NIDWALDEN: Hans Wicki tritt für die FDP an

Zum ersten Mal die Wahl ins Stöckli schaffen – mit Regierungsrat Hans Wicki will die FDP den Sitz im Ständerat von der CVP erobern.

Philipp Unterschütz
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Regierungsrat Hans Wicki erwartet im Kreis der FDP-Mitglieder seine Nomination. (Bild Roger Zbinden)

Regierungsrat Hans Wicki erwartet im Kreis der FDP-Mitglieder seine Nomination. (Bild Roger Zbinden)

Philipp Unterschütz

Der Name des Restaurants Eintracht in Oberdorf, wo gestern die Nominationsversammlung der FDP für die Ständeratswahlen vom 18. Oktober 2015 stattfand, war Programm: Es herrschte tatsächlich Eintracht. Die über hundert Anwesenden wählten Regierungsrat Hans Wicki per Akklamation als Kandidaten für den Wahlkampf. Eine eigentliche Abstimmung war nicht nötig.

Vorausgegangen war eine Vorstellung Wickis durch den Hergiswiler Gemeindepräsidenten Remo Zberg, der die Qualitäten und den Leistungsausweis des 51-jährigen Nidwaldner Baudirektors nochmals aufzählte. Dabei lobte er insbesondere die politische Erfahrung, die Entscheidungsfreudigkeit, das Durchsetzungsvermögen und das zielorientierte Arbeiten. Hans Wicki sei der ideale Kandidat.

Der Wahlkampf hat begonnen

Hans Wicki selber versprach seinen Parteifreunden, dass er sich in Bern für die Grundideen des Freisinns und für ein wirtschaftsfreundliches Klima einsetzen werde. Dabei betonte er, dass ihm sein grosses Netzwerk von Nutzen sein werde. «Politik ist und bleibt meine Leidenschaft, das Wohl des Kantons Nidwalden ist meine Motivation.» Dass der Wahlkampf schon begonnen hat, zeigte sich darin, dass er überraschend auch ganz kurz auf einen Leserbrief einging, in dem er als Verwaltungsrat der Pfisterer AG wegen eines Stellenabbaus kritisiert worden war. Er sei zu Unrecht als unverantwortlicher und gewissenloser Verwaltungsrat dargestellt worden. Der Leserbriefschreiber habe die Firma einseitig verlassen müssen. Man solle nicht alles glauben, was in der Zeitung stehe.

Unterstützung aus anderen Reihen

Obwohl die Nomination eine reine Formsache war, ist sich die FDP Nidwalden bewusst, dass der Wahlkampf kein Spaziergang wird. Man will die Chance packen, zum ersten Mal überhaupt einen Nidwaldner FDP-Ständerat stellen zu können, weiss aber auch, dass man einen Sieg gegen die CVP-Kandidatin Therese Rotzer, die heute Abend von ihrer Partei nominiert werden soll, nicht alleine schaffen kann. «Die Zeiten, als eine Partei einen Sitz aus eigener Kraft nach Hause fahren konnte, sind vorbei», sagte Parteipräsident Ruedi Waser. Man brauche Unterstützung aus anderen Reihen. Damit meint die FDP vor allem die Wähler der SVP. Waser bestätigte denn auch, dass man für die Nationalratswahlen, bei der die SVP mit Peter Keller antritt, keinen Kandidaten ins Rennen schicke. Man habe bereits mit der SVP gesprochen, und die Rückmeldungen seien gut. Für ein Unterstützungskomitee für Wicki gebe es bereits Zusagen von SVP-Mitgliedern.

Bei Wahl Rücktritt aus Regierung

Sollte er gewählt werden, will Hans Wicki aus dem Regierungsrat zurücktreten. «Beide Ämter unter einen Hut zu bringen, ist nicht machbar. Ich will die Aufgaben, die ich zu erfüllen habe, mit vollem Einsatz leisten können», so Wicki. Das Datum des Rücktritts als Regierungsrat würde er nach einer allfälligen Wahl als Ständerat mitteilen.