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NIDWALDEN: Formation geht Wagnis ein

Zuckdraht schlagen in der Volksmusikszene neue Töne an – und dürften damit den einen oder anderen Zuhörer vor den Kopf stossen. Morgen wird ihre erste CD getauft.
Oliver Mattmann
Experimentierfreudig: Zuckdraht mit Lukas Bircher, Roli Würsch, Adrian Würsch und Linus Bircher (von links).Bild: PD

Experimentierfreudig: Zuckdraht mit Lukas Bircher, Roli Würsch, Adrian Würsch und Linus Bircher (von links).Bild: PD

Wer einen Weidezaun von Kühen anfasst, wird elektrisiert. Nichts anderes wünscht sich auch die Nidwaldner Musiktruppe Zuckdraht von ihren Fans, wenn diese in die druckfrische CD hineinhören. «On» nennt sich das Erstlingswerk des Quartetts Adrian Würsch, Linus und Lukas Bircher sowie Roli Würsch. Und das Album, das morgen in Stans getauft wird, beinhaltet für eingefleischte Volksmusikhörer die eine oder andere Überraschung. «Einige Songs werden die Leute vor den Kopf stossen», sagt Linus Bircher unverblümt. Er selber spielt Gitarre, und allein dieser Fakt lässt vermuten, dass Zuckdraht alles andere als eine typische Ländlerformation sind. Mit Schlagzeuger Roli Würsch und Adrian Würsch am Schwyzerörgeli, mit dem er spezielle Effekte erzeugen kann, wird diese Vermutung bekräftigt.

Nach der Gründung 2009 zunächst als Trio und seit 2012 zusätzlich mit Drummer, standen Zuckdraht seit jeher für moderne, peppige Volksmusik. Nun legen die vier noch eine Schippe drauf. «Unser bisheriger Stil gefällt uns sehr, doch wir hatten schon immer den Wunsch, zu experimentieren, uns noch weiterzuentwickeln», erzählt Linus Bircher, der wie sein Bruder Lukas aus der bekannten Musikerfamilie Bircher in Oberdorf stammt. «Wir sind uns bewusst, dass wir damit ein Wagnis eingehen. Doch es wäre auch gegenüber uns selber nicht ehrlich, wenn wir es deswegen nicht machen würden.»

Das Album bildet das ganze Schaffen ab

Doch genug der Geheimniskrämerei. Auf welche Pfade hat sich die Formation denn nun begeben? «Das ist noch schwierig zu beschreiben», lacht Linus Bircher. Zwar seien die volkstümlichen Wurzeln auch bei den neuen Songs unverkennbar, doch habe mittlerweile der Groove anderer Musikrichtungen wie Rock oder Drum ’n’ Bass Überhand genommen und spielten etwa auch neuartige Techno-Effekte mit dem Schwyzerörgeli eine Rolle. «Unsere Musik muss nicht ­irgendeinem Genre zugeordnet werden, wir wollen einfach das machen, was uns Spass macht.»

Dass dieser Spass vor allem bei der älteren Generation von Volksmusikfreunden ernste Reaktionen auslösen könnte, ist dem Quartett bewusst. «Wir rechnen mit Diskussionen. Und diese sollen unbedingt Platz haben», sagt Linus Bircher. Er kann die potenziellen CD-Käufer aber beruhigen. Unter den 14 Liedern, je hälftig von ihm und Adrian Würsch geschrieben, finden sich auch Stücke, die der ursprünglichen folkigen Musik der Truppe entsprechen. «Das Album bildet schliesslich unser ganzes bisheriges Schaffen ab.»

Von ihrem eingeschlagenen Weg werden sich Zuckdraht aber kaum mehr abbringen lassen. Und damit verbunden ist auch das Ziel, künftig auf grösseren Konzertbühnen auftreten zu können. «In diesem Rahmen kommt unsere neue Musik besser zur Geltung als in einer Beiz», erklärt Linus Bircher. Auch deshalb sei es höchste Zeit geworden, eine CD auf den Markt zu bringen. Eine CD, deren Produktion übrigens zu einem wesentlichen Teil über Crowdfunding und einem Beitrag der Albert Koechlin Stiftung finanziert worden ist. Man wolle das Album nun erst mal auf die Zuhörer wirken lassen und sei aufs Echo gespannt. Denkbar sei, dass die Formation ihre Songs künftig auch über andere, «jüngere» Kanäle wie iTunes oder Spotify weiterverbreiten werde.

Hinweis

CD-Taufe «On», Zuckdraht: Morgen Freitag, 21 Uhr, Jugendkulturhaus Senkel in Stans. Türöffnung: 19.30 Uhr. Eintritt: 15.–. Reservation: www.senkel.ch. CD-Bestellung bald über www.zuckdraht.ch möglich (25.– ohne Porto).

Oliver Mattmann

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