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NIDWALDEN: Ex-Kommunikationschef des Bürgenstocks blickt zurück

Ronald Joho war während 15 Jahren für die Kommunikation des Bürgenstock-Resorts zuständig. Nach dem Auslaufen des Mandats will er es mit seiner Agentur etwas ruhiger nehmen.
Martin Uebelhart
Ronald Joho hat mit viel Herzblut das Projekt Bürgenstock-Resort begleitet. (Bild: Martin Uebelhart (Stans, 1. Februar 2018))

Ronald Joho hat mit viel Herzblut das Projekt Bürgenstock-Resort begleitet. (Bild: Martin Uebelhart (Stans, 1. Februar 2018))

Interview: Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

Ende Januar hat sich Ronald Joho als Kommunikations- und Medienverantwortlicher für das Bürgenstock-Resort verabschiedet. Mit seiner Agentur hat er die wechselvolle Geschichte von diversen Planungen bis zum Bauabschluss begleitet. Wir sprachen mit ihm über diese Zeit und darüber, wie er sie erlebt hat.

Ronald Joho, was bedeutet Akomag?

Das kommt von Agentur für Kommunikationsberatung. Da Akom AG schon besetzt war, heissen wir Akomag.

Wie ist die Akomag zum Auftrag, für das Bürgenstock-Resort kommunikativ tätig zu sein, gekommen?

Das lief über Kontakte. Im Jahr 2003 hatte ich von Max Ammann, der im Auftrag der Investoren der Richemont AG, später Rosebud AG, für das Resort tätig war, den Auftrag erhalten, für die Stiftung Felsenweg tätig zu sein. Es ging darum, Geld für die Sanierung des Wegs zu sammeln. Bekanntlich hatte der Sturm Lothar dem Felsenweg arg zugesetzt. In der Folge erhielten wir den Auftrag, das 100-Jahr-Jubiläum für den Hammetschwandlift zu organisieren. So hat das eine das andere ergeben.

Die späteren Investoren haben Sie dann sozusagen «übernommen»?

Im Jahre 2008 wurden die katarischen Investoren Besitzer des Resorts. Bruno H. Schöpfer wurde mit der Neukonzeption des Resorts betraut. Er hat das Resort, wie es heute dasteht, mit seinem Team konzipiert, geplant und realisiert. Wir sind dann ins Gespräch gekommen und haben uns dabei gefunden mit dem Resultat, dass ich in der Folge die Kommunikation im Mandatsverhältnis übernahm.

Wie haben Sie das Ganze angegangen?

Ich habe ein Kommunikationskonzept und einen kommunikativen Masterplan entwickelt. Als etwas vom Ersten haben wir das Projekt bei allen relevanten Organisationen präsentiert. Und auch die Umweltverbände haben wir von Anfang an eingebunden. In diesen Prozess war auch der Beckenrieder Jurist German Grüniger als Verwaltungsrat der Bürgenstock Hotels AG stark involviert. In einem weiteren Schritt wurde das Bürgenstock-Forum gegründet. Über diese Plattform haben wir regelmässig und gezielt Multiplikatoren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft informiert – zuerst in Nidwalden, später haben wir das auf die Zentralschweiz und die ganze Schweiz erweitert. Parallel dazu galt es, die Medien einzubeziehen. Dabei mussten wir viele Vorurteile abbauen und Vertrauen aufbauen. Das war eine Knochenarbeit, in die alle stark involviert waren. Der erste Aha- Effekt entstand, als die ersten Kräne auf dem Buckel des Bürgenbergs standen.

Was waren die grössten Herausforderungen dieser Kommunikationsarbeit?

Wir mussten viel in den Ver­trauensaufbau investieren. Das heisst: Alle Exponenten, Bruno Schöpfer, German Grüniger und viele mehr gingen auf Tour und haben viel Zeit für Präsentationen und persönliche Kontakte der Anspruchsgruppen und Entscheidungsträger eingesetzt. Da ging es um viel Herzblut für das neue Bürgenstock-Resort. Grundlage waren Faktenplattformen, die wir laufend ergänzt haben. Es ging auch darum, die interessierten Medien, deren Zahl laufend zunahm, zu informieren.

Es wurde demnach zuweilen etwas hektisch bei Ihnen, zum Beispiel nach der Publikation einer neuen Medienmitteilung.

Das war tatsächlich so. Ich war über das Handy immer erreichbar. Mit der zunehmenden Realisation des Resorts stieg die Zahl der Anrufe von Medienschaffenden – regional, national und international. Es gab dabei auch Skurriles: Einmal rief mich an einem Samstagmorgen der «Sonntagsblick» an. Er hatte mitbekommen, dass einer auf dem Hammetschwandlift herumgeturnt war und dies ins Internet stellte. Die Arbeit mit den Medien ist per se hektisch. Man muss sich nur gut darauf vorbereiten. Und das haben wir getan, indem wir intern über eine Faktenplattform den Informationsfluss sicherstellten.

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Medien erlebt?

Grundsätzlich positiv. Viele waren hochprofessionell, bei anderen merkte man an den Fragen, dass ihnen gewisse Grundlagen fehlten. Viele waren auch noch nie auf dem Bürgenberg. Medienarbeit ist in gewisser Weise vergleichbar mit einem Fussballspiel: Man muss das Spiel lesen. Man muss spüren, wohin die Story geht. Es ist ein Dauereinsatz. Wir haben alles, was die Medien wissen wollten, akribisch dokumentiert. Das hat uns bei der proaktiven Medienarbeit geholfen. Transparenz als Basis für Vertrauen war uns wichtig. Uns ging es immer darum, den Medienschaffenden bei ihrer Arbeit zu helfen. Im Laufe der Zeit haben wir persönliche Kontakte zu über 100 Medienschaffenden aufgebaut.

Eine Regionalzeitung hat andere Ansprüche als eine Fernsehstation oder eine Architekturzeitschrift.

Ja, natürlich. Ein Regionalmedium wie Sie will vor allem Aspekte beleuchten, welche die Leser der näheren Umgebung interessieren. Ein Journalist des Architekturmagazins «Hochparterre» hat da wieder eine andere Sichtweise. Ihn interessieren Hintergründe zu Architektur und Design. Das Tourismusfachmagazin wiederum interessiert sich für Gästemarketing oder Personalfragen.

War die Arbeit für das Bürgenstock-Resort ein Hauptmandat?

Es war eines der grösseren Mandate. Aber ich habe immer darauf geachtet, dass Akomag nicht von einem Mandat abhängig ist.

Wenn man Sie so erzählen hört, haben Sie sich stark identifiziert mit dem Projekt.

Absolut. Beruf kommt von Berufung. Ich finde das Projekt faszinierend. Als mir Bruno Schöpfer das Konzept vorstellte, war ich begeistert. Ja, ich habe viel Herzblut in das Mandat investiert. Es war für Akomag eine Riesenchance, für dieses Projekt tätig zu sein. Das ist pure Leidenschaft. Wir haben mit dem Projekt gelebt. Das geht gar nicht anders.

Sie haben mit dem Projekt gelebt. Jetzt haben Sie das Mandat abgegeben. Wird es Ihnen fehlen?

Es bleibt in meinem Bewusstsein, für ein Leuchtturmprojekt tätig gewesen zu sein. Aber alles hat ein Ende. Man muss sich auch loslösen können. Jetzt braucht es andere Kräfte. Vor allem braucht es ein Bürgenstock-Team, welches die Kommunikation vor Ort umsetzt. Ganz abgesehen davon steht jetzt das «Verkaufen» des Resorts im Vordergrund. Für unsere Agentur wie auch für mich persönlich war es eine sehr intensive Zeit.

Wie geht es mit der Akomag weiter?

Die Agentur wird Mitte Jahr 30 Jahre alt. Grund genug für uns, wieder «back to the roots» zu gehen. Wir haben Abgänge nicht mehr ersetzt. Wir sind jetzt noch zu dritt. Meine Frau Barbara, welche als Mitgründerin und Teilhaberin mich in allen Belangen immer unterstützt hat, sowie Paul Felber und ich werden weiter Mandate betreuen und unsere Verlagsprodukte wie das Magazin «ROI» und die Internetplattform «ROI online» bewirtschaften. Unsere Kunden werden von einem 30-jährigen Know-how profitieren und auch von den Erfahrungen, die wir bei der Arbeit für das Bürgenstock-Resort gesammelt haben. Aber eben, wir nehmen es in Zukunft etwas ruhiger.

Wird man Sie auch in Zukunft ab und zu auf dem Bürgenstock antreffen?

Selbstverständlich! Ich bin ein absoluter Fan.

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