NIDWALDEN: Endspurt bei der Kür der Kandidaten

FDP und SVP geben sich offiziell bedeckt, was die Kandidaturen für den Regierungsrat angeht. Beide Parteien wollen noch eine Vorauswahl machen.

Drucken
Teilen
Die Nidwaldner Regierungsratskandidaten im Überblick: Sepp Durrer (FDP), Walter Odermatt (SVP), Conrad Wagner (Grüne) und Josef Niederberger (CVP). (Bild: Keystone / Urs Flüeler)

Die Nidwaldner Regierungsratskandidaten im Überblick: Sepp Durrer (FDP), Walter Odermatt (SVP), Conrad Wagner (Grüne) und Josef Niederberger (CVP). (Bild: Keystone / Urs Flüeler)

Am kommenden Montag läuft die Eingabefrist für die Kandidaturen für die Nachfolge von Baudirektor Hans Wicki ab. Er will sich auf sein neues Amt als Ständerat konzentrieren und hat darum auf Mitte Jahr seinen Rücktritt aus dem Regierungsrat erklärt. Noch diese Woche werden CVP, FDP, Grüne und SVP an Nominationsversammlungen ihre Kandidatinnen oder Kandidaten festlegen.

SVP strebt Einervorschlag an

«Wir haben das Glück, dass wir auf Anhieb drei mögliche Kandidatinnen und Kandidaten gemeldet erhielten, als wir Ortsparteien und Landratsfraktion konsultierten», sagt SVP-Kantonalpräsident Christoph Keller auf Anfrage. Die Namen liess er sich nicht entlocken. Die Partei stecke nach wie vor in einer Vorqualifikation. Es habe sich gezeigt, dass für zwei der Kandidaten eine Kandidatur auch von der Arbeitgeberseite her möglich wäre.

Keller setzt nun auf eine interne Ausmarchung, die noch vor der Parteiversammlung vom kommenden Freitag stattfinden soll. «Der Kantonalvorstand, die Fraktion und die Ortsparteipräsidenten werden sich dafür treffen», so der Parteipräsident. Es sei das Ziel der Partei, sich im Vorfeld auf einen Einervorschlag zu einigen. «Die Zeiten öffentlicher Ausmarchungen sind vorbei», findet er. Denn dabei würden Verlierer produziert und «das ist nicht schön für die Unterlegenen», ist Keller überzeugt.

Dem Vernehmen nach sind die Hergiswiler Landrätin Michèle Blöchliger und der Stanser Land- und Gemeinderat Walter Odermatt die beiden internen SVP-Kandidaten. Walter Odermatt verhehlt gegenüber unserer Zeitung sein Interesse nicht. «Falls ich für den 28. Februar aufgestellt werde, rechne ich mir durchaus Chancen auf eine Wahl aus», hält er weiter fest. «Aber noch ist nichts definitiv entschieden.» Bei der internen Vorausscheidung würden gute Diskussionen geführt und alle Argumente in die Waagschale geworfen, sagt er.

«Das werden Sie dann sehen», sagt Michèle Blöchliger mit einem hörbaren schmunzelnden Unterton auf die Frage, ob ihr Name auf dem SVP-internen «Zweierticket» steht und verweist ebenfalls auf die Vorauscheidung. Auf jeden Fall ehre es sie, dass sie im Gespräch sei und «dass man mir ein Regierungsamt offenbar zutrauen würde».

FDP entscheidet heute Abend

Auch noch nicht abgeschlossen ist der Findungsprozess bei der FDP. Derzeit seien noch zwei ernsthafte Kandidaten im Gespräch, sagt Parteipräsident Ruedi Waser auf Anfrage. Konkrete Namen verrät er allerdings nicht. «Wir halten am Dienstagabend eine Sitzung des Kantonalvorstands ab», sagt er. «Dort werden wir entscheiden, ob wir der Parteiversammlung am Donnerstag eine oder zwei Personen vorschlagen werden.» Am Ende will die FDP mit einem Einervorschlag zur Wahl am 28. Februar antreten.

Waser räumt ein, dass er sich den Findungsprozess schneller vorgestellt hat. «Es ist eine spezielle Situation, die Suche war nicht einfach», hält er gegenüber unserer Zeitung fest. «Man tritt gegen drei Gegner und alle Parteien an.» Die Partei habe mit verschiedenen Persönlichkeiten gesprochen und sie für eine Kandidatur angefragt, sagt Ruedi Waser. «In den Gesprächen stellten wir fest, dass ein Wahlkampf ‹jeder gegen jeden› nicht eben motivierend wirkt und einige potenzielle Kandidaten sich nicht in diesen hineinbegeben wollten.»

Immer wieder zu hören im Zusammenhang mit der FDP-Kandidatur ist der Name des Wolfenschiesser Landrats Sepp Durrer. Er will seine Ambitionen mit Blick auf die Vorstandssitzung von heute Abend auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren.

Bereits seit Mitte Dezember stehen die Pläne der beiden anderen Parteien fest. Die CVP schlägt ihrer Nominationsversammlung vom Freitag den 59-jährigen Josef Niederberger aus Oberdorf vor. Niederberger sass von 2002 bis 2014 im Landrat und war 2012/13 dessen Präsident. Die CVP Oberdorf hat Niederberger am vergangenen Samstag offiziell für die Wicki-Nachfolge zuhanden des Nominationsparteitags am 8. Februar portiert.

Ebenfalls am Freitag bestimmen die Grünen ihre Kandidatur. Der Parteivorstand möchte mit Conrad Wagner ins Rennen gehen und nach sechs Jahren wieder einen Sitz in der Regierung erobern. Der 56-jährige Stanser ist amtierender Landratspräsident und hatte bereits 2014 bei den Gesamterneuerungswahlen für den Regierungsrat kandidiert. Er unterlag damals gegen die bürgerlichen Vertreter ebenso wie bei den Nationalratswahlen 2011 gegen Peter Keller (SVP).

Martin Uebelhart