NIDWALDEN: Gewerbe vermeldet 10-Jahres-Hoch

Noch blicken die Betriebe nicht euphorisch in die Zukunft. Abgesehen vom Baugewerbe melden aber alle Branchen eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage.

Philipp Unterschütz
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Das Nidwaldner Baugewerbe hat von der Baustelle für das Bürgenstock-Resort profitiert. (Bild: Corinne Glanzmann (Bürgenstock, 30. August 2016))

Das Nidwaldner Baugewerbe hat von der Baustelle für das Bürgenstock-Resort profitiert. (Bild: Corinne Glanzmann (Bürgenstock, 30. August 2016))

Philipp Unterschütz

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Die Wirtschaft im Kanton hat sich stabilisiert. Dies zeigt das Nidwaldner Wirtschaftsbarometer, das der Kanton halbjährlich durch eine Online-Befragung bei den Unternehmen ermittelt. 211 Betriebe (74 Prozent) haben an der Befragung per Ende Dezember 2016 teilgenommen. Eine gute Beteiligung, die aussagekräftige Werte liefert.

Nidwalden stehe gut da, fasst Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger zusammen. «Das zeigen auch die Arbeitslosenzahlen, wo wir weit besser dastehen als der gesamtschweizerische Durchschnitt.» Tatsächlich lag die Quote Ende Dezember 2016 mit 303 gemeldeten Personen respektive 1,3 Prozent (Vorjahr 1,4 Prozent) deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt von 3,5 Prozent (Vorjahr 3,7 Prozent). Die Kurzarbeit lag 2016 in Nidwalden leicht höher als im Vorjahr und könnte 2017 nochmals leicht zunehmen.

Pilatus-Flugzeugwerke sind positiver Wirtschaftsfaktor

Gegenüber der letzten Umfrage vor einem halben Jahr konnten sich alle Branchen behaupten oder gar zulegen. Der Tourismus konnte sich nach einem Dämpfer im Sommer 2016 erholen. Auch die verarbeitende Produktion meldete – wenn auch auf tiefem Niveau – leicht bessere Zahlen.

Im Dienstleistungssektor hat sich die in den vergangen zwei Jahren festgestellte leichte Abkühlung nicht weiter fortgesetzt. Weiterhin rund läuft es in Handel und Gewerbe. Die Branche bewertete ihre Entwicklung so gut wie seit 10 Jahren nicht mehr. «Einerseits ist das Gewerbe sehr innovativ und breit abgestützt, während der Handel davon profitiert, dass Nidwalden ein Binnenkanton ist», erklärt Filliger und betont: «Ein kräftiger und erfreulicher Wirtschaftstreiber sind in Nidwalden natürlich die Pilatus-Flugzeugwerke, die mit dem PC-24 grossen Erfolg haben.»

Bauwirtschaft ist nicht so zuversichtlich

Einzig beim Baugewerbe hat sich die Lage seit der letzten Umfrage leicht verschlechtert. Dies sei aber gesamtschweizerisch der Fall. «In Nidwalden wirkt sich aber auch aus, dass das Grossprojekt Bürgenstock bald fertig ist. Viele Unternehmen aus dem Kanton hatten dort Aufträge», sagt Othmar Filliger. Es erstaunt deshalb auch nicht, dass im Wirtschaftsbarometer die Bauwirtschaft erstmals mit einer kräftigen Portion Vorsicht in die Zukunft blickt. Fast ein Fünftel der Betriebe meldete schlechte Aussichten.

Alle anderen Branchen sind zuversichtlich. «Der Ausblick ist nicht euphorisch, aber doch verhalten optimistisch», meint der Volkswirtschaftsdirektor. Seit dem Frankenschock, nach dem man zuerst nicht gewusst habe, wie sich das entwickle, habe sich die Wirtschaft doch erholt. «Betriebe, die exportorientiert vom Euro-Raum abhängig sind, haben es aber nach wie vor nicht leicht und stehen vor grossen Herausforderungen», so Filliger.