NIDWALDEN: Gesucht: Pfleger für die bedrohten Waldameisen

Die Waldameisen nehmen eine wichtige Funktion in der Natur ein. Ameisenschützer organisieren nun Seminare zum Schutz der bedrohten Tiere.

Roger Rüegger
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Revierförster und Ameisen-Schutzwart Martin Elli gestern bei einem Waldameisenhaufen im Ufhuser Wald. (Bild Pius Amrein)

Revierförster und Ameisen-Schutzwart Martin Elli gestern bei einem Waldameisenhaufen im Ufhuser Wald. (Bild Pius Amrein)

Der Bestand der Waldameise ist auf 20 Prozent gegenüber den 1980er-Jahren geschrumpft. Eine alarmierende Situation, findet der Zuger Robert Lussi (82). Deshalb hat er den Verband Schweizer Waldameisen-Schutz (SWS) gegründet und bietet Kurse und Seminare zur Rettung der Waldameisen an. Die Idee ist, in diesen Seminaren Waldameisen-Pfleger auszubilden.

Ziel: Nationales Netzwerk

Zielpublikum sind Forst- und Jagdpersonal sowie Waldpädagogen. Aber auch Landwirte oder Privatpersonen will man gewinnen. Das Fernziel ist, ein nationales Netz mit Freiwilligen aufzubauen.

Gerade für das Forstpersonal sind solche Kurse wichtig. «Viele Forstleute haben zu wenig Kenntnisse über Schutz- und Hegemassnahmen. So kommt es noch zu oft vor, dass Ameisenhügel bei Eingriffen im Wald wie etwa beim Holzen vernichtet werden», erklärt Lussi. Martin Filli (45), Revierförster der Waldregion Mittelland, besuchte einige Seminare. Nun kann er das gelernte im Wald in die Praxis umsetzen. «Ich lernte den Jahresablauf der Waldameisen kennen und weiss nun, welche Massnahmen nötig sind um die Waldameisenhügel zu erhalten und zu fördern.»

HINWEIS

Das nächste Kurz-Seminar findet am 26. Oktober in Niederrickenbach NW statt. Die Teilnahme ist gratis.