NIDWALDEN: Eierstechen vor dem Griff zum Gewehr

Die Regierung will eine Praxisänderung beim Eingriff in Schwanenbestände herbeiführen. Abschüsse sollen das letzte Mittel sein. Sie wird damit beim Bund vorstellig.

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Schwäne auf einer Wiese bei Buochs. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Schwäne auf einer Wiese bei Buochs. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Die Empörung in Tierschutzkreisen war gross, als die Nidwaldner Regierung im November drei Jungschwäne zum Abschuss freigab, um deren Artgenossen vom Landwirtschaftsland auf der Allmend in Buochs und Ennetbürgen zu vertreiben. Auch wenn die unpopuläre, aber vom Gesetz her erlaubte Massnahme nicht fruchtete, verteidigte die Nidwaldner Justiz- und Sicherheitsdirektorin Karin Kayser das Vorgehen. Weitere Abschüsse werde es vorderhand aber keine mehr geben, versicherte die Regierungsrätin damals. Und so ist es bislang auch gewesen.

Die Regierung ist in der Zwischenzeit aber nicht untätig geblieben. Denn von alleine nimmt die aktuelle Überpopulation der majestätischen Vögel, die mit ihrem Kot Schäden am Kulturland der Bauern anrichten, nicht ab. «Wir werden beim Bundesamt für Umwelt vorstellig», hält Karin Kayser fest, «und werden eine Diskussion über die heutige Regelung bei der Bestandesregulierung von Schwänen verlangen.» Konkret will die Nidwaldner Regierung erreichen, dass früher mit Eierstechen während der Brutzeit in die Population eingegriffen werden kann.

Oliver Mattmann