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NIDWALDEN: Einmal den Kanton umwandert – «ich war froh, dass es fertig ist»

Regierungsrätin Karin Kayser hat diesen Sommer den Kanton neu entdeckt. 200 Kilometer war sie zu Fuss unterwegs, 33 000 Höhenmeter absolvierte sie. Was ihre Wanderung mit Politik zu tun hat, sagt sie im Interview.
Franziska Herger
War nie allein unterwegs: Karin Kayser mit ihrer Tochter Eliane und deren Freund Andreas am Pilatus (von links). (Bild: PD)

War nie allein unterwegs: Karin Kayser mit ihrer Tochter Eliane und deren Freund Andreas am Pilatus (von links). (Bild: PD)

17 Etappen, fast 200 Kilometer und 33000 Höhenmeter: Regierungsrätin Karin Kayser hat Nidwalden im Sommer komplett umwandert (wir berichteten). Auf ihrer Website lud sie die Bevölkerung ein, die «Grenzerfahrung» mitzumachen. Was die Wanderungen ihr bedeutet haben und was ihr besonders blieb, sagt die Sicherheits- und Justiz­direktorin im Interview.

Karin Kayser, Sie haben Nidwalden einmal umrundet. Sehen Sie unseren Kanton jetzt anders?

Ich nehme ihn jetzt anders wahr, bin mir neuer Leute und Ecken bewusst geworden. Auch die abwechslungsreiche Landschaft hat mich beeindruckt – und der grosse Anteil an Schotter und Stein (lacht). Mir wurde auch bewusst, wie wichtig es ist, ab und zu den Horizont zu sehen. Oft ist man im Alltag gefangen. Da ist es gut, auf einen Berg zu stehen und in die Welt hinauszuschauen.

Haben Sie auch politisch neue Einblicke gewonnen?

Nicht zu einem konkreten Geschäft. Aber auch in Regierungsgeschäften stösst man oft an Grenzen, ob politischer, rechtlicher, inhaltlicher oder technischer Natur. Diese Grenzen mit dem Ziel in Einklang zu bringen, ist eine Herausforderung, beim Wandern und im Leben.

War es auch organisatorisch eine Grenzerfahrung?

Mein Mann und ich dachten zuerst, das Projekt in zwei Jahren zu schaffen, wäre schon super. Aber ich wollte es in einem Sommer probieren. Zum Glück klappte alles unfallfrei, und das Wetter spielte mit: Wir mussten nur drei Touren verschieben. Die Ostwand des Pilatus konnten wir wegen Regen aber nicht machen. Das will ich bald nachholen.

Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Den Grat bei den Walenstöcken mussten wir kletternd und mit einem Bergführer bezwingen. Die zehnstündige Tour war sicher körperlich eine Grenzerfahrung. Spannend war auch die schwimmende Überquerung des Alpnachersees. Und ich habe mich gefreut, dass mein 80-jähriger Vater einige Male mitkam.

Sie haben die Bevölkerung eingeladen, mit Ihnen zu wandern. Wer kam mit?

Auf der ersten Etappe waren mein Mann und ich zu zweit unterwegs, danach kamen jedes Mal 4 bis 17 Personen mit. Oft Freunde und Familie, doch es kamen auch Leute, die ich vorher noch nie getroffen hatte.

Wollten Ihre Begleiter mit der Regierungsrätin wandern oder politisch lobbyieren?

Es wurde natürlich auch politisiert. Schliesslich ist ja das ganze Leben politisch beeinflusst. Für meine Mitwanderer ging es aber vor allem auch darum, gemeinsam neue Seiten des Kantons zu entdecken.

Konnten Sie als Regierungsrätin einfach so weg?

Das Ende der letzten Etappe war zwar ein schönes Gefühl. Aber ich war auch froh, dass es fertig ist. Jetzt nach der Sommerpause hätte ich keine Zeit mehr für die Wanderungen samt Vor- und Nachbereitung. Zudem sind meine Gedanken jetzt bei den Regierungsgeschäften. In der Sommerpause konnte ich etwas loslassen.

Würden Sie Nidwalden noch einmal umwandern?

In dieser Form wohl nicht, das ist für mich abgeschlossen. Aber im Herbst möchte ich aufs Buochserhorn, um sozusagen von der Mitte auf Nidwalden zu schauen.

Interview: Franziska Herger

franziska.herger@nidwaldnerzeitung.ch

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