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NIDWALDEN: Gericht macht kurzen Prozess

Ein 80-jähriger Autofahrer fuhr ohne Fahrausweis – mit dem mangelhaften Auto seiner Frau (81). Obwohl beide gestern nicht zum Termin vor Kantonsgericht erschienen, wurden sie verurteilt.
Kurt Liembd
Blick in einen Gerichtssaal im Kantonsgericht Nidwalden. (Symbolbild: NZ)

Blick in einen Gerichtssaal im Kantonsgericht Nidwalden. (Symbolbild: NZ)

Kurt Liembd

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Die Situation, die sich gestern vor Kantonsgericht abspielte, war speziell. Angeklagt war ein 80-jähriger Nidwaldner Autofahrer wegen Fahrens ohne Führerausweis und Lenkens eines Fahrzeuges mit diversen Mängeln. Einzelrichter, Gerichtsschreiber und Pressevertreter waren im Gerichtssaal bereit, doch der Angeklagte erschien unentschuldigt nicht. «Das geschieht selten», sagte Gerichtspräsident Marcus Schenker auf Nachfrage. Es sei ja auch unlogisch, denn der Betroffene sei von sich aus ans Gericht gelangt. Er hatte vorgängig Einsprache gegen einen Strafbefehl erhoben und wolle somit etwas vom Gericht. «Den Grund für das Fernbleiben kenne ich nicht», erklärte Schenker. Die Verhandlung wurde nach nur etwa einer Minute als geschlossen erklärt.

Marcus Schenker hätte eine zweite Verhandlung anberaumen können, verzichtete aber darauf und verwies auf Artikel 356 der Strafprozessordnung. Dort steht sinngemäss, wenn eine Person unentschuldigt fernbleibe und sich auch nicht vertreten lasse, so gelte ihre Einsprache als zurückgezogen. Mit unangenehmen Konsequenzen für den Senior und seine Frau – von ihr später mehr. Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft wird nun automatisch zum rechtskräftigen Urteil. Damit machte das Kantonsgericht «kurzen Prozess» im Wortsinn und im Abwesenheitsverfahren.

Mehrmals ohne Ausweis unterwegs

Der verurteilte Autofahrer lenkte gemäss Anklage die letzten Jahre mehrmals ein Auto, obwohl er Ende 2003 den Führerausweis für alle Kategorien hatte abgeben müssen. Zweimal, am 31. Dezember 2016 und am 17. April 2017, kam er in eine Polizeikontrolle. So steht es im Strafbefehl der Staatsanwaltschaft. Ausserdem wurde er von Staatsanwalt Alexandre Vonwil auch wegen Mängeln am Fahrzeug angeklagt. «Er wusste während dieser Fahrten, dass das Fahrzeug diverse Mängel aufwies und nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprach», so Vonwil. Dazu liefert er auch eine Mängelliste: «Feststellbremse zweite Achse ungleich, Lenkung Geometrie fehlerhaft, Türe Scharnier vorne beidseitig defekt, fehlerhaftes Abblend- und Fernlicht rechts, defekte vordere Stossstange, Motor- und Getriebeöl undicht, starke Geruchsimmissionen bei der Auspuffanlage usw.»

Frau als Autobesitzerin ebenfalls verurteil

Das Auto gehört seiner Ehefrau (81), welche gestern ebenfalls verurteilt wurde wegen «mehrfachen Überlassens eines Motorfahrzeuges an einen Führer ohne erforderlichen Ausweis». Das ist strafbar, wenn jemand wissen muss, dass die andere Person keinen Ausweis hat. Die Ehefrau zahlt eine Busse von 200 Franken. Dazu kommen Gerichtsgebühren von 740 Franken. Zusätzlich erhielt sie eine bedingte Geldstrafe von 900 Franken unter einer Probezeit von zwei Jahren. Auch sie hätte mit ihrem Mann vor Gericht erscheinen sollen, blieb aber ebenfalls unentschuldigt fern. Stärker zur Kasse gebeten wird ihr Mann. Dieser erhielt eine unbedingte Geldstrafe von 1800 Franken und eine Busse von 400 Franken. Das summiert sich samt Gerichtsgebühren auf 2990 Franken. Das Urteil ist per sofort rechtskräftig.

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