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NIDWALDEN: Ende des Nachtsterns ist noch nicht verdaut

Zehn Politiker stellen sich der Wahl in den Regierungsrat. Am Podium redeten sie vor allem über den Nachtstern und übers Sparen.
Geri Wyss
Präsentierten sich vor einem vorwiegend jungen Publikum: (von links) Alfred Bossard, Conrad Wagner, Yvonne von Deschwanden, Res Schmid, Martin Zimmermann, ... (Bilder Corinne Glanzmann)

Präsentierten sich vor einem vorwiegend jungen Publikum: (von links) Alfred Bossard, Conrad Wagner, Yvonne von Deschwanden, Res Schmid, Martin Zimmermann, ... (Bilder Corinne Glanzmann)

Knapp zwei Wochen vor den Regierungsratswahlen konnten sich die Kollegischülerinnen und -schüler der 5. und 6. Klasse ein Bild von allen Kandidaten machen. Unter der Gesprächsleitung von Markus von Rotz, Redaktionsleiter unserer Zeitung, und dessen Stellvertreter Oliver Mattmann fand am Dienstagnachmittag im Kollegium St. Fidelis in Stans ein Podium statt. Wie die Fragen belegten, beschäftigte die jungen Leute in erster Linie die Streichung des Nachtsterns. Der Nachtbus, der Freitag- und Samstagnacht Richtung Nidwalden und Engelberg verkehrte, ist eingestellt worden, was das Budget 2014 des Kantons um rund 50 000 Franken entlastet.

10 bis 15 Personen pro Fahrt

Ob es keine Optimierungsmöglichkeit gegeben habe, statt gleich das gesamte Angebot fallen zu lassen, wollte eine Schülerin wissen. Baudirektor Hans ­Wicki antwortete, dass man lange über diverse Varianten nachgedacht habe. «Die Nachfrage zeigt, ob es den Nachtstern braucht», sagte er weiter. Rund 6600 Passagiere hätten den Bus über das ganze Jahr benutzt, was eine durchschnittliche Auslastung von 10 bis 15 Personen ergeben habe. Auf die Frage von Martin Zimmermann – der für die SVP einen dritten Regierungsratssitz erobern möchte –, wie viele denn regelmässig den Nachtstern benutzt hätten, streckte gegen die Hälfte der Schüler. «Der Landrat hat der Streichung als einem von rund 120 Sparvorschlägen der Regierung zugestimmt», erläuterte Wicki. Sein Departement habe die Kosten beim öffentlichen Verkehr von 9 auf rund 8,4 Millionen Franken jährlich gebracht. «Wir sind das eigentliche Spardepartement.» Alfred Bossard – der den frei werdenden Sitz von Gerhard Odermatt, FDP, erhalten möchte – regte an, Halbtax- und Generalabos zu verteuern. Sonst stimme die Opfersymmetrie zwischen Nutzern und Staat nicht mehr.

Nachtbus Aufgabe des Staates?

Der Regierungsratskandidat der Grünen, Conrad Wagner, glaubt, im ÖV-Rahmenkredit von 8,8 Millionen Franken für 2015/16 bestehe noch Potenzial, die Leistungen noch effizienter zu erbringen. Alfred Bossard bedauerte das Ende des Nachtsterns. Man hätte versuchen sollen, die Jungen noch mehr zum Benützen des Busses zu animieren. Karin Kayser, die wie Othmar Filliger neu für die CVP kandidiert, fragte, ob wirklich der Staat dafür sorgen müsse, dass Jugendliche frühmorgens nach Hause kämen. Auch Res Schmid (SVP) betonte die Eigenverantwortung. «Wir hatten das Problem früher auch. Wir sind nach Hause gelaufen oder haben uns so organisiert, dass einer nichts trank und noch fahren konnte.» Oder aber die Eltern hätten ihre Kinder geholt.

Für Martin Zimmermann wäre auch denkbar, dass der Nachtstern gesponsert würde, beispielsweise von einer Versicherung. Es gehe beim Nachtstern ja auch um Sicherheitsüberlegungen. Gesundheits- und Sicherheitsdirektorin Yvonne von Deschwanden wies darauf hin, dass es weitere Angebote für den Heimweg per ÖV gebe. «Man kann den letzten Zug um viertel vor eins nehmen.» Das Gelächter im Saal deutete darauf hin, dass viele Junge um diese Zeit noch nicht ans Heimgehen denken. Oder man könne in den ersten Zug am Morgen steigen, schob sie nach. Eine weitere Möglichkeit sei der Nachtstern N 13, der via Stans bis nach Altdorf fahre. Diesen erachtete Conrad Wagner wegen des langen Fahrweges via Luzerner Vorortsgemeinden als nicht ideal.

Höhere Steuern kein Tabu

Die Finanzlage des Kantons nahm ebenfalls einen grossen Teil der Diskussion ein. «Dem Kanton werden jährlich 20 Millionen Franken fehlen», sagte Landwirtschafts- und Umweltdirektor Ueli Amstad. Deshalb müsse man Leistungen wie den Nachtbus hinterfragen, um zu sparen. Mehrere Kandidaten machten klar, dass ein Leistungsabbau ein probates Mittel sei, um die Finanzen im Lot zu behalten. Eine höhere Verschuldung werde durch die Schuldenbremse limitiert.

Aber auch eine geringe Steuererhöhung ist für niemanden ein Tabu. Justiz- und Sicherheitsdirektor Alois Bissig verglich die Situation mit «Familienvater Nidwalden», der statt 100 nur noch 60 Prozent gearbeitet habe. Die Ausgaben seien aber weiter gewachsen. «Jetzt muss er sich entscheiden, halt wieder etwas mehr zu arbeiten.» Martin Zimmermann warnte aber davor, «die Milchkühe (die Reichen) noch mehr zu melken». Diese würden sich nicht damit abfinden und wegziehen.

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