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NIDWALDEN: Externer Kesb-Bericht gibt Rückenwind

Der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde Kesb fehlt es an Personal. Regierungsrätin Yvonne von Deschwanden begrüsst deshalb die externe Analyse, die ihr Anliegen um Aufstockung stützt.
Philipp Unterschütz
Sozialdirektorin Yvonne von Deschwanden hätte «wohl auch ohne den Bericht eine Stellenaufstockung beantragt». (Bild: Markus von Rotz)

Sozialdirektorin Yvonne von Deschwanden hätte «wohl auch ohne den Bericht eine Stellenaufstockung beantragt». (Bild: Markus von Rotz)

Interview: Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@nidwaldnerzeitung.ch

Die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) in Nidwalden hat eine zweckmässige Ablauforganisation, die eine effiziente Abwicklung der Aufgaben zulasse. Zu diesem Schluss kommt ein externer Untersuchungsbericht, den der Landrat vor einem Jahr im Zusammenhang mit einem Postulat gegen den Willen der Regierung bestellt hatte. Doch der Bericht belegt auch, dass die Kesb zu wenig Personal hat und empfiehlt deshalb eine Aufstockung. Ausserdem wird das Fehlen eines griffigen Kontroll- und Messsystems bemängelt (siehe Ausgabe vom 7. Oktober).

Die Empfehlung zur Stellenzahl ist ins Budget fürs kommende Jahr eingeflossen. Die Regierung beantragt nun dem Landrat, die bisherigen 150 befristeten Stellenprozente in unbefristete umzuwandeln und dazu weitere 150 Stellenprozente neu zu bewilligen, total also drei Vollzeitstellen. Die Nidwaldner Gesundheits- und Sozialdirektorin Yvonne von Deschwanden sagt gegenüber unserer Zeitung, dass der Bericht wichtige Schützenhilfe für den Antrag der Regierung leistet.

Yvonne von Deschwanden, der Regierungsrat war ursprünglich gegen den Auftrag für einen externen Untersuchungsbericht. Sind Sie im Nachhinein froh, dass diese Aussenansicht nun vorliegt?

Der Regierungsrat lehnte zwar das Erstellen eines solchen Berichts ab, anerkannte aber, dass die Kesb personell unterdotiert aufgestellt ist. Im Juni 2016 kündete der Regierungsrat auch an, dass die personelle Situation im Frühjahr 2017 im Zusammenhang mit dem Budget 2018 geprüft werden solle. Wir hätten die Situation auch ohne den Bericht beurteilen können, aber er bringt uns sehr fundierte Analysen und zeigt genau, wo die Schwach­stellen im personellen Bereich liegen.

Sind die insgesamt 300 Stellenprozente, die nun beim Landrat beantragt werden, ein Resultat des Untersuchungsberichts?

Dass der Regierungsrat 300 Stellenprozente beantragt, ist schon auch eine Auswirkung davon. Dass dem Bericht gefolgt wird, zeigt auch, dass die Regierung dessen Fazit anerkennt. Als Gesundheits- und Sozialdirektorin hätte ich wohl auch ohne den Bericht eine Stellenaufstockung etwa in dieser Höhe beim Regierungsrat beantragt.

Anträge für Stellenaufstockungen in der kantonalen Verwaltung hatten es in der Vergangenheit im Landrat nicht einfach. Gibt der Bericht dazu Schützenhilfe?

Ich denke schon. Der Kanton muss sicherstellen, dass die Kesb ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen kann. Der Bericht untermauert die Forderung nach mehr Personal und hält eindeutig fest, dass all die Forderungen, die man an die Behörde stellt, mit den jetzigen Ressourcen nicht zu lösen sind.

Probleme ortet der Bericht beim Abklärungsdienst, der ursprünglich beim Sozialamt hätte angesiedelt werden sollen, aber dann in die Kesb integriert wurde. Erfolgen hier Korrekturen?

Der Abklärungsdienst bleibt bei der Kesb, dort ist er in der Praxis auch vom Verfahren her am richtigen Ort. Es bringt nichts, diesen jetzt ins Sozialamt zu verlegen. Wir müssten ja auch dort die Stellenprozente um 80 Prozent erhöhen. Diese sind jetzt in den 300 Prozent drin, die wir für die Kesb beantragen.

Der Bericht listet diverse Empfehlungen auf. Wie werden die Anregungen umgesetzt?

Wir müssen natürlich jetzt das Budget respektive die Genehmigung der Stellenaufstockung abwarten. Wie wir die zusätzlichen Stellenprozente verteilen werden, ist für uns klar, wir folgen weitgehend den Empfehlungen aus dem Bericht. Dieser zeigt auf, dass in sämtlichen Bereichen Ressourcen fehlen. So wird unter anderem das Präsidium verstärkt und ein rechter Teil wird den Bereichen Recht und Revisorat zugeteilt. Ausserdem gibt es eine Liste für den Landrat, in der die Umsetzung der operativen Empfehlungen aufgezeigt wird. Nach der Bewilligung der Stellenaufstockung werden diese sofort an die Hand genommen. Bis im zweiten Quartal 2018 sollte die Umsetzung abgeschlossen sein. Dem bemängelten Reporting können wir dank einer neuen Software bereits nachkommen. Statistisches Material wurde trotzdem erhoben, und ich war jederzeit umfassend informiert über die Fallzahlen und die Entwicklungen bei der Kesb.

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