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NIDWALDEN: Für Griffe in die Hotelkasse verurteilt

Die Angestellte eines Hotels wurde unter anderem wegen mehrfachen Diebstahls aus der Kasse des Betriebs verurteilt. Alles Lügen der Angeklagten half nichts.
Kurt Liembd
Das Gericht verurteilte die Frau. (Symbolbild/KEYSTONE/Christian Beutler)

Das Gericht verurteilte die Frau. (Symbolbild/KEYSTONE/Christian Beutler)

Kurt Liembd

Das Kantonsgericht Nidwalden verurteilte eine 31-jährige Teamleiterin Rezeption, welche im Zeitraum vom 28. August 2014 bis 4. Januar 2015 rund 24 000 Franken aus der Hotelkasse ihres Arbeitgebers entwendet hatte. Dabei ging die Frau sehr raffiniert vor. In der Absicht, der Kasse für eigene Bedürfnisse Bargeld zu entwenden, erstellte sie Belege und Buchungen, die in 14 Fällen Bezüge aus der Kasse zwischen 530.20 und 3000 Franken vortäuschten. Sie erstellte einerseits für korrekt verbuchte und bezahlte Erträge aus Übernachtungen Korrekturbuchungen, mit welchen sie annehmen liess, der Gast hätte Anspruch auf Rückzahlung von bezahltem Entgelt für Logis gehabt und dieser Anspruch wäre dadurch erfüllt worden, dass dem Gast das Geld bar aus der Kasse bezahlt worden wäre. Anderseits verbuchte sie von gar nicht existierenden Gästen Verbindlichkeiten, buchte diese dann wieder zurück, aber jeweils doppelt, sodass die Buchhaltung einen (in Wirklichkeit inexistenten) Rückzahlungsanspruch auswies.

Abends bar aus Kasse genommen

Sie fingierte sodann weiter, dieser Anspruch wäre durch Barauszahlung aus der Kasse erfüllt worden. Diese Manipulationen hatten die beabsichtigte Folge, dass die Buchhaltung einen tieferen Kassenbestand auswies, als tatsächlich Geld in der Kasse vorhanden war. Die entsprechenden Differenzbeträge im Gesamtwert von rund 24 000 Franken entnahm sie nach Abrechnung am Ende des Arbeitstages bar der Kasse und sackte das Geld persönlich ein. Nachdem der Arbeitgeber diesem üblen Tun auf die Schliche gekommen war, wurde sie entlassen.

Erdrückende Beweislage

Am vergangenen Freitag musste sich die Frau nun vor dem Kantonsgericht dafür verantworten. Staatsanwalt Erich Kuhn hat vorgängig in beispielloser Kleinarbeit sämtliche Manipulationen in der Kassenführung minutiös dokumentiert und füllte damit mehrere Bundesordner. Insgesamt achtmal hat er die Frau deswegen verhören müssen. Vor Gericht stritt die Angeklagte, die ohne Anwalt erschienen war, alle Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ab, obwohl die Beweislage erdrückend war. Zudem ergab die persönliche Befragung durch Gerichtspräsidentin Corin Brunner das Bild einer Person, das zum Gesamteindruck der Täterin passte. So hat die Frau persönliche Schulden von mehreren zehntausend Franken, hatte deswegen bereits während der Tatzeit eine Lohnpfändung und verkehrte öfters in Casinos. Ferner war an der Gerichtsverhandlung zu erfahren, dass sie im Zusammenhang mit Kleinkrediten auch Kontakte mit dubiosen Internetbetrügern hatte.

Hanfanlage im Schlafzimmer

Nebst des mehrfachen Diebstahls aus der Hotelkasse war die Frau noch wegen weiterer Vergehen angeklagt, die sie alle vollumfänglich zugab – so mehrfache Urkundenfälschung, mehrfache unrechtmässige Verwendung von Vermögenswerten, mehrfache Geldwäscherei und mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. Was das letzte betrifft, betrieb sie im Schlafzimmer ihrer Wohnung eine professionelle Hanf-Indoor-Anlage zur Gewinnung von Betäubungsmitteln, namentlich Marihuana. Auch hat sie ein- bis zweimal jährlich Marihuana konsumiert, das sie jeweils von anderen zum Mitrauchen erhielt.

Auf Schlusswort verzichtet

Nach nur 20 Minuten Pause im Anschluss an die Gerichtsverhandlung stand das Urteil fest. Die Frau erhielt eine Busse von 1000 Franken (bei Nichtbezahlung zehn Tage Haft) und eine bedingte Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu je 115 Franken (31 050 Franken) bei einer Probezeit von zwei Jahren. Zudem muss sie die Verfahrenskosten von rund 5500 Franken sowie die Gerichtskosten von 1000 Franken übernehmen. Dazu kommen die Zivilforderungen der Geschädigten. «Ich hoffe, es ist Ihnen eine Lehre, Sie waren blauäugig», sagte Gerichtspräsidentin Corin Brunner bei der Urteilsverkündung. Die Angeklagte machte vom Schlusswort keinen Gebrauch und blieb stumm. Gegenüber unserer Zeitung sagte sie, dass sie froh sei, wenn die Sache endlich abgeschlossen sei, und sie wolle auf keinen Fall hinter Gitter. – Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann ans Obergericht weitergezogen werden.

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