NIDWALDEN: Erfolg rechtfertigt Mehrkosten

Der Nachtragskredit fürs Berghaus Jochpass ist bewilligt. Die Gemeinalpen können auch finanziell auf ein gutes Jahr zurückblicken.

Philipp Unterschütz
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Das neue Berghaus Jochpass am Eröffnungstag im Dezember 2014. (Bild Philipp Unterschütz)

Das neue Berghaus Jochpass am Eröffnungstag im Dezember 2014. (Bild Philipp Unterschütz)

Das Berghaus Jochpass, das Mitte Dezember 2014 eröffnet wurde, hat laut Schlussabrechnung der Baukosten gut 12 Millionen Franken gekostet, rund 2,2 Millionen mehr als geplant. Der entsprechende Nachtragskredit wurde an der Alpgenossengemeinde am Donnerstag im Gasthaus Schlüssel in Dallenwil gutgeheissen. Entstanden sind die Mehrkosten laut Bannwart und Baukomissionspräsident Norbert Fischer, weil nach Baubeginn unter anderem für die Lüftungsanlagen Planungsänderungen nötig waren. «Es brauchte mehr Aushub im Fels. Damit gab es rund 1000 Kubikmeter mehr Raum, und das Haus wurde etwas grösser.» Nachdem der Nachtrag schon letztes Jahr angekündigt worden war, stimmte die Versammlung dem Kredit diskussionslos zu. «Die Freude am gelungenen Berghaus Jochpass ist bei allen Genossen gross, das Projekt kommt sehr gut an», sagt Alpgenossenpräsident Ueli Niederberger. Auch die betrieblichen Abläufe funktionierten bestens, mit der Auslastung sei man angesichts der zu Saisonbeginn nicht idealen Schnee- und Wetterverhältnisse sehr zufrieden.

Strassensanierung angenommen

Bewilligt wurden von den Alpgenossen der acht Nidwaldner Gemeinalpen (Trübsee, Bannalp, Dürrenboden, Kernalp, Arni, Lutersee, Steinalp und Sinsgäu) auch die Kredite für die Strassensanierung auf den Alpen Dürrenboden (90 000 Franken) und Kernalp (30 000 Franken). Das Projekt, das sich über beide Alpen erstreckt, sieht vor, dass die steilsten Strassenabschnitte befestigt werden, während die flacheren Strecken neu gekoffert werden. Der Baubeginn wird noch im Sommer 2016 erfolgen, damit die Arbeiten vor Wintereinbruch im Herbst abgeschlossen sind.

50 Jahre auf der Alp Fulenwasen

Freuen durften sich die Alpgenossen auch über die positiven Rechnungsabschlüsse aller acht Alpen, vier konnten gar Rückstellungen machen. Diskussionslos wurden die Rechnungen genehmigt. Auf der Alp Lutersee konnte zudem eine Reduktion der Sömmerungskosten von 10 Franken pro Rind gemacht werden. «Die finanzielle Situation ist nach Abschluss des Strassenbaus wieder so, dass die vorübergehende Erhöhung des Sömmerungspreises nicht mehr nötig war», sagt Ueli Niederberger dazu.

Alle bisherigen Bannwarte und Hirten wurden zudem für ein weiteres Jahr gewählt. Besonders geehrt wurde Walter Waser, Schmitzboden Oberrickenbach. Er erhielt von den Bannwarten eine verdiente Laudatio, eine Holztafel und eine Flasche «Chrüter» für 50 Jahre auf der Alp Fulenwasen (Bannalp).

Philipp Unterschütz