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NIDWALDEN: Die Spitex wird noch mehr gefordert

Die Zahl der Leute über 80 verdreifacht sich in den nächsten 20 Jahren. Die vermehrt nötigen Spitex-Einsätze spüren auch die Gemeinden. Finanziell.
Die Spitex wird immer öfters gebraucht. (Symbolbild Neue NZ)

Die Spitex wird immer öfters gebraucht. (Symbolbild Neue NZ)

Die Spitex leistet nicht nur Pflegedienste, sondern hilft auch im Haushalt oder in der Mütter- und Väterberatung. Und diese Dienste sind je länger, je mehr gefragt – wegen der demografischen Entwicklung. Denn 90 Prozent der «Hauswirtschafts»-Stunden werden bei älteren Menschen geleistet, oft über einen längeren Zeitraum. Und die Leute werden generell immer älter. «Zudem haben viele alte Leute ein kleines oder gar kein soziales Netz», erläutert Walter Wyrsch, Geschäftsleiter der Spitex Nidwalden.

Mit Verdreifachung gerechnet

Und auch in Zukunft geht man von einer starken Zunahme aus. Bis in 20 Jahren rechnet man beinahe mit einer Verdreifachung der Anzahl Personen über 80 Jahre. «Das sind grosse Herausforderungen, die auf uns zukommen.» Im laufenden Jahr leisten die Mitarbeiterinnen der Spitex Nidwalden bei 453 Klienten über 20 000 Stunden im Bereich Hauswirtschaft. Tendenz klar zunehmend. Dafür verrechnet die Spitex ihren Kunden je nach Einkommen zwischen 24 und 33 Franken pro Stunde. Einen grossen finanziellen Beitrag leisten auch die Gemeinden. 981 000 Franken waren es im vergangenen Jahr. Die Kosten setzen sich aus den Grund- und variablen Kosten zusammen.

Massgebend für die Höhe der Grundkosten ist die Einwohnerzahl. Stans mit rund 8000 Einwohnern zahlte 2014 etwa 82 000 Franken. Die variablen Kosten bemessen sich nach effektiv geleisteten Stunden, am Beispiel Stans sind das etwa 109 000 Franken (bei 3600 Stunden und einem Ansatz von 30 Franken).

Oberdorf budgetiert für 2016 einen Spitex-Beitrag von 75 000 Franken – und damit 25 Prozent mehr als noch für 2015 eingeplant war. Budgets anderer Gemeinden weisen teilweise ähnliche Zunahmen auf. So fällt in Stansstad der Beitrag an die Spitex für 2016 voraussichtlich um 9000 Franken höher aus als im Budget 2015.

Schwer budgetierbar

Vreni Perret, die als Gemeinderätin und Delegierte der Gemeinden das Bindeglied zwischen der Spitex und den Gemeinden stellt, begründet die starken Schwankungen unter anderem mit der schweren Voraussehbarkeit der Kosten. «Wir richten uns beim Budgetieren nach den Kosten des vergangenen Jahres. Doch nur schon wenige Zu- oder Abgänge von Klienten können die Zahlen über den Haufen werfen, vor allem bei kleineren Gemeinden», erzählt die Emmetter Vize-Gemeindepräsidentin und Sozialvorsteherin, die das Phänomen aus eigener Erfahrung kennt. Die Grundtendenz zeige aber unübersehbar nach oben. 34 000 Franken zahlte die Gemeinde Emmetten 2014 an die Spitex. Sie geht davon aus, dass diese Kosten künftig steigen.

Bisher habe sich noch keine Gemeinde beklagt. «Das System funktioniert und ist für die Beteiligten tragbar», ist sie überzeugt. Zumal es auch kaum alternative Finanzierungsmöglichkeiten gebe. «Und mit der Mütter- und Väterberatung leisten wir ja auch Präventionsarbeit», gibt sie zu bedenken. Dieser Posten wird von den Gemeinden vollständig finanziert. Die Nachfrage hier nehme ebenfalls zu. Und Walter Wyrsch von der Spitex ergänzt: «Zunehmend haben die Mütter in den Beratungen nicht mehr nur Fragen zur Entwicklung des Kindes, sondern auch zu Erziehung und Beziehung.»

Anders sähe die Situation aus, wenn sich die Gemeinden anstelle des Kantons an den Pflegekosten der Spitex beteiligen müssten. «Dies wäre wohl für die Gemeinden nicht tragbar, zumindest nicht ohne Anpassung des Steuerfusses», hält Vreni Perret fest. Doch auch mit der bestehenden, bewährten Regelung müsse der Entwicklung der steigenden Spitex-Kosten grosse Aufmerksamkeit geschenkt werden, sind sich beide einig.

Matthias Piazza

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