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NIDWALDEN: Ein neues Zuhause gleich nebenan

Die Bewohner des Wohnhauses Mettenweg in Stans müssen bald einmal zügeln. Per Wettbewerb sucht die Gemeinde nach einem geeigneten Neubau-Projekt. Eine Verzögerung des rund 21 Millionen teuren Baus kann sie sich nicht leisten.
Franziska Herger
Hinter ihnen wird ab 2020 gebaut (von links): Heimleiter Markus Kayser, Gemeindepräsident Gregor Schwander und Gemeinderat Martin Mathis beim Wohnhaus Mettenweg. (Bild: Franziska Herger (Stans, 19. Oktober 2017))

Hinter ihnen wird ab 2020 gebaut (von links): Heimleiter Markus Kayser, Gemeindepräsident Gregor Schwander und Gemeinderat Martin Mathis beim Wohnhaus Mettenweg. (Bild: Franziska Herger (Stans, 19. Oktober 2017))

Franziska Herger

franziska.herger@nidwaldnerzeitung.ch

Im Wohnhaus Mettenweg in Stans lebt eine bunte Mischung von Menschen: Neben betagten Pflegebedürftigen zählen zu den 24 Bewohnern auch Menschen mit psychischer Beeinträchtigung oder Suchterkrankung. In ein paar Jahren müssen sie zügeln. «Die Bausubstanz und die Infrastruktur des Hauses entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen», sagt Heimleiter Markus Kayser. «So haben wir etwa noch Etagenduschen und keine Bettenlifte.» Die Gesundheits- und Sozialdirektion hat dem Heim die Betriebsbewilligung 2011 daher nur noch auf Zusehen hin erteilt. Gleichzeitig fehlen dem Kanton aber Pflegeplätze für Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf.

Die Lösung sehen Kanton und Gemeinde in einem Neubau mit acht Wohngruppen auf dem Areal Milchbrunnen zwischen dem heutigen Wohnhaus und der Stiftung Weidli. Die neu 45 Pflegeplätze sind weiterhin für eine heterogene, auch jüngere Bewohnerschaft gedacht. «Das ist das Erfolgsrezept des Wohnhauses», meint Gemeindepräsident Gregor Schwander. Neu sollen aber auch Pflegeplätze für Tetraplegiker oder Menschen mit mehrfacher Behinderung entstehen. Bei weiterem Bedarf ist das Gebäude aufstockbar. Durch die ­Erweiterung werden auch neue Arbeitsplätze geschaffen. Im daneben liegenden Haus Centro sind zudem Plätze für betreutes Wohnen geplant, etwa für Menschen mit psychischer Erkrankung, und im Haus Mettenweg sollen nach dem Neubau Privatwohnungen entstehen.

Wettbewerb kostet 440000 Franken

Der Neubau kostet voraussichtlich 21,5 Millionen Franken, woran sich der Kanton mit einem zinslosen Darlehen von 13,5 Millionen Franken beteiligt. Die ­übrigen 8 Millionen würden in Stans nicht zu Steuererhöhungen führen, sagt Gemeindepräsident Gregor Schwander. «Das neue Heim muss selbsttragend sein und die Investition durch den laufenden Betrieb zurückbezahlt werden.» Die Heimtaxen müsse man aber etwas erhöhen.

Doch zunächst sucht die Gemeinde per Wettbewerb ein geeignetes Projekt. In einem ersten Schritt werden acht bis zehn ­Anbieter aufgrund ihres Fähigkeitsausweises ausgewählt, und danach wird von einer Fachjury das beste Projekt bestimmt. Ein Kriterium sei etwa die Erfahrung bei vergleichbaren Projekten, sagt Gemeinderat Martin Mathis. «Gemäss Submissionsgesetz können sich Architekten aus fast ganz Europa bewerben.» Die örtliche Bauleitung werde in einem späteren Verfahren bestimmt.

Über den Wettbewerbskredit von 440 000 Franken stimmt ­ die Gemeindeversammlung am 22. November ab. Er setze sich zusammen aus Kosten für die Organisation und Durchführung des Wettbewerbs, der Entschädigung des Preisgerichts und der Teilnehmer sowie Rangprämien, so Mathis. Sagen die Stanser Ja zum Wettbewerbskredit, soll bis Ende Sommer 2018 ein Siegerprojekt ausgewählt werden und schon im Herbst 2018 der Planungskredit zur Abstimmung kommen.

Gemeindepräsident hofft ­ auf das Ja der Stanser

Eine Verzögerung kann sich die Gemeinde kaum leisten. Nur falls bis Dezember 2019 eine rechtsgültige Baubewilligung vorliegt, wird ihr die Rückzahlung der 13,5 Millionen an den Kanton teilweise erlassen – denn nur bis dann greifen die Übergangs­bestimmungen des kantonalen Gesundheitsgesetzes, welche dies vorschreiben.

Der Spatenstich ist für Herbst 2020 geplant, und im Jahr 2022 könnten die Bewohner ihr neues Zuhause beziehen. Ein ehrgeiziger Zeitplan. Doch die Stanserinnen und Stanser schätzten das Wohnhaus Mettenweg, sagt Gregor Schwander. «Ich bin zuversichtlich, dass sie sich für das Projekt aussprechen.»

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