müsse sich bewusst sein: «Wenn Bähnchen durch Strassen ersetzt werden, haben touristische Nutzer das Nachsehen. Denn dann hat es garantiert ein Fahrverbot.»

Paul Küchler Mitarbeit Martin Uebelhart

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