Nidwalden
Ehefrau erschossen – Richter verurteilen Rentner zu sieben Jahren Haft

Schuldig wegen vorsätzlicher Tötung, urteilt das Nidwaldner Kantonsgericht. Der angeklagte 80-Jährige hatte seine Ehefrau mit einer Pistole getötet.

Lucien Rahm
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Er hat vor rund drei Jahren seine Ehefrau mit seiner Armeepistole getötet und danach umgehend die Polizei verständigt. «Ich habe vor einer Minute meine Frau erschossen, kommen Sie bitte vorbei. Es ging nicht mehr», sagte der heute 80-Jährige in seinem Notruf.

Für seine Tat verurteilt ihn das Nidwaldner Kantonsgericht nun zu einer unbedingten Haftstrafe von sieben Jahren, wie aus dem Urteilsdispositiv hervorgeht. Der Mann erhält zudem eine bedingte Geldstrafe von 9600 Franken. Bestraft wird er damit auch für eine Autofahrt in alkoholisiertem Zustand, bei welcher der Rentner einen Sachschaden verursachte. Als Verurteilter muss er zudem die Verfahrenskosten von knapp 67'000 Franken tragen.

Täter sprach von misslungenem Warnschuss

Die drei Kantonsrichter sprechen den Mann somit der vorsätzlichen Tötung schuldig. An der Verhandlung hatte er vergangene Woche ausgesagt, er habe lediglich einen Warnschuss abgeben wollen, um seiner Frau gegenüber ein Zeichen zu setzen. Diese hatte ihn zuvor jahrelang regelmässig beschimpft. Polizisten hätten später aber auch geschildert, der Mann habe bei der Festnahme erleichtert gewirkt und Sätze wie «endlich ist es fertig» ausgesprochen.

Die Staatsanwältin forderte eine Freiheitsstrafe von 12 Jahren. Der Verteidiger des Rentners verlangte einen Freispruch oder maximal einen Schuldspruch wegen Totschlags, bei einer Haftstrafe von höchstens zwei Jahren bedingt. Er und sein Mandant können das Urteil noch an die nächste Instanz weiterziehen. Die Berufungsfrist läuft bis kommende Woche.

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