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NIDWALDEN: Ein halbes Jahrhundert in der Firma

Mit 15 Jahren trat Alois Niederberger in die Leuthold Metallbau ein. Heute wird er pensioniert. Er blieb dem Arbeitgeber und dem Beruf fast 50 Jahre lang treu.
Martin Uebelhart
Alois Niederberger schiebt ein grosses Blech in die Abkantmaschine. (Bild Corinne Glanzmann)

Alois Niederberger schiebt ein grosses Blech in die Abkantmaschine. (Bild Corinne Glanzmann)

«Ich habe Glück, dass der Februar nur 28 Tage hat», meint Alois Niederberger schmunzelnd angesichts der Tatsache, dass man noch den ganzen Geburtstagsmonat arbeiten muss. Am 1. Februar hat er seinen 65. Geburtstag gefeiert und wird Ende Monat pensioniert. Angefangen hat sein Arbeitsleben vor fast 50 Jahren im Mai 1965, und zwar dort, wo er auch heute noch tätig ist: bei Leuthold Metallbau in Büren.

Mit dem Velo auf Bewerbungstour

«Man musste 16 sein, um eine Lehre anfangen zu können», sagt Niederberger. So war er zunächst als Hilfsarbeiter tätig, bevor er seine Ausbildung als Metallbauschlosser in Angriff nehmen konnte. Warum Metallbauschlosser? «Es war keine Lehrstelle als Velomechaniker frei», sagt er zur Begründung. Der Berufsberater hätte gemeint, Velomechaniker wäre was für ihn. «Letztlich wollte ich etwas mit Metall machen.»

So sei er eines Mittwochnachmittags mit dem Vater per Velo durch den Kanton gefahren, um sich bei den metallverarbeitenden Betrieben nach offenen Lehrstellen zu erkundigen. «Da sind wir auch bei Leutholds vorbeigekommen. Die Firma war damals noch an der Schmiedgasse in Stans.» In seinem Arbeitsleben hat er bei Leuthold Metallbau wohl so ziemlich alles gemacht. «Ich war in der ganzen Schweiz auf Montage», erzählt er. Und erinnert sich an seine ersten Einsätze ausserhalb der Werkhalle. «Das war noch als Lehrbub, als wir mit zwei Töffli und einem Veloanhänger den Allweg hinaufkrochen, um in Ennetmoos einen Zaun zu reparieren.»

Er hat auch den Umzug von Stans an den heutigen Standort im Industriegebiet von Büren direkt an der Engelbergeraa mitgemacht. «Die Firma zog nach und nach an den neuen Standort», erzählt Alois Niederberger. «Ich war bei den Ersten, die 1974 in Büren arbeiteten. 15 Jahre lang war er auch noch Vorarbeiter. Am Ende seines Berufslebens hat er vor allem mit Blechbearbeitung zu tun. Er bedient riesige Maschinen, mit denen Bleche entweder zugeschnitten oder umgebogen werden. «Ich kümmere mich um Kundenaufträge wie auch um firmeninterne Arbeiten», sagt er. Und schiebt ein riesiges Blechteil in die Abkantmaschine. «Solche Anlagen hatten wir noch nicht, als ich anfing», meint er. In den 50 Jahren hätte sich einiges gewandelt. Der Maschinenpark, die Schweisstechnik. Aber auch die Tatsache, dass früher das Material teuer gewesen sei, während es heute die Arbeit ist.

Auch im März noch anzutreffen

«Das ist ja auch etwas», kommentiert er den Umstand, dass er sein ganzes Arbeitsleben lang seinem Beruf und dem gleichen Arbeitgeber die Treue gehalten hat. «Solange man zufrieden ist, ist das natürlich schön», meint er. Und räumt gleichzeitig ein, dass er selbstverständlich nicht beurteilen könne, wie es an einem andern Ort wäre. Der Wolfenschiesser sieht vor allem auch die Vorteile: «Ich hatte einen kurzen Arbeitsweg und konnte mittags immer nach Hause zum Essen gehen.»

Und jetzt ist von einem Tag auf den anderen Schluss? «Das wäre der Plan gewesen», sagt Alois Niederberger. Über die Fasnacht habe er noch etwas freigenommen und habe einige Minusstunden angehäuft. Zudem habe er noch eine Arbeit angefangen, «die ich gerne beenden möchte». Also werde er im März noch ein wenig arbeiten gehen.

Bienen und Grosskinder

Langweilig dürfte es ihm auch als Pensionär nicht werden. Niederberger ist Imker. «Ich verweile gerne bei den Bienen.» Die fünf Grosskinder würden er und seine Frau ab und zu hüten. «Dafür habe ich dann jetzt auch mehr Zeit.» Im und um das Haus herum gebe es auch immer etwas zu tun. Und vielleicht lasse er sich auch einmal zu einer Reise mit seiner Frau überreden.

Seinen Geburtstag hat er mit der Familie schon gefeiert. Die Pensionierung feiert er heute mit seinen Arbeitskollegen. «Ich habe die ganze Belegschaft zum Mittagessen bei mir zu Hause eingeladen.»

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