NIDWALDEN: Elegante Luftakrobatik im Akkord

So viele Fahrer hatte noch kein Hill Jam zuvor. Die 7. Ausgabe des Freestyle-Events zog die Leute scharenweise auf den Flugplatz Buochs Höhenflüge waren garantiert.

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Ein Teilnehmer am Hill Jam bei einem Sprung. (Bild Corinne Glanzmann)

Ein Teilnehmer am Hill Jam bei einem Sprung. (Bild Corinne Glanzmann)

Christoph Riebli

Der Hill Jam wächst und wächst: «Das ist ein absoluter Teilnehmerrekord», sagt Flavio Odermatt, OK-Mitglied des Freestyle-Events, auf dem Flugplatzareal in Buochs. 45 Freeskier und 27 Snowboarder (2014: 50 Teilnehmer) haben sich gestern in Sachen Big Air Sprungwettbewerb auf einer grossen Schanze – gemessen, bewundert von 1500 Zuschauern beim abendlichen Final. Das Feld der Teilnehmer stammte nicht nur aus der Region. Gar aus Deutschland, Holland und England waren sie angereist, um sich in Drehungen, Überschlägen und vor allem fliegerischer Eleganz zu übertreffen.

Bild: Corinne Glanzmann
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«Um Spass zu haben»

Einer von ihnen ist Sam Gaskin. Er sei zum Training hier, erzählt der 14-jährige Engländer gemeinsam mit vier Kollegen, die in Laax ein Camp besuchen. Ihr Entschluss, nach Buochs zu fahren, sei spontan gefallen: «Um Spass zu haben und sich zu messen.» Besonders von der grossen Rampe zeigte sich der Freeskier beeindruckt: «Für einen Gerüstbau ist das ziemlich hoch – 20 Meter!»

Für den Wettkampf hat er sich einen 540 Underflip mit Tail Grab vorgenommen, also eine 540 Grad «invertierte» Drehung, rückwärts gelandet. Und als wäre das nicht genug, hält er sich während des Sprungs noch die Skienden fest. Dies alles gelang ihm technisch einwandfrei, klappen wollte es bei ihm nur mit dem Tempo nicht so recht. «Mir fehlt noch etwas die Kraft, mich wegzudrücken», so der Oxford-Sportstudent.

Von 16 auf 20 Meter angewachsen

War bei den ersten Austragungen die Rampe zwischen 16 und 18 Metern hoch, wurde dieses Jahr erstmals auf 20 Metern Höhe Anlauf geholt. «Wir sprechen das mit den Fahrern ab und tun jeweils unser Möglichstes, deren Vorstellungen umzusetzen», sagt Flavio Odermatt. Dafür zuständig sind knapp 300 freiwillige Helfer. Neben zehn Lastwagenladungen Schnee aus Engelberg benötigt der Event auch eine lautstarke Beschallungsanlage: Die Musik und die Atmosphäre sind ebenso wichtig wie die Tollkühnheit der Fahrer.

Dass dabei nicht immer alles glattgeht, musste ein Fahrer während des Trainings schmerzlich erfahren. Er verletzte sich bei einem Sturz am Rücken und musste mit der Ambulanz in das Spital. Von der Afterparty liess er sich jedoch nicht abhalten, unter Krückeneinsatz.