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NIDWALDEN: Geburtenkontrolle bei den Schwänen

Derzeit brüten die Schwäne. Zur Regulierung des Bestandes darf die Wildhut Eier stechen. Ein Augenschein am Ufer in Ennetbürgen.
Martin Uebelhart
Vor dem Griff ins Nest muss der brütende Schwan zum Aufstehen gebracht werden. (Bild: Corinne Glanzmann)

Vor dem Griff ins Nest muss der brütende Schwan zum Aufstehen gebracht werden. (Bild: Corinne Glanzmann)

Eierstechen bei einem Schwannenest in Ennetbürgen: Unsere Zeitung begleitet die Wildhüter Fabian Bieri und Hubert Käslin bei ihrer Arbeit. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))Eierstechen bei einem Schwannenest in Ennetbürgen: Unsere Zeitung begleitet die Wildhüter Fabian Bieri und Hubert Käslin bei ihrer Arbeit. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))
Vor dem Griff ins Nest muss der brütende Schwan zum Aufstehen gebracht werden. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))Vor dem Griff ins Nest muss der brütende Schwan zum Aufstehen gebracht werden. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))
Nachdem der Schwan aufgestanden ist, können die Wildhüter die Eier aus dem Nest nehmen... (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))Nachdem der Schwan aufgestanden ist, können die Wildhüter die Eier aus dem Nest nehmen... (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))
... und stechen. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))... und stechen. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))
Hubert Käslin sticht in vier der fünf Eier mit einer Ahle ein Loch hinein. Durch das kleine Loch in der Schale gelangt Luft ins Ei und die weitere Entwicklung ist gestoppt. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))Hubert Käslin sticht in vier der fünf Eier mit einer Ahle ein Loch hinein. Durch das kleine Loch in der Schale gelangt Luft ins Ei und die weitere Entwicklung ist gestoppt. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))
Damit der Schwan den «Eierstecher» nicht angreift, wird dieser mit einem Stock zurückgehalten. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))Damit der Schwan den «Eierstecher» nicht angreift, wird dieser mit einem Stock zurückgehalten. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))
Sie stechen die Schwaneneier in Ennewtbürgen: Fabian Bieri... (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))Sie stechen die Schwaneneier in Ennewtbürgen: Fabian Bieri... (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))
... und Hubert Käslin. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))... und Hubert Käslin. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))
Nach wenigen Minuten sind die Eier gestochen – und die beiden entfernen sich wieder vom Nest. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))Nach wenigen Minuten sind die Eier gestochen – und die beiden entfernen sich wieder vom Nest. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))
... und das Schwanenweibchen setzt sich wieder auf das Gelege. Es macht den Anschein, als wäre nichts passiert. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))... und das Schwanenweibchen setzt sich wieder auf das Gelege. Es macht den Anschein, als wäre nichts passiert. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))
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Geburtenkontrolle bei den Schwänen

Martin Uebelhart

Es geht alles ganz schnell am Seeufer gleich neben dem Spielplatz in Ennetbürgen. Fabian Bieri, Leiter der Abteilung Jagd und Fischerei beim Kanton, hält den brütenden Schwan in Schach. Wildhüter Hubert Käslin sticht derweil mit einer Ahle Löcher in vier der fünf Eier des Geleges. Jetzt gesellt sich auch noch das Männchen hinzu, das zuvor auf dem See war. Es faucht giftig und schlägt wild mit den Flügeln. Dann entfernen sich die beiden Männer wieder vom Nest. Das Schwanenweibchen setzt sich wieder auf das Gelege, richtet sein Gefieder und brütet weiter.

Schwäne legen Eier nach

Durch das kleine Loch in der Schale gelangt Luft ins Ei, und die weitere Entwicklung ist gestoppt. «In der Regel lässt man pro Nest ein bis zwei Eier unberührt», erklärt Hubert Käslin später. Das Stechen mache man zu einem sehr frühen Zeitpunkt, kurz nachdem die Eier gelegt worden seien. «Wenn ein Junges schlüpft, sind die Elterntiere zufrieden.» Merkten sie hingegen, dass nichts ausschlüpft oder dass die Eier kaputt sind, lege das Weibchen Eier nach, weiss Käslin. 35 Tage dauert die Brutzeit. «Irgendwann gegen den Sommer kommt der Zeitpunkt, wo sie keine zusätzlichen Eier mehr legen», erzählt Bieri. «Wohl weil sie instinktiv wissen, dass sich dann die Jungtiere nicht mehr genügend weit entwickeln können, um den Winter zu überstehen.» Bieri geht davon aus, dass sich mit dem Stechen der Eier der Bestand stabilisieren lässt. Er schätzt, dass es rund 60 Schwäne im Kanton Nidwalden gibt. Allein auf dem Flugplatz seien es 35, weitere Brutpaare habe es in Stansstad, Beckenried und Hergiswil. Das Nest in Ennetbürgen ist eines von fünf, deren Standorte Bieri und Käslin kennen. Die Schwäne haben dort am Rand des Strands in einer Hecke gebaut. Die Stelle liegt einiges über dem Seespiegel, und so dürfte das Wasser kaum eine Gefahr werden für die Brut.

Weitere Kontrollgänge

«Im vergangenen Jahr haben die Vögel näher am Wasser in einer Nische der Ufermauer genistet», erinnert sich Fabian Bieri. Der See sei im Frühjahr 2015 stark angestiegen. So seien die Eier vom Wasser ausgekühlt worden und kaputt gegangen. Offenbar seien mehrere Nester so zerstört worden, sagt Bieri. «Wir haben letztes Jahr nur drei Jungtiere gezählt.»

Darum sei das Eierstechen im vergangenen Jahr nicht nötig gewesen. Die Kantone Nid- und Obwalden haben dafür seit letztem Jahr eine auf vorerst fünf Jahre befristete Erlaubnis des Bundesamtes für Umwelt (Bafu). Herausfinden will man unter anderem, wie wirkungsvoll die Methode ist.

In der kommenden Zeit werden die Wildhüter immer mal wieder bei den Nestern vorbeischauen, um festzustellen, ob neue Eier im Gelege aufgetaucht sind. «Mehr als 5 bis 8 Eier legen die Schwäne in der Regel nicht», sagt Fabian Bieri.

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