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NIDWALDEN: Gemeinden wehren sich für Sperrmüll

Der Kehrichtverband will von halbjährlichen Sperrgutsammlungen nichts mehr wissen. Einzelne Gemeinden möchten aber gerne daran festhalten.
Martin Uebelhart
Sperrmüllberge warten im vergangenen April in Stans auf den Abtransport. (Bild Corinne Glanzmann)

Sperrmüllberge warten im vergangenen April in Stans auf den Abtransport. (Bild Corinne Glanzmann)

Martin Uebelhart

Es klang nach einer beschlossenen Sache: Die halbjährlichen, über die Kehrichtgrundgebühr finanzierten Sperrgutsammlungen sollen Ende Jahr der Geschichte angehören. Von den Gemeinden seien bis zum Ablauf einer Frist keine Anträge auf Verlängerung eingegangen, sagte Paul Matter, Präsident des Nidwaldner Kehrichtverwertungsverbandes, Ende April gegenüber unserer Zeitung. Darum werde der Beschluss, der bei der Einführung der Sackgebühr auf zwei Jahre beschränkt gefasst wurde, auslaufen.

Hergiswil wehrt sich

Das sehen einige Verbandsgemeinden anders. «Nicht der Präsident entscheidet darüber, wie es mit der Sperrgutsammlung weitergeht, sondern die Delegiertenversammlung», hält der Hergiswiler Gemeindepräsident Remo Zberg fest. Selbst an der Delegiertenversammlung könne laut den Statuten noch ein Antrag gestellt werden. So lange wolle man aber gar nicht warten. Zusammen mit weiteren Gemeinden habe Hergiswil einen Antrag zuhanden der Delegiertenversammlung von Ende Monat eingereicht.

Für Zberg sind die beiden jährlichen Sammlungen ein Dienst an der Bevölkerung. Und die Sammlungen brächten auch ökologische Vorteile. «Wenn wir die Sammlungen nicht machen, wird das Material anderweitig entsorgt», ist er überzeugt. «Etwa im Wald – oder die Sachen werden einfach verbrannt.» Zudem werde bei Sammlungen mit einem Fahrzeug herumgefahren und alles aufgeladen. «Andernfalls fahren viele Leute separat zu den entsprechenden Sammelstellen, und das ist nicht sinnvoll.» Den viel zitierten Missbrauch dieser Sammlungen, bei denen so ganze Wohnungen geräumt würden – oder auch Material, das nicht in den Sperrmüll gehört, entsorgt werde, schaut er als nicht so tragisch an. Positiv beurteilt er, dass einiges, was am Strassenrand stehe, von Leuten mitgenommen und weiter verwendet würde. «Das muss man nicht verbrennen oder verschrotten», sagt Zberg. Neben Hergiswil spricht sich beispielsweise auch Beckenried für die Beibehaltung der Sammlungen aus.

Die Allgemeinheit muss zahlen

Dezidiert anderer Meinung ist der Stanser Gemeinderat Lukas Arnold: «Wir stellen fest, dass diese Sammlungen missbraucht werden.» Beim letzten Mal sei gar Material von auswärts herbeigekarrt worden. «Jemand hat bei uns ein Dutzend Matratzen entsorgt.» Diese Sammlungen kosteten massiv Geld, und das bezahle die Allgemeinheit. Und immer wieder finde man in irgendeinem Möbelstück auch noch einen grauen Kehrichtsack. «Da entsorgte jemand noch gleich seinen Hauskehricht», so Arnold. «So nützt man das System aus.» Seines Wissens gebe es kostenlose Sperrgutsammlungen nur noch in Nidwalden. Solche unterliefen jedoch das gesetzlich vorgeschriebene Verursacherprinzip: Wer Güsel produziere, solle die Entsorgung auch bezahlen.

Sinnvoller findet er Bring-und-Holtage, wie sie in Stans durchgeführt und von der Gemeinde finanziell unterstützt würden. Diese seien immer sehr gut besucht. Einiges, was dort angeliefert werde, finde einen neuen Besitzer und werde weiter verwendet. Der Rest werde geordnet rezykliert.

Kosten werden aufgezeigt

An der Delegiertenversammlung wolle man über dieses Thema noch einmal diskutieren. «Und dann sehen wir, was dabei herauskommt», so Lukas Arnold. Auf das Ergebnis dieser Diskussion ist auch Verbandspräsident Paul Matter gespannt. «Wir lassen uns überraschen», meint er im Gespräch mit unserer Zeitung. Auf Wunsch von Gemeinden werde das Thema an der Delegiertenversammlung vom 25. Juni auf die Traktandenliste gesetzt. «Zudem liegt eine Eingabe vor, die heutige Regelung auch künftig beizubehalten.» Der Vorstand plädiert dafür, die Gratissammlungen nicht mehr weiterzuführen, die zum Start der Sackgebühr für zwei Jahre beschlossen worden waren. «Die Delegierten der Gemeinden werden entscheiden», betont Matter. An der Versammlung werde man aufzeigen, welche finanziellen Auswirkungen eine Fortführung dieser Sammlungen auf die Grundgebühr habe.

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