NIDWALDEN: Gewerbegebiet Hofwald: Erneuerungsplanung geht nach Umsiedlung heutiger Betriebe weiter

Für die auszusiedelnden Betriebe im Gewerbegebiet Hofwald soll Realersatz gefunden werden. Erst wenn klar ist, wo die Firmen hinkommen, kann es mit der Planung neuer Infrastrukturen richtig losgehen.

Martin Uebelhart
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Paul Leuthold von der Leuthold Metallbau AG vor dem Industriegebäude Hofwald. (Bild: Martin Uebelhart (Büren, 6. April 2018))

Paul Leuthold von der Leuthold Metallbau AG vor dem Industriegebäude Hofwald. (Bild: Martin Uebelhart (Büren, 6. April 2018))

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

4,5 Millionen Franken hat der Nidwaldner Landrat in seiner jüngsten Sitzung als Rahmenkredit für den Landerwerb beim Hochwasserschutz Buoholzbach bewilligt. Mit dem Geld soll der Kanton die Möglichkeit haben, Realersatzland für die Gewerbebetriebe im Gebiet Hofwald zu finden. Diese müssen wegen des Hochwasserschutzprojekts ausgesiedelt werden.

Das Land ist das eine. Doch die Betriebe haben an ihrem heutigen Standort Gebäude und Infrastrukturen, die sie nicht mehr werden nutzen können. An einem neuen Standort müssen sie diese entsprechend wieder neu aufbauen. Da diese Firmen ein Sonderopfer erbringen – sie nehmen Nachteile zu Gunsten des öffentlichen Interesses in Kauf – sollen sie voll entschädigt werden, hält der Nidwaldner Baudirektor Josef Niederberger fest. Die Entschädigung richtet sich nach der Schatzung der Gebäude und Einrichtungen. «Die Entschädigung sollte es den Firmen ermöglichen, sich an einem neuen Standort einzurichten», sagt Niederberger im Gespräch mit unserer Zeitung. Wenn auch vielleicht nicht mehr in der gleichen Grösse.

Kanton möchte 2022 mit dem Bau beginnen

Gleichzeitig räumt er ein: «Wir kennen die jetzige Situation noch nicht genau.» Detaillierte Gespräche habe der Kanton bisher noch nicht geführt. Zu gegebener Zeit werde man in vertiefte Verhandlungen treten, so der Baudirektor. Der Kanton sei bestrebt, sowohl den Eigentümern wie auch den eingemieteten Firmen Unterstützung zu bieten. Wohl weniger gut sehe es für jene aus, die dort nur etwas abgestellt hätten, etwa einen Wohnwagen. «Solche Lagerplätze werden an einem neuen Standort wohl eher nicht mehr möglich sein», meint Niederberger.

Bevor allerdings an Neubauten gedacht werden kann, muss erst das Land zur Verfügung stehen. Den betroffenen Landeigentümern soll nach dem Willen des Kantons Realersatz geboten werden. Der Kanton hat keine eigenen Reserven von Gewerbeland. «Für uns wäre der Idealfall, wenn wir eine bereits eingezonte Fläche bekommen könnten», sagt Josef Niederberger. «Das wäre die schnellste Lösung.» Und würde auch der Einhaltung des ehrgeizigen Zeitplans nützen. «Wir möchten 2022 mit dem Bau beginnen können», hält der Baudirektor fest. «Das Ziel ist, dass das Buoholzbachdelta im Jahr 2025 verbaut ist.» Etwas anders könnte es aussehen, wenn das Land erst noch eingezont werden müsste. «Dann könnten die betroffenen Grundeigentümer erst nach dem Einzonungsverfahren mit Gewissheit an die Planung und die Umsetzung ihrer neuen Betriebe gehen. Entsprechend schwierig wäre es in diesem Fall, im Jahr 2022 mit dem Bau der Hochwasserschutzmassnahmen zu beginnen.» Völlig freie Hand hat der Kanton bei der Suche nach Grundstücken nicht. Es müssen raumplanerische Vorschriften beachtet werden. «Das einzuzonende Land muss an eine bestehende geeignete Bauzone anschliessen.» Da man am heutigen Standort das Land auszonen werde, sei es möglich, andernorts die gleiche Fläche wieder einzuzonen.

Für Paul Leuthold steht jetzt das Land im Vordergrund

Eine der betroffenen Grundeigentümerinnen im Gebiet Hofwald ist die Leuthold Metallbau AG. Für Geschäftsführer Paul Leuthold steht derzeit vor allem im Zentrum, dass die Landfläche gefunden werden kann, auf der sich die Firma dereinst neu ansiedeln will. Weiter, etwa auf das Vorgehen mit der Schätzung der heutigen Gebäude und Einrichtungen, blickt er noch nicht: «Da sind wir noch nicht so weit.» Letztlich gehe es für seine Firma darum, am Ende nicht besser, aber auch nicht schlechter dazustehen. Im Gebäude der Leuthold AG sind diverse weitere Unternehmen eingemietet. «Das Ziel ist, dass auch für die Mieter eine Lösung gefunden werden kann», hält Paul Leuthold fest. «Doch es ist sehr schwierig, Pläne zu machen, wenn man nicht weiss, wo man hinkommt.»