Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

NIDWALDEN: Emmetten und Seelisberg wollen ihren Bus zurück

Mit dem neuen Winkelriedbus verliert Emmetten seine Busverbindung. In einem Brief an den Kanton fordern die Gemeinden, den Entscheid zu korrigieren.
Matthias Piazza
In Beckenried fährt der Bus nach Flüelen los. (Bild: Archiv / Neue NZ)

In Beckenried fährt der Bus nach Flüelen los. (Bild: Archiv / Neue NZ)

Matthias Piazza

«Wir sind konsterniert, fühlen uns vom Kanton übergangen», sagt die Emmetter Gemeindevizepräsidentin Vreni Perret gegenüber unserer Zeitung. Grund des Unmutes: Ab Fahrplanwechsel vom kommenden Dezember fährt neu der Winkelriedbus von Stans nach Altdorf – Beckenried und Emmetten bleiben aussen vor (wir berichteten). Die bestehende Postautoverbindung von Beckenried nach Flüelen, mit Anschlüssen von Emmetten und Seelisberg mit vier Fahrten pro Richtung, wird gestrichen. Sie bedauert auch den weggefallenen Bahnanschluss in Flüelen, den auch Pendler und Schüler benutzt hätten. Auch Touristen und Wanderer hätten das Nachsehen. Mit einem Brief an den Nidwaldner Regierungsrat fordert der Emmetter Gemeinderat, auf den Entscheid zurückzukommen und auf den Fahrplanwechsel vom Dezember 2016 den Fahrplan zu optimieren und die bisherige Postautolinie Beckenried–Flüelen zu belassen.

Man sei auch zu Kompromissen bereit. «Sollte der Winkelriedbus beim ‹Postillon› in Buochs halten, könnte man dort auf diesen umsteigen. So wären wir allenfalls bereit, die Kröte zu schlucken», so Perret. Besonders sauer stosse ihr die Tatsache auf, dass diese Linienänderung erst nach Ablauf der Vernehmlassungsfrist vorgenommen wurde und man so gar keine Gelegenheit gehabt habe, zu intervenieren.

Auch Beckenried und Seelisberg sind mit einem Brief ähnlichen Inhalts bei ihren Kantonsregierungen vorstellig geworden.

Aus der Zeitung erfahren

«Viele Bürger beschwerten sich bei uns über die Streichung des Busses, nachdem sie davon in der Zeitung gelesen hatten», sagt der Beckenrieder Gemeindepräsident Bruno Käslin. «Das bewog uns dazu, mittels Brief beim Kanton vorstellig zu werden.» Als kurzfristige Lösung könne er sich vorstellen, dass der Winkelriedbus bei Beckenried die Autobahn verlasse und einen Halt einlege.

«Langfristig fordern wir, dass der Bus in Beckenried bei der Schifflände und im Niederdorf hält und auch wieder beim Bahnhof Flüelen mit optimalem Anschluss an die künftige Neat.» Auch er bedauert, dass die Änderungen im Rahmen der Vernehmlassung nicht ersichtlich gewesen seien und man darum nicht habe reagieren können.

Auch im Landrat Thema

Regierungsrat Hans Wicki wollte gestern auf Anfrage keine Stellung nehmen, um nicht der heutigen Landratssitzung vorzugreifen, an der die Fahrplanänderung ebenfalls Thema ist. Die CVP-Landräte Alice Zimmermann (Emmetten) und Viktor Baumgartner (Beckenried) wollen mit einem einfachen Auskunftsbegehren von der Regierung wissen, warum die Strecke Stans–Altdorf bei der offiziellen Fahrplan-Vernehmlassung 2016 in der Feinplanung nicht berücksichtigt und die Station Beckenried gestrichen wurde. Zumal sie direkte Anschlüsse nach Emmetten/Seelisberg, ins Ski- und Wandergebiet Klewenalp sowie auf die Schiffskurse auf dem Vierwaldstättersee gewährleiste.

Zudem interessiert die Parlamentarier, warum der Regierungsrat überzeugt ist, dass der Winkelriedbus, ohne Anschluss in Beckenried, ein Renner werde.

Angebot rentiere nicht

Die Anpassung des jetzigen Angebots begründete Baudirektor Hans Wicki in einem früheren Zeitungsartikel mit der bescheidenen Nachfrage. Die bestehende Postautoverbindung von Beckenried nach Flüelen rentiere mit durchschnittlich 35 Personen pro Tag bei vier Kurspaaren oder vier Personen pro Fahrt nicht. «Ich müsste den Fahrpreis verdreifachen, wollte ich die Linie aufrechterhalten», äusserte er sich.

Von der Nachfrage überzeugt

Unter dem Strich bringe der Winkelriedbus für eine Mehrheit eine spürbare Verbesserung, erklärte er und gab sich von einer grossen Nachfrage nach der neuen Linie überzeugt. «Wir glauben, dass das Angebot ein Renner wird, dass täglich rund 200 Pendler den Bus auf dem Weg zur Arbeitsstelle in den Nachbarkanton benutzen werden.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.