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NIDWALDEN: Gesucht: Innovative Ideen für geschichtsträchtige Seilbahn

Die 82 Jahre alte Wiesenberg-Bahn gelangt allmählich ans Ende ihrer Tage. Die Seilbahngenossenschaft denkt an einen Neubau – und wählt ein spezielles Vorgehen.
Philipp Unterschütz
Verwalterin Josy Joller und Betriebsleiter James Odermatt in der Talstation der über 80-jährigen Wiesenbergbahn. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Verwalterin Josy Joller und Betriebsleiter James Odermatt in der Talstation der über 80-jährigen Wiesenbergbahn. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

«Wir müssen vorbereitet sein, damit wir am Ende der Lebensdauer der Bahn wissen, was wir machen können.» So erklärt Niklaus Reinhard, Präsident der Baukommission der Seilbahngenossenschaft Dallenwil-Wiesenberg die sehr offen formulierte Ausschreibung, die im Nidwaldner Amtsblatt vom 18. August publiziert wurde. Darin heisst es, man beabsichtige, einen Ersatz für die 1934 eröffnete Bahn zu prüfen (siehe Kasten). Es sei dem Anbieter überlassen, ein gesamthaft kostengünstiges, wirtschaftliches und vorschriftskonformes Anlage- und Betriebskonzept zu erarbeiten. «Wir erwarten, dass wir bis Ende der Eingabefrist am 2. November einige Vorschläge auf den Tisch bekommen, damit wir uns nächstes Jahr überlegen können, was machbar ist», so Reinhard weiter. «Über einen Neubau können wir erst befinden, wenn wir einen Zeit- und Kostenrahmen kennen und wissen, wie wir das finanzieren könnten.»

Kapazität soll gleich bleiben

Das Einzige, was den Anbietern vorgegeben wird, ist die Lage der Stationen, die an den gleichen Orten bleiben müssen wie bisher – und der Nutzungsumfang. «Wir haben einen Leistungsbeschrieb verfasst. Die Bahn – respektive die Kapazität soll etwa gleich gross bleiben, wir denken an 6er-Kabinen», sagt Niklaus Reinhard. Im Angebot müsse sich ein Anbieter auch Gedanken zum Bau- und Betriebskonzept machen, beispielsweise ob man die alte Bahn abbreche oder sie in Betrieb lasse und parallel einen Neubau in Angriff nehme.

Tatsächlich steht die Wiesenberg-Bahn auch im öffentlichen Interesse, gilt sie doch als eine kantonale Linie des öffentlichen Verkehrs. Die Bedürfnisse der Anwohner sind somit für die Betreiber zu berücksichtigen.

2012 beschloss der Nidwaldner Landrat, dass das Gebiet Wiesenberg-Wirz­weli im Winter vor allem durch die bestehenden Luftseilbahnen erschlossen werden soll. Deshalb wird die Wiesenbergstrasse, die in den kommenden 25 Jahren für voraussichtlich rund 40 Millionen Franken etappenweise saniert wird, aus finanziellen Gründen auch nicht auf einen wintersicheren Ausbaustandard gebracht. «Sowohl in den Wintermonaten wie auch während der Sanierungen muss die Strasse immer mal wieder gesperrt werden», sagt Josy Joller, Verwalterin der Wiesenberg-Bahn. «Dann ist unsere Bahn die Lebensader für die Wiesenberger, wir fahren wenn nötig Tag und Nacht.»

Als kantonal konzessionierte Luftseilbahn und als Linie des öffentlichen Verkehrs hat die Wiesenberg-Bahn seit 2013 deshalb jeweils 100 000 Franken Betriebsbeiträge jährlich vom Kanton ausbezahlt erhalten. Die Bahn fährt über das ganze Jahr normalerweise täglich 14 bis 15 Stunden. Neben Passagieren wird die Post für Wiesenberg und Wirzweli mit dem «Bähnli» befördert, ebenso transportiert es die Suibr-Güselsäcke täglich von Wiesenberg zur zentralen Sammelstelle bei der Talstation.

Flickwerk vermeiden

Hinzu kommt, dass in den kommenden Jahren auch Kleinbahnen ihre Anlagen an die nationalen Vorschriften anpassen müssen, die mehr verlangen als die kantonalen Konzessionsvorgaben. Die Wiesenberg-Bahn würde diesen Vorschriften nicht genügen, und Anpassungen wären mit hohen Kosten verbunden. «Der Kanton möchte zudem, dass wir den Betrieb automatisieren. Die alte Bahn hier und dort etwas anzupassen, macht wenig Sinn, und auch Teilrevisionen ziehen einen Rattenschwanz von Anpassungen und neuen Vorschriften nach sich», erklärt Josy Joller. Deshalb mache man nun Abklärungen für eine Gesamtlösung anstelle eines «Flickwerks». An der Generalversammlung im Januar 2017 möchte man wenn möglich den Genossenschaftern ein erstes Mal die Ideen der Anbieter skizzieren. Beschlüsse werden voraussichtlich noch keine gefällt.

Philipp Unterschütz

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