NIDWALDEN: Grüne sagen Bürgerlichen den Kampf an

In Nidwalden entscheiden die Stimmberechtigten am Sonntag, ob sie weiterhin von einem rein bürgerlichen Gremium regiert werden wollen. Um die zwei Sitze, die im ersten Wahlgang nicht vergeben worden sind, bewerben sich drei Männer der FDP, der CVP und der Grünen.

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Sie treten zum zweiten Wahlgang im Kanton Nidwalden an (von links): Alfred Bossard (57, FDP), Othmar Filliger (49, CVP) und Conrad Wagner (54, Grüne). (Bilder Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Sie treten zum zweiten Wahlgang im Kanton Nidwalden an (von links): Alfred Bossard (57, FDP), Othmar Filliger (49, CVP) und Conrad Wagner (54, Grüne). (Bilder Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Für die FDP stehen die Chancen gut, dass sie weiterhin drei Regierungsmitglieder stellen kann und somit stärkste Kraft im Siebnergremium bleibt. Dies ist nicht selbstverständlich, denn mit einem Wähleranteil von rund 24 Prozent ist die FDP hinter der SVP und CVP mit je 29 Prozent nur die drittstärkste Kraft.

SVP und CVP hatten es sich denn auch vorgenommen, den dritten Sitz der FDP, der durch den Rücktritt von Volkswirtschaftsdirektor Gerhard Odermatt frei wird, anzugreifen, sie sind damit aber am 23. März gescheitert. Sie haben darauf ihre Ansprüche zurückgeschraubt.

Alles andere als eine Wahl von Alfred Bossard (FDP) in die Nidwaldner Regierung wäre eine Überraschung. Der Bankfachmann und alt Landratspräsident hat im ersten Wahlgang das beste Resultat der Nichtgewählten erzielt. Die amtierenden FDP-Regierungsmitglieder, Sozialdirektorin Yvonne von Deschwanden und Baudirektor Hans Wicki, schafften die Wiederwahl damals problemlos.

Unglücklicher Wahlverlauf für die CVP

Othmar Filligers (CVP) Aufgabe ist es, für seine Partei einen versöhnlichen Abschluss der Regierungsratswahlen zu erreichen und den zweiten Regierungssitz ins Trockene zu bringen. Im ersten Wahlgang, zu dem Finanzdirektor Hugo Kayser nicht mehr antrat, ist von den drei CVP-Kandidaten nämlich nur Karin Kayser gewählt worden.

Dass die Oberdorfer Gemeindepräsidentin Karin Kayser auf Anhieb den Einzug in die Regierung schaffte, war eine positive Überraschung, die aber durch das schlechte Abschneiden von CVP-Regierungsrat Alois Bissig getrübt wurde. Dieser verfehlte als einziger Bisheriger die Wiederwahl.

Die CVP liess ihren Regierungsrat darauf zugunsten ihres Parteipräsidenten Filliger fallen, der sich im ersten Wahlgang sogar vor Bissig klassiert hatte. Damit endet die Amtszeit des Justizdirektors nach nur vier Jahren unerwartet.

Aus dem zweiten Wahlgang heraus hält sich die SVP. Ihre beiden Bisherigen, Landwirtschaftsdirektor Ueli Amstad und Bildungsdirektor Res Schmid, hatten im ersten Wahlgang die besten Resultate aller Kandidaten erzielt. Der dritte SVP-Kandidat, Landrat und Baufachmann Martin Zimmermann, landete aber ebenso klar am Schluss der Rangliste.

Beharrliche Grüne

Noch weniger Stimmen als Martin Zimmermann holte einzig Conrad Wagner (Grüne), der einzige linke Kandidat. Die Grünen unterstreichen mit der Kandidatur des Landrates und Verkehrsplaners auch im zweiten Wahlgang ihre Forderung, dass in der Regierung alle politischen Richtungen vertreten sein sollen. Seit 2010 ist die Nidwaldner Regierung (3 FDP, 2 SVP, 2 CVP) nämlich rein bürgerlich.

Grüne und SP haben in Nidwalden zusammen einen Wähleranteil von 17 Prozent. Mathematisch gesehen würde ihnen einen der sieben Sitze in der Regierung zustehen.

(sda)