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NIDWALDEN: Erst vier Wochen alt – und schon machen sie grosse Augen

Drei Bartkäuze haben auf dem Wirzweli das Licht der Welt erblickt. Der Eulenpfad ist das Werk eines Enthusiasten.
Martin Uebelhart
Die neue Bartkauz-Familie: die Mutter mit zwei Jungen, das dritte guckt unten links durch die Ritzen. (Bild: PD)

Die neue Bartkauz-Familie: die Mutter mit zwei Jungen, das dritte guckt unten links durch die Ritzen. (Bild: PD)

Martin Uebelhart

Richtig putzig sehen sie aus, die drei jungen Bartkäuze. Am 17. Mai sind sie geschlüpft. In diesen Tagen unternehmen sie die ersten Ausflüge ausserhalb des Nestes. «Fliegen können sie noch nicht», sagt Ernst Rechsteiner. Er führt seit 30 Jahren das Gasthaus Waldegg auf dem Wirzweli, und auf seine Initiative geht auch der Eulenpfad zurück. Im Gehege der Bartkäuze waren zunächst zwei Männchen untergebracht. «Vor drei Jahren hatte ich die Möglichkeit, ein Männchen gegen ein Weibchen auszutauschen. Die beiden haben sich gut verstanden, und jetzt gibt es zum ersten Mal Junge. Das macht mir grosse Freude.» Den Vögeln gefalle es hier nahe am Waldrand.

Noch rund zwei Monate lang werden sich die Eltern nun um die Fütterung der Jungen – in diesem Alter Ästlinge genannt – kümmern. Das Futter besteht in erster Linie aus Mäusen und Kücken, die Rechsteiner von Landwirten aus der Nähe bezieht. «Die Höhenlage des Wirzwelis ist ideal für die Bartkäuze, denn hier oben wird es nicht gar so heiss wie im Tal, und es geht immer ein Lüftchen», sagt er. Bartkäuze kommen in freier Wildbahn eher in nördlichen Gebieten vor.

Drei verschiedene Arten

Drei Gehege hat der Eulenpark, der auch zwei Brücken enthält. Neben den Bartkäuzen leben drei Sibirische Uhus und ein Steinkauz-Paar im Eulenpark. Es sind alles Zuchttiere. Den einen der Sibirischen Uhus, ein Männchen, hat Rechsteiner vor zwei Jahren selber von Hand aufgezogen, nachdem das schon ältere Muttertier die Eier nicht im Nest, sondern auf dem Boden gelegt hatte. «Das allerletzte Ei ist dann im Brutkasten geschlüpft», erinnert er sich. Er habe das Tier in dem Gehege mit dem Paar gut integrieren können. «Die beiden Hähne verstehen sich gut.»

Und woher kommt seine Begeisterung für Eulen und Uhus? «Ich bin im Rheintal aufgewachsen. Auf meinem Schulweg stand eine grosse Birke. Immer im Winter haben dort Waldohreulen Halt gemacht», erzählt Ernst Rechsteiner. Über 40 Stück habe er jeweils gezählt. «Ich konnte es jeweils kaum erwarten, wieder an dem Baum vorbeizukommen, obschon die natürlich am Tag geschlafen haben.» Und da er gerne zeichnete und malte, habe er Bilder der Tiere angefertigt.

Bartkäuze sind auch am Tag aktiv

Als auf dem Wirzweli vor Jahren Ideen für den Tourismus gesucht worden seien, hat Rechsteiner seinen Traum eines Eulenpfades eingebracht. «Das ist auf fruchtbaren Boden gefallen.» Über einen Kontakt von früher habe er die ersten Eulen gefunden, die Korporation habe Hand geboten für die Landnutzung, und auch alle notwendigen Bewilligungen habe er zusammenbekommen. «Niemand hat mir Steine in den Weg gelegt.» Seit 2004 ist der Eulenpark zugänglich. Vor allem bei Schulklassen und Familien mit Kindern ist die Anlage beliebt. «Man sieht auch etwas. Die Bartkäuze und die Uhus sind auch am Tag aktiv, und man kann sie in den Gehegen beobachten.» In der zweiten Sommerferienhälfte macht Ernst Rechsteiner jeweils am Freitagabend Eulenfütterungen. «Dabei erzähle ich den Gästen viel über die Tiere.»

Hinweis

Der Weg zum Eulenpfad hinter dem Restaurant Waldegg auf dem Wirzweli ist beschildert. Weitere Informationen: www.waldegg-wirzweli.ch

Mit dem Projekt des Sees harzt es

Gleich neben dem Eulenpfad sollte ab diesem Jahr eigentlich ein See die Wanderer entzücken. 2011 tauchte die Idee aus Tourismuskreisen erstmals auf. Ursprünglich sprach man von einer Realisierung bis 2015. Doch das Projekt kommt nicht vom Fleck. «Es fehlt der Rückhalt aller Beteiligten. Wir allein können das Vorhaben nicht stemmen», so Hanny Odermatt, Geschäftsführerin der Luftseilbahn Dallenwil–Wirzweli. Wichtige Fragen seien noch nicht geklärt, wie etwa jene nach der Finanzierung. Man spricht von Kosten von rund einer Million Franken.

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