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NIDWALDEN: Ein Oberdorfer Schlagzeuger, der überall mitspielt

Der Oberdorfer Jwan Steiner ist ein musikalischer Allrounder. Der Schlagzeuger, der auch schon mit den Jackson Five auf der Bühne stand, war in den letzten Wochen gleich zweimal in den Top Ten der Hitparade.
Franziska Herger
Der Schlagzeuger Jwan Steiner in seinem Element. (Bild: PD/Marco Sieber)

Der Schlagzeuger Jwan Steiner in seinem Element. (Bild: PD/Marco Sieber)

Franziska Herger

franziska.herger@nidwaldnerzeitung.ch

Wenn Jwan Steiner an seine Kindheit denkt, war da eigentlich schon immer ein Schlagzeug. «Mit acht Jahren habe ich mit Unterricht angefangen. Davor waren es die Töpfe und Pfannen meiner Mutter», sagt der Oberdorfer lachend. «Ein Klischee für einen Schlagzeuger, aber es war wirklich so.» Heute ist Jwan Steiner überall, in den letzten Wochen gar gleich zweimal in den Top Ten der Charts: Auf Platz sechs mit dem neuen Album «Softdrinks» von Dabu Fantastic und auf Platz sieben mit dem neuen Album seiner eigenen Band One Lucky Sperm, «Cream Fresh».

Dazu spielt der 32-Jährige seit sechs Jahren Schlagzeug in der Band des Luzerner Sängers Henrik Belden, ebenso lange ist er Teil der Band von «Art on Ice». Steiner machte auch schon moderne Volksmusik mit den Nidwaldnern von Quantensprung und spielt bei der Luzerner Rap-Crew «GeilerAsDu» mit. Ein ganz schöner Stilmix – und das passt so für Jwan Steiner. «Ich wollte immer schon mit ganz verschiedenen Menschen und Musikstilen arbeiten.»

Meinung des Vaters kippte ins Positive

Inzwischen wird Steiner regelmässig für die verschiedensten Kollaborationen angefragt. «Man macht sich beliebt, indem man seinen Job gut macht, ein Teamplayer und nicht zu kompliziert ist», erklärt er seinen Erfolg. Dieser gibt dem kleinen Jungen recht, der immer nur Schlagzeug spielen wollte. «Doch meine Eltern fanden nach der Schule, ich solle erst einmal etwas ‹Rechtes› lernen», erzählt Jwan Steiner.

Sein Vater war der langjährige Nidwaldner Polizeikommandant und Jurist Hans-Kaspar Steiner. «Und dann komme ich als Sohn und will Künstler werden», erinnert sich Jwan Steiner. Den Eltern zuliebe machte er eine vierjährige Lehre als Innendekorateur – um dann flugs an die Hochschule Luzern Musik zu wechseln, wo er zwei Master in Performance und Pädagogik abschloss. «Die Meinung meines Vaters kippte spätestens dann ins Positive, als ich in der Militärmusik spielte», meint Steiner mit einem Schmunzeln.

Heute lebt der Schlagzeuger in Luzern, unterrichtet jedoch noch zwei Tage die Woche 23 Schüler an der Musikschule Dallenwil. «Und es werden sogar noch mehr», freut er sich. Die Kinder und das Unterrichten gäben ihm viel, erzählt er, bedeuteten aber auch ein stabiles Einkommen. Und «Es ist der einzige Fixpunkt in meinem Terminplan. Alles andere verändert sich ständig.»

Jwan Steiners Partnerin ist Tänzerin und kennt das Künstlerleben. «Sie – und auch unsere lieben Eltern – unterstützen mich voll. Kurz nach der Geburt unseres Sohnes war ich drei Wochen auf Tour, meine Partnerin stand komplett dahinter.» Und auch dem inzwischen zweijährigen Sohn gefällt die Musik des Vaters. «Das Problem ist nur, dass er an Konzerten immer zu weinen anfängt, wenn ich von der Bühne gehe», sagt Jwan Steiner lachend.

Um die Familie und all die Projekte unter einen Hut zu bringen, braucht es Planung, oder wie Steiner es nennt «unordentliche Organisation». «Auch bei One Lucky Sperm bin ich etwas der Vorausdenker, der immer aufschreibt, was noch zu tun ist.» Am 9. Mai ist die Plattentaufe von «Cream Fresh» in der Luzerner «Schüür», dann sind rund zehn Schweizer Konzerte und eine Deutschlandtournee geplant.

«Eigentlich bin ich schon recht zufrieden»

Was möchte Jwan Steiner in seiner Karriere noch erreichen? Der Oberdorfer überlegt. «Eigentlich bin ich schon recht zufrieden, ich habe viel erlebt und bin viel gereist.» Bei «Art on Ice» ist er schon mit Simply Red, Donna Summer, Hurts und Nelly Furtado aufgetreten – «ein sehr surreales Gefühl, diese Riesenhits selber zu spielen». Ein Höhepunkt sei die Zusammenarbeit mit den Jackson Five im Rahmen der Eisshow gewesen. «Sie sind einfach Legenden, und dazu die Brüder von Michael Jackson.» Dann kommt Jwan Steiner doch noch ein Karrierewunsch in den Sinn: «Ich möchte einmal mit einem Schweizer Projekt auf grosse Europa-Tournee», erklärt er.

Und was würde er sagen, wenn sein Sohn eines Tages künstlerische Ambitionen anmeldet? Der Schlagzeuger zögert keine Sekunde: «Ganz klar: ‹Mach’s!›».

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